Parkhaus Godewind im Schwarzbuch der Steuerzahler
Lübeck - Travemünde: Am Donnerstag hat der Bund der Steuerzahler sein Schwarzbuch 2026 veröffentlicht. Lübeck ist in diesem Jahr mit dem Parkhaus Godewind dabei. Wie am 17. März berichtet, ist es nur zu 11,6 Prozent ausgelastet. Das Parkhaus in Travemünde war schon vor dem Bau in der Kritik, da es die meiste Zeit nicht genutzt wird.
Die Auslastung ist allerdings gering. Sie schwankt wie berichtet zwischen 6,7 Prozent im April 2025 und 16,7 Prozent im Juli. Dabei muss allerdings berücksichtigt werden, dass das Parkhaus 24 Stunden am Tag geöffnet ist. Die höchste Auslastung gab es zur Travemünder Woche am 27. Juli um 22.42 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt waren 90 Prozent der Stellplätze belegt.
Die geringe Auslastung, die schon im ersten Jahr zu Verlusten von 640.821,95 Euro führte, war erwartet worden.Auch die Verwaltung wollte das Projekt nicht. Bürgermeister Jan Lindenau (SPD) hatte auf einer Stadtteilkonferenz erklärt, dass das Parkhaus „nicht sinnvoll“ sei. „Aber die Bürgerschaft hat trotzdem beschlossen.“
"Auch für die Zukunft sieht es nicht viel besser aus", meint der Bund der Steuerzahler. "Für 2026 rechnet die KWL GmbH mit einem nochmaligen Verlust in Höhe von 500.000 Euro. Für die ersten zehn Betriebsjahre wird ein jährlicher Verlust von durchschnittlich ca. 410.000 Euro vorausgesagt, insgesamt also mehr als vier Millionen Euro. Grund seien die hohen Abschreibungen und Finanzierungskosten. Danach müssen dann Mittel für die Bauunterhaltung eingeplant werden."
Das Parkhaus bietet auf insgesamt sieben Ebenen Platz für insgesamt 301 Fahrzeuge – davon 30 Familien-, sechs Frauen- und drei Stellplätze für Menschen mit Behinderungen. Zudem ist das Parkhaus ausgestattet mit Ladesäulen für zehn Elektrofahrzeuge, einer PV-Anlage, einer Grünfassade, öffentlich zugänglichen WC-Räumen sowie überdachten Stellplätzen für Fahrräder und kommt durch Nummernschilderkennung via Kamera ohne Schranken aus. Die Bezahlung ist per Bargeld, EC-Karte oder per App möglich. Die Aufnahme in die Anzeige für freie Plätze am Ortseingang ist allerdings immer noch nicht erfolgt.
Die geringe Auslastung, die schon im ersten Jahr zu Verlusten von 640.821,95 Euro führte, war erwartet worden.Auch die Verwaltung wollte das Projekt nicht. Bürgermeister Jan Lindenau (SPD) hatte auf einer Stadtteilkonferenz erklärt, dass das Parkhaus „nicht sinnvoll“ sei. „Aber die Bürgerschaft hat trotzdem beschlossen.“
"Auch für die Zukunft sieht es nicht viel besser aus", meint der Bund der Steuerzahler. "Für 2026 rechnet die KWL GmbH mit einem nochmaligen Verlust in Höhe von 500.000 Euro. Für die ersten zehn Betriebsjahre wird ein jährlicher Verlust von durchschnittlich ca. 410.000 Euro vorausgesagt, insgesamt also mehr als vier Millionen Euro. Grund seien die hohen Abschreibungen und Finanzierungskosten. Danach müssen dann Mittel für die Bauunterhaltung eingeplant werden."
Das Parkhaus bietet auf insgesamt sieben Ebenen Platz für insgesamt 301 Fahrzeuge – davon 30 Familien-, sechs Frauen- und drei Stellplätze für Menschen mit Behinderungen. Zudem ist das Parkhaus ausgestattet mit Ladesäulen für zehn Elektrofahrzeuge, einer PV-Anlage, einer Grünfassade, öffentlich zugänglichen WC-Räumen sowie überdachten Stellplätzen für Fahrräder und kommt durch Nummernschilderkennung via Kamera ohne Schranken aus. Die Bezahlung ist per Bargeld, EC-Karte oder per App möglich. Die Aufnahme in die Anzeige für freie Plätze am Ortseingang ist allerdings immer noch nicht erfolgt.
Kommentare zu diesem Text (11):
Is egal
schrieb am 1.10.2026 11.59 Uhr:
Immer fleißig auf den Bürgermeister schimpfen und alles besser wissen wollen.
Bravo.
Chris
schrieb am 1.10.2026 12.06 Uhr:
Wer ringsherum kostenlos in den Wohngebieten parken kann, fährt natürlich ungern in ein Parkhaus und zahlt 8€ Tagessatz.
Es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, wann in den umgrenzenden Straßen Bewohnerparken oder eine zeitliche Beschränkung des Parkens eingeführt wird.
Tja, isso
schrieb am 1.10.2026 12.08 Uhr:
Tja, wenn man den Bedarf nicht checkt und auf Biegen und Brechen da etwas hinstellen muss, das nur dumm im Weg steht, muss wohl jemand den Kopf hinhalten!!
Jan
schrieb am 1.10.2026 12.44 Uhr:
Fürs Aqua Top gab es damals kein Geld. Aber mittlerweile hat man dafür ja mit anderen Investitionen wie dieser hier die Lebensqualität der Bürger/innen und die Attraktivität für Touristen erheblich gesteigert.
Vor allem im Herbst und Winter ist das Parkhaus doch die Schlechtwetterattraktion. Warum stellt man nicht ein paar Strandkörbe und Grillplätze rein?
Paul
schrieb am 1.10.2026 12.53 Uhr:
Ein Parkhaus bietet durch seine industrielle Ästhetik, die weiten Freiflächen und die vertikale Struktur enormes Potenzial für innovative Freizeitattraktionen. Ob als temporäres Pop-up-Event oder dauerhafte Umnutzung – die Kombination aus überdachten Decks und offenen Dachterrassen lässt sich perfekt in erlebnisreiche Erlebniswelten verwandeln.
Hier sind die besten Konzepte, sortiert nach Themenbereichen:
## 🏃♂️ Action & Sport
* E-Kartbahn: Nutzen Sie die Rampen und engen Kurven für mehrstöckige Rennstrecken.
* Skate- & Parkour-Park: Der glatte Betonboden ist die ideale Basis für Rampen, Rails und Hindernisse.
* Urban Climbing: Verwandeln Sie die Außenfassade oder die massiven Betonsäulen in Kletter- und Boulderwände.
* Lasertag & Paintball: Die unübersichtlichen Parkdecks bieten von Natur aus perfekte Deckungen und eine düstere Atmosphäre.
## 🎭 Kultur & Community
* Rooftop-Kino & Konzerte: Das oberste Deck bietet oft eine spektakuläre Kulisse für Open-Air-Filme oder Live-Musik.
* Street-Art-Galerie: Verwandeln Sie die grauen Betonwände in eine legale, sich ständig verändernde Graffiti-Ausstellung.
* Überdachte Märkte: Nutzen Sie die Decks wetterunabhängig für Design-Flohmärkte, Street-Food-Festivals oder Weihnachtsmärkte.
## 🍹 Nachtleben & Entertainment
* Underground-Clubs & Raves: Die rohe Akustik und der Industrie-Charme sind in der elektronischen Musikszene extrem gefragt.
* Rollschuh-Disko: Verwandeln Sie eine Ebene temporär in eine Eventfläche mit Retro-Vibe, Lichtshow und DJ-Pult.
* Pop-up-Bars: Eine Beach-Bar oder eine gemütliche Winterlounge auf dem Dach zieht besonders im Sommer Menschen an.
Rita Freund
schrieb am 1.10.2026 14.48 Uhr:
Das Parkhaus ist weder mit einem Aufzug ausgestattet noch direkt an den öffentlichen Nahverkehr angebunden. Da sind echte Experten am Werk gewesen. Der Bürgermeister wollte es nicht und hatte sogar davon gewarnt. Eine Bürgerinitiative gab es auch noch, leider ohne Erfolg.
Keine Meisterleistung der Bürgerschaft!
Uw.Ba
schrieb am 1.10.2026 19.26 Uhr:
Der Bund der Steuerzahler ist ein sehr unseriöser Verein, der eindeutig die Interessen der Superreichen vertritt.
• Interessenvertretung vs. Neutralität: Obwohl der Name den Eindruck erweckt, alle Steuerzahler zu repräsentieren, kritisieren Studien (wie die von LobbyControl oder der Hans-Böckler-Stiftung), dass der Verein vor allem die Partikularinteressen von Unternehmen, Selbstständigen und Besserverdienenden vertritt. Ein Großteil der Mitglieder besteht aus Unternehmern und Gewerbetreibenden.
• Politische Ausrichtung: Der BdSt wird wegen seiner Forderungen nach radikalen Steuersenkungen und einer minimalen Staatsquote häufig einer neoliberalen oder wirtschaftsliberalen Agenda zugeordnet. Themen wie gerechte Besteuerung, Steuerhinterziehung oder die Finanzierung gesellschaftlich wichtiger öffentlicher Güter spielen in ihrer Konzeption kaum eine Rolle.
• Arbeitsweise des Schwarzbuches: Obwohl das Schwarzbuch oft reale Fehlplanungen aufdeckt, steht der Verband regelmäßig in der Kritik, Fälle populistisch oder verkürzt darzustellen. Gelegentlich rügten auch Rechnungshöfe, dass Vorwürfe im Schwarzbuch nicht immer faktenfest belegt oder übertrieben dargestellt seien.
Fi23570
schrieb am 2.10.2026 7.25 Uhr:
Meiner Meinung nach kann man nicht so einfach sagen, das Parkhaus sei am Bedarf vorbei geplant worden und würde max. während der TW genutzt werden. Erschreckend ahnungslos erschienen mir gestern die Äußerungen i(im SH-Magazin) vom
Bürgermeister und auch vom BdSz über die Parkplatzsituation in Travemünde. Jemand der ganzjährig vor Ort ist, wird feststellen, dass inzwischen von Februar bis November insbesondere die Parkplätze über die Maßen genutzt werden, die kostenlos und ohne zeitliche Begrenzung sind. Wen wundert es? Als Anwohner*in hat man hier sehr genaue Erfahrungen, was den Bedsrf angeht. Jedes Wochenende, jeder Sonnentag führt inzwischen dazu, das alle Straßen zugeparkt sind. Von daher zieht auch das Argument der schlechten Lage überhaupt nicht. Erst vor zwei Wochen (rund ums Lichterfest) wird lieber im absoluten Halteverbot direkt vor der Einfahrt zum Parkhaus geparkt, als im Parkhaus. Die Ausschilderung zum Parkhaus ist mehr als zu hinterfragen . Wer versteht im Vorbeifahren den Hinweis „PH Godewind“ auf einer LED Anzeige am Ortsschild ? Kann man zudem die Tarife etwas anders gestalten? …bevor es leersteht? z.B. erste zwei Stunden günstiger oder so. Schwazbuchwürdig ist dann eher die fehlende Sicht auf das Gesamtkonzept für Travemünde.
Lothar F.
schrieb am 2.10.2026 8.54 Uhr:
Gut das es den Bund der Steurzahler gibt. Erst recht, wenn Steuergelder verschwendet werden. Der Bürgermeister als Oberster Repräsentant der Verwaltung sollte es besser wissen, schließlich ist er schon lange nicht mehr Leiter der (...)bank Filiale Lübeck
Walle
schrieb am 2.10.2026 9.34 Uhr:
In der Lübecker Altstadt dürfen größtenteils nur Anwohner parken und fahren, warum mach man das nicht in Travemünde(?) angefangen mit der Kaiserallee, allein da parken an Sommerlichen Wochenenden mehr als 100 Fahrzeuge kostenlos…
Freiwild
schrieb am 2.10.2026 17.33 Uhr:
Ein Bericht von HL-live vom Januar 2024:
https://www.hl-live.de/text.php?id=163568
"Bürgermeister: Vielleicht neue Mehrheiten in Travemünde erzeugen
„Aber es ist nun mal am Ende die Frage, welche Beschlüsse werden gefasst“, sagte Bürgermeister Jan Lindenau. „Deswegen auch immer mein dringender Appell, gehen Sie zur Bürgerschaftswahl.“ Eine Wahlbeteiligung von knapp 40 Prozent sei zu wenig. „Wenn Sie mit 80 Prozent hingehen, können Sie vielleicht in Travemünde auch ganz neue Mehrheiten erzeugen, ich weiß es nicht“, so der Bürgermeister, der selbst der SPD angehört."
Im 1. Halbjahr 2028 ist Kommunalwahl.
Ein weiterer Bericht von HL-live von der offiziellen Eröffnung:
https://www.hl-live.de/text.php?id=171873