Stadtverwaltung bündelt Jugendbereich

Lübeck: Die Hansestadt Lübeck stellt zentrale Aufgaben für das Aufwachsen junger Menschen neu auf: Am 1. Oktober 2026 nahm der neue Bereich „Kinder, Jugend und Familie“ seine Arbeit auf. Rund 280 Beschäftigte, ein Finanzvolumen von etwa 245 Millionen Euro sowie ein gemeinsamer Auftrag werden hier gebündelt. Damit bekommt Lübeck wieder ein Jugendamt.

Zusammengeführt werden die Bereiche Familienhilfen/Jugendamt und Jugendarbeit, die Jugendhilfeplanung sowie die finanzielle Förderung der Kindertagesbetreuung. Die Neuorganisation folgt dem Ansatz, Angebote und Unterstützungsleistungen stärker miteinander zu verzahnen. "Kinder und Jugendliche wachsen nicht in Verwaltungszuständigkeiten auf", so die Stadtverwaltung. "Frühzeitige Unterstützung, Kindertagesbetreuung, Jugendarbeit, Beratung, Schutz, Inklusion und individuelle Hilfen stehen in Beziehung zueinander." Der neue Bereich schafft verbesserte Voraussetzungen, diese Verbindungen auch bei Planung und Steuerung mitzudenken.

„Kinder, Jugendliche und Familien gehören ins Zentrum kommunalen Handelns. Mit dem neuen Bereich geben wir diesem Anspruch auch organisatorisch Gewicht. Engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den beteiligten Einheiten haben die Zusammenführung in den vergangenen Monaten mit ihrer Erfahrung und ihren Ideen vorbereitet. Dafür danke ich Ihnen sehr. Auf dieser starken Grundlage können wir Jugendhilfe und Kindertagesförderung in Lübeck gemeinsam weiterentwickeln“, erklärt Monika Frank, Senatorin für Kultur und Bildung der Hansestadt Lübeck.

Mit der neuen Struktur wird zugleich das gesetzliche Leitbild des SGB VIII klarer abgebildet. Für die Wahrnehmung der Aufgaben der Kinder- und Jugendhilfe errichtet jeder örtliche Träger ein Jugendamt. Die bislang auf mehrere Organisationseinheiten verteilten Jugendamtsaufgaben werden in Lübeck künftig unter einer gemeinsamen Bereichs- und Jugendamtsleitung zusammengeführt. Das Aufgabenspektrum umfasst gesetzliche Aufgaben und Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe sowie der Eingliederungshilfe für junge Menschen. Hierzu zählen unter anderem die Hilfen zur Erziehung, der Kinderschutz, die Jugendarbeit, die Förderung freier Träger, die Jugendhilfeplanung sowie die Kindertagesförderung.

Die neue Organisationsstruktur folgt dem Leitgedanken „Hilfen aus einer Hand“: Aufgaben, die im Alltag von Kindern, Jugendlichen und Familien eng zusammengehören, werden künftig auch organisatorisch enger miteinander verbunden.

Der Start erfolgt in einem additiven Modell. Die bestehenden Fachteams werden organisatorisch unter einem gemeinsamen Dach zusammengeführt, arbeiten zunächst jedoch in ihren bisherigen Strukturen weiter. Laufende Hilfen und Leistungen bleiben davon ebenso unberührt wie die bekannten fachlichen Anlaufstellen für Familien, junge Menschen sowie Kooperationspartner.

Geleitet wird der neue Bereich von Sarah Frenz: Sie leitet bislang den Bereich Familienhilfen/Jugendamt und verfügt über langjährige Fach- und Führungserfahrung in der Kinder- und Jugendhilfe. „Mich begeistert, wie viel Wissen und Engagement in diesem neuen Bereich zusammenkommt. Jede Einheit bringt ihre eigene Fachlichkeit, ihre Erfahrung und ihre gewachsenen Beziehungen mit. Darauf bauen wir auf. Wir wollen Angebote über Lebensphasen hinweg weiterentwickeln und gemeinsame Themen aus verschiedenen Blickwinkeln bearbeiten, ohne die fachliche Eigenständigkeit der Arbeitsfelder aufzugeben“, so Sarah Frenz, Leiterin des Bereichs Kinder, Jugend und Familie der Hansestadt Lübeck.

Die weitere Organisationsentwicklung ist auf mindestens drei Jahre angelegt. Bis Mitte 2027 soll gemeinsam mit den Beschäftigten ein Zielbild für die künftige Aufbaustruktur erarbeitet werden. Dabei werden auch die Aufgaben der Kinder- und Jugendhilfe sowie der Eingliederungshilfe am Ort Schule berücksichtigt. Diese sollen in einem weiteren Schritt in den neuen Bereich überführt werden. Junge Menschen und Familien, freie Träger sowie weitere Kooperationspartner werden an der weiteren Entwicklung beteiligt. "So wächst aus der organisatorischen Zusammenführung Schritt für Schritt eine gemeinsame Haltung und Verantwortung für das Aufwachsen junger Menschen in Lübeck", verspricht die Verwaltung.
Lübeck ordnet seine Verwaltung neu und hat jetzt wieder ein einheitliches Jugendamt. Foto: VG/Archiv
Lübeck ordnet seine Verwaltung neu und hat jetzt wieder ein einheitliches Jugendamt. Foto: VG/Archiv

Text-Nummer: 182346    Autor: Presseamt/red.    vom 2.10.2026 11.39 Uhr

Kommentare zu diesem Text (2):

Tobias Möller

schrieb am 2.10.2026 13.46 Uhr:
Das klingt interessant.

Wichtig ist eine bereichsübergreifende Vernetzung aller verfügbaren Informationen, die nicht durch unsinnigsten behindernden übergriffigen Datenschutz blockiert und verhindert wird.

Wenn einfachste, aber für die Hilfe extrem wichtige, Informationen erst langwierig und ausführlich dokumentiert mit wochenlangen Wartezeiten angefragt werden müssen, obwohl diese grundsätzlich intern vorliegen und mittels Softwareabfrage in sekundenschnelle bereitgestellt werden könnten, dann stimmt etwas gewaltig nicht und sollte hinterfragt werden.

Automatisierte Abfragen "per Software und Klick" wären sofort möglich bei:
Jobcenterleistungen, BaföG, Sozialhilfe, Wohngeld, Kindergeld, Unterhaltvorschuss, Einwohnermeldeamt, Standesamt, Gewerbeamt.

Aktuell muss in jedem Einzelfall jede Stelle einzeln angefragt werden. Jede Anfrage muss ausführlich begründet und dokumentiert werden und dann muss auf die ebenfalls auf die Prüfung der Anfrage, die zu begründende und zu dokumentierende Rückantwort gewartet werden.

Je nach Auslastung, Urlaubs- und Krankenstand einer Abteilung kann sich so die Bewilligung einer Hilfeleistung über etliche Monate hinziehen, statt innerhalb von Minuten erteilt zu werden.

Das ganze ist also auch verwaltungsintern mit dem berühmten Passierschein A38 zu vergleichen.

Echte Digitalisierung und Vernetzung würde da helfen.
Aber außer "Man müsste mal..." - Debatten höchstbezahlter Leute und jeder Menge Buzzword-Bingo gibt es bisher keine wirklich messbaren Ergebnisse, die zu erheblichen Verfahrensbeschleunigungen, Entlastungen und Kosteneinsparungen (Verhinderung von Überzahlungen, doppelten Zahlungen, ... ) führen würden.

So berichteten es Freunde, die viele Jahre in der Verwaltung arbeiten.

Aber es ist ja bekanntlich noch vieles möglich.

Markus

schrieb am 2.10.2026 20.14 Uhr:
Danke an Herrn Martin Walter!