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+++ HL-live.de - Archiv +++09.09.2006 15.53
Großartige Marimba Performance in PetriEine so begeisterte Resonanz ihres Lübecker Publikums hatten 'Andreas Schwarz & Matthias Krohn', die als "German Marimba Duo" auftreten, bestimmt nicht erwartet. Ihr Marimba- "Konzert in fünf Dimensionen" hielt das sachkundige Publikum in der Petri Kirche mehr als zwei Stunden in Spannung.
Andreas Schwarz (l.) und Matthias Krohn (r.) an ihren Marimbas. In der Mitte tanzt Shao-Ing Oui.
Die riesigen Marimbas der beiden füllten die Kulturkirche ohne weitere Verstärkung. Und es gab - zur Überraschung etlicher - noch viel mehr als nur die Klänge der Instrumente. Shao-Ing Oui von 'Tanzort Nord' gesellte sich dazu - mit äußerst einfühlsamen Improvisationen. Gisela Meyer-Hahn steuerte Lichtinstallationen bei, die den jeweiligen Charakter der Marimbas oder der afrikanischen Balafone, die ebenfalls im Duo gespielt wurden, optisch und emotional unterstrichen: das Licht varierte mit der Musik.
Der Zufall half beim Zustandekommen dieses besonderen Abends in St. Petri, erinnerte sich Andreas Schwarz kurz vor Ende des Konzertes. Das galt besonders für einen der Höhepunkte der gesamten Performance. Zu Rich O'Mearas 'Wooden Music' (1980) und 'Effekthascherei' von Andreas Schwarz (1994) hatte die in Lübeck arbeitende Künstlerin Annelies Hoelscher ein eindrucksvolles, nicht immer ganz leicht zu nehmendes, Videoprojekt entworfen. Das Ausmaß an Koordination zwischen Live-Musik und Video war dabei absolut verblüffend. Kaleidoskopartig entstanden und vergingen maskenbewehrte Figuren, die "das Geborenwerden und das Vergehen, das Sich-finden und Sich-verlieren" (Hoelscher) symbolisierten. Faszinierend war es, Andreas Schwarz zuzusehen, wie er während seines Spiels die Übergänge auf der Leinwand akzentuierte als ob er die Einsätze eines Dirigenten nachvollzog.
Höhepunkt im zweiten Teil der 'Rhythm Song' von Paul Smadbeck, der zusätzlich durch das Tabla Spiel von Olaf Koep akzentuiert wurde. Die bekannt problematische Akustik der Petri Kirche brachte die drei hier an ihre Grenzen. Trotz Tonverstärkung gerieten die feinfühligen Sequenzen des Tabla-Spiels zwischen den kraftvollen Tönen der beiden Marimbas zu sehr in den Hintergrund.
Matthias Krohns "Montana" entführte dann alle stimmungsvoll in die blauen Berge und bei "African River" - dargeboten auf Original afrikanischen Instrumenten - entfalteten die beiden Hauptakteure noch einmal ihre gesamte Improvisationskunst. "Eigentlich hört das Stück nie auf", kalauerte Andreas Schwarz. Irgendwann hörten sie aber doch auf und überließen ihre Instrumente den zahlreich erschienenen Zuschauern einfach zum herumprobieren.
Begeisterte Zuschauer aller Altersgruppen nutzten dieses ungewöhnliche Angebot bis nach Mitternacht.
Autor: Harald Denckmann Aus rechtlichen Gründen können wir Bilder nicht mehr zur Verfügung stellen.
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