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Mittwoch,
der 26. September 2018






Saisonstart in Lübeck mit Musicalstar Angelika Milster

In der Regel beginnt die Spielzeit mit einer Oper oder einem großen Schauspiel. Das Theater Lübeck eröffnete die Saison 2018/19 am Sonnabend mit einer Operette, mit "Ball im Savoy" von Paul Abraham. Das Stück aus dem Jahre 1932 wurde noch nie in Lübeck gespielt.



Regisseur Michael Wallner hatte sogar einen Stargast mitgebracht, die Musicalsängerin Angelika Milster. Er erntete mit einem spiel- und tanzfreudigen, sangesfrohen Ensemble sowie einem schwungvoll aufspielenden Orchester einen großen Publikumserfolg.

Die Werke von Paul Abraham waren im und nach dem Zweiten Weltkrieg von den Bühnen verschwunden. In jüngster Zeit begegnet man den drei bekanntesten Operetten wieder auf den Spielplänen. Abraham hatte ein bewegtes und bewegendes Schicksal. Geboren 1892 in Ungarn, wurde seine musikalische Begabung früh erkannt. Nach dem Studium an der Musikhochschule Budapest war er an diesem Institut Dozent, Professor, dirigierte in der Oper.

Zunächst schrieb er klassische Werke, ein Cellokonzert, Streichquartette, Serenaden. Bald aber zog es ihn zur leichteren Muse. Seine erste Operette kam 1926 unter Pseudonym heraus. Nach dem Erfolg von "Der Gatte des Fräuleins" bekannte er sich zur Vaterschaft. Die Ufa holte ihn für Filmmusiken nach Berlin, wo seine bekanntesten Operetten entstanden: "Viktoria und ihr Husar" (1930), "Die Blume von Hawaii" (1931), "Ball im Savoy" (1932).

Die Uraufführung von "Ball im Savoy" fand Weihnachte 1932 statt, fünf Wochen vor der "Machtergreifung" der Nazis, vor denen Abraham über Wien und Budapest in die USA floh. Dort hat er nie Fuß fassen können, verfiel in Depressionen, landete in der Psychiatrie. Freunde in Deutschland sammelten Geld, um ihm 1956 die Rückkehr zu ermöglichen. Er starb 1960 in Hamburg.

Von solchen Schicksalsschlägen ist in der Operette natürlich nichts zu merken. Die etwas lose gestrickte Handlung versteht man ohne großes Studium des Programms. Es ist eine Geschichte um Liebe und Eifersucht, um Verwirrungen und Verwechslungen, um Frivolitäten und Freiheiten. Auf dem Ball kulminiert alles, was sich der Marquis und sein Freund, der türkische Botschaftsattaché, ausgedacht haben.

Michael Wallner lässt die Puppen tanzen, packt die gute alte Operette nicht in Samt und Seide, nicht in Plüsch und Pomp. Das Bühnenbild von Heinz Hauser zeigt zunächst eine Terrasse am Meer, mit Pool und Weitsicht. Für den Ball wird die Szenerie auf den Kopf gestellt; das blaue Meer ist zum Firmament geworden. Wie die Bühnenmaschinerie das schafft, wird zum Schluss sogar auf offener Szene vorgeführt.

Auch bei den Sängern und Tänzern konnte Wallner in die Vollen greifen. Eine Paraderolle hat Steffen Kubach als Mustapha Bei, spielerisch ein Erzkomödiant, stimmlich auf der Höhe. In dieser Operette aber spielen Frauen die Hauptpersonen. Emma McNairy als jung getraute Marquise kann ihren Sopran in höchsten Höhen strahlen lassen. Sara Wortmann als Jazzkomponistin passt hervorragend in die Rolle.

Dann gibt es da die argentinische Tänzerin Tangolita, die femme fatale nicht nur dieser Ballnacht. Angelika Milster kehrt nicht den Star heraus, gliedert sich geschickt ins Ensemble ein. In Spiel und Gesang klappt das Miteinander vorzüglich. Philippe Hall, der Marquis, ist munter dabei. In der Kopfstimme schmeichelt nicht jeder Ton dem Ohr.

Jörn Kolpe liefert als schüchterner Rechtsverdreher eine ebenso treffsichere Parodie wie Rudolf Katzer gleich in zwei Rollen, nämlich als devoter, serviler Kammerdiener und als Ober im Savoy. Das Orchester musste sich zu Beginn zusammenraufen, brachte unter der Leitung von Adrian Pavlov das musikalische Geschehen dann straff über die Runden. Der Gefahr, durch Lautstärke die Sänger und den Text zu überdecken, entgingen die Musiker nicht immer.

Es gab viel Szenenapplaus und am Schluss Wiederholungen etlicher Musiktitel. Die nächsten Vorstellungen sind am 15. September sowie am 7., 14. und 19. Oktober.

Das Theater Lübeck ist mit einer Operette in die neue Spielzeit gestartet. Fotos: Kerstin Schomburg

Das Theater Lübeck ist mit einer Operette in die neue Spielzeit gestartet. Fotos: Kerstin Schomburg


Text-Nummer: 124519   Autor: TD   vom 02.09.2018 09.04

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