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Mittwoch,
der 20. März 2018






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16.09.2018 08.53


Um zwölf Uhr mittags gibt’s die Spritze

Schwarzhumorige Geschichten sind in Europa eigentlich Sache der Briten. Nun hat Österreich offenbar einen Autor, der mit Entsetzen Scherz treiben kann, Stefan Vögel heißt er. Sein Stück "Arthur und Claire" hatte im Theater Combinale Premiere.

Der Ausdruck schwarzhumorig muss relativiert werden. Schwarz ist zu streichen; humorig bleibt stehen. Makaber ist zwar die Ausgangssituation. Die geschliffenen Dialoge aber verdrängen die dunkle Farbe. Schauplatz der Handlung ist ein Hotel in Amsterdam. Die Zimmer 425 und 426 sind von Singles gebucht.

Arthur weiß, dass er Krebs hat. Lungenkrebs als Nichtraucher. Das gibt es tatsächlich. Er hat sich für den nächsten Tag in einer Sterbeklinik angemeldet, die gut ausgestattet ist, mit Seelsorgern, Psychologen, Medizinern aufwartet. Alles ist genau geplant. Um zwölf Uhr mittags soll es die Spritze geben.

Nebenan zieht Claire ein, mindestens 20 Jahre jünger als der Nachbar. Sie will sich umbringen, weil sie den Inhalt ihres Lebens verloren hat, Ehemann und Kind bei einem Autounfall, bei dem sie am Steuer saß.

Claire hat sich mehrfach abgesichert: Tabletten, Messer für die Pulsadern, Strick für die Gardinenstange, und schließlich könnte sie auch noch in die Gracht springen, an der das Hotel liegt. Natürlich kommt alles ganz anders.

Eine gediegene Häuserzeile der holländischen Hauptstadt hat Bühnenbildner Marcel Weinand als Hintersetzer der Fensterfront auf die Szene gestellt. Die Spielfläche ist geteilt, zeigt zwei identische Hotelzimmer, spiegelverkehrt angeordnet. Hier prallen die Temperamente aufeinander.

Regisseur Wolfgang Benninghoven nutzt den Text zu verbalen Boxkämpfen. Denn von einem bestimmten Moment an kämpfen die Selbstmordkandidaten um das Leben des jeweils Anderen. Kim Dörfel macht das als Temperamentsbolzen ebenso überzeugend wie in nüchterner Diskussion. E. Heinrich Krause gelingt der Typ des Oberlehrers genau, der Argumente nicht nur pariert, sondern als belesener Mensch immer noch einen drauf setzt.

Zum Schluss und damit das Leben weiter geht, kommt die nächste Generation ins Spiel. Michael Gaschler als Sohn zeigt, dass er nachträglich doch einiges vom Alten mitbekommen und gelernt hat. Eine kurzweilige, intelligente Abendunterhaltung. Das Publikum ging amüsiert mit und sparte nicht mit Beifall.

Autor: TD

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