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Montag,
der 17. Dezember 2018






Wissenschaftspreis: 75.000 Euro für Unis Lübeck und Hamburg

Die Universität zu Lübeck zählt zu den Gewinnern des Norddeutschen Wissenschaftspreises 2018. Das Kooperationsprojekt von Forscherinnen und Forschern der Universitäten Lübeck und Hamburg zur neuesten Generation der medizinischen Bildgebungsverfahren, dem Magnetic Particle Imaging, wurde am Donnerstag, 29. November 2018, in Bremen mit dem zweiten Platz ausgezeichnet. Er ist mit 75.000 Euro dotiert.

"Wir erforschen dieses magnetische Verfahren an der Universität zu Lübeck seit mehr als zehn Jahren und sind weltweit führend in der Instrumentierung. Von den magnetischen Partikeln bis hin zu den Anwendungen entwickeln wir innovative Konzepte der Patientenschonenden Bildgebung“, erklärt Prof. Dr. Thorsten Buzug, Direktor des Instituts für Medizintechnik der Universität zu Lübeck. „Das Magnetic Particle Imaging ist dabei ein schnelles und hochempfindliches Verfahren, das Ärzte einen neuen Blick in den Körper gestattet, ohne die Patienten mit schädlicher Röntgendosis zu belasten.“

„Die verwendeten Partikel sind unschädlich für den Patienten und das Verfahren ist sehr schnell“, erklärt Prof. Dr.-Ing. Tobias Knopp, Leiter der Sektion für Biomedizinische Bildgebung am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. „Es ermöglicht die Darstellung des Gefäßsystems in Echtzeit, sodass Krankheiten wie Gefäßverengungen direkt sichtbar werden.“

Was bisher noch in Versuchen und Simulationen erprobt wurde, soll nun für den klinischen Einsatz vorbereitet werden; so soll zum Beispiel noch die Sensitivität der Messgeräte erhöht werden, um möglichst wenig Kontrastmittel einsetzen zu müssen. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben bereits eine hochsensitive Empfangsspule entwickelt. Mit der Prämie des Wissenschaftspreises soll die Erprobung der neuen Entwicklungen finanziert werden.

Die Präsidentin der Universität zu Lübeck, Prof. Dr. med. Gabriele Gillessen-Kaesbach, sagte: „Ich freue mich, dass das Kooperationsprojekt zwischen den Universitäten Hamburg und Lübeck mit einem hervorragenden zweiten Platz des Norddeutschen Wissenschaftspreises ausgezeichnet wurde. Im Namen der Universität zu Lübeck gratuliere ich Herrn Prof. Buzug und Herrn Prof. Knopp zu der gemeinsamen Auszeichnung.“

Beim Magnetic Particle Imaging werden Nanopartikel aus Eisen in den Blutkreislauf gegeben. Ein starkes Magnetfeld versetzt sie in Schwingungen, die wiederum von Sensoren aufgezeichnet und mithilfe von Computern verarbeitet werden. Aus ihnen entsteht eine Abbildung der Partikel im Körper. Die Arbeitsgruppen aus Lübeck und Hamburg kooperieren seit Jahren, um die Methode, die unter anderem in der Kardiologie und Onkologie eingesetzt werden könnte, noch genauer zu machen und ein Gerät zu entwickeln, das in der Diagnose beim Menschen eingesetzt werden kann.

Mit dem ersten Platz des Norddeutschen Wissenschaftspreises wurde das Projekt "Multi-Meta-Omik: Neue Technologien für neue Herausforderungen der norddeutschen Landwirtschaft im Klimawandel" der Universitäten Kiel und Göttingen ausgezeichnet. Auf Platz drei kam das Projekt „Die (Epi)genetische Architektur des Alterns – eine Mehrgenerationenstudie an Flussseeschwalben“ der Universität Kiel in Kooperation mit dem Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie Plön und dem Institut für Vogelforschung.

Der Norddeutsche Wissenschaftspreis wird von den Bundesländern Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein vergeben und würdigt erfolgreiche länderübergreifende Kooperationen in der Wissenschaft. Den Vorsitz der Norddeutschen Wissenschaftsministerkonferenz und damit die Federführung für die Preisverleihung hat in diesem Jahr Bremen. Der Preis wird alle zwei Jahre verliehen und steht jedes Mal unter einem Thema. Dieses Jahr wurden Projekte aus den Lebenswissenschaften ausgezeichnet.


Text-Nummer: 126508   Autor: Uni HL/red.   vom 29.11.2018 17.21

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