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Freitag,
der 22. Februar 2019






St. Lorenz Süd: Falsche Polizeibeamte

Am Dienstagabend, dem 5. Februar, meldeten sich falsche Polizeibeamte bei einem 83-jährigen Lübecker und versuchten von diesem unter einem Vorwand 40.000 Euro zu erlangen. Nach der Abhebung des Bargeldes wurde der Geschädigte jedoch misstrauisch und gab das Geld bei der richtigen Polizei ab.

Es wird wegen des Verdachts des gewerbs- und bandenmäßigen Betruges ermittelt. Erstmals meldeten sich die Betrüger am Dienstagabend per Telefon bei dem 83-jährigen Lübecker. Der Anrufer gab sich als Mitarbeiter mit dem Namen "Armin Raschke" von der Lübecker Kriminalpolizei aus.

In mehreren Telefonaten am Dienstag und Mittwoch erklärte er dem Geschädigten, dass man zwei Männer festgenommen habe. Bei ihnen habe man angeblich Notizen über den Geschädigten und Hinweise auf dessen Bargeldbestände gefunden. Um sein Bargeld zu schützen, wurde der Lübecker angewiesen, seine Bestände von seinem Konto abzubuchen. Anschließend wolle man für ihn das Geld auf ein Konto in der Ukraine transferieren. Während der Telefonate wollte der Lübecker sicher gehen, tatsächlich mit der Polizei zu telefonieren.

Auf Hinweis der Täter wählte er die 110, jedoch ohne vorher aufzulegen. Der Geschädigte blieb auf diese Weise in der Leitung der Betrüger. Dort wurde ihm seitens eines angeblichen Oberkommissars Lehmann die Echtheit der Polizei vorgetäuscht. Im weiteren Verlauf begab sich der geschädigte Lübecker zu seiner Bank, hob dort einen fünfstelligen Betrag ab. Die Betrüger hatten ihn angewiesen, dabei nicht auf Warnungen der Bank einzugehen, weil auch dort angeblich zwei Verdächtige arbeiten würden.

Sein Handy solle er für weitere Instruktionen stets griffbereit halten. Weil sich die Betrüger bei dem Lübecker nicht sofort nach Abhebung des Geldes meldeten und er sich auf dem Weg nach Hause zunehmend unsicherer fühlte, legte er einen Stopp beim 2. Polizeirevier ein, um das Geld dort den Beamten zu übergeben. Die echten Polizisten erkannten den Betrugsversuch sofort und klärten den Geschädigten auf.

Gemeinsam mit ihm zahlten sie kurz darauf das abgehobene Geld wieder ein. Die Kriminalpolizei hat in dieser Sache ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des gewerbs- und bandenmäßigen Betruges eingeleitet.

Zu guter Letzt: Bei der Lübecker Kripo gibt es keinen Beamten namens Armin Raschke und auch keinen Oberkommissar Lehmann. Es gibt zudem derzeit keinerlei Hinweise, dass die Banken oder deren Angestellte mit den Betrügern in Verbindung stehen.


Text-Nummer: 127958   Autor: PD Lübeck/red.   vom 11.02.2019 11.04

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