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HL-live.de - Nachrichten aus Lübeck

Sonntag,
der 18. August 2019






Lübeck:

Lübecker Sommeroperette: Wiederentdeckt nach 100 Jahren

25 Jahre Lübecker Sommeroperette. Gründer und Intendant Michael P. Schulz hat sich aus diesem Anlass einiges einfallen lassen. Sogar ein Kompositionsauftrag wurde vergeben. Auf der Suche nach Besonderheiten stieß Schulz auf einen Komponisten, der vor 1933 der ungekrönte König der Berliner Operette war. Exakt 100 Jahre nach der Uraufführung ist "Die tolle Lola" von Hugo Hirsch im Theater Geisler neu zu erleben.



Hugo Hirsch, 1884 in der Provinz Posen geboren, kam über Breslau nach Berlin, feierte hier große Erfolge. Er war deutscher Jude, entging dem Holocaust durch die Flucht. Seine Werke wurden nicht mehr aufgeführt, der Name durch die Nazis ausgelöscht, so dass er heute vergessen ist. Einige seiner Lieder sind bis heute Schlager. Bestes Beispiel "Wer wird denn weinen, wenn man auseinandergeht..."

Zweimal wurde die "Tolle Lola" verfilmt, 1927 mit Lilian Harvey, 1954 mit Herta Staal, Grethe Weiser, Paul Dahlke, Walter Giller, Wolf Albach-Retty. Nach dem Krieg bat der Berliner Bürgermeister Ernst Reuter den "Operettenkönig" von einst, nach Westberlin zurückzukommen. Hugo Hirsch kam. Der frühere Ruhm ließ sich freilich nicht wiederbeleben. Er starb 1961, drei Tage nach dem Beginn des Mauerbaus.

Michael P. Schulz hat die turbulente Komödie, von der nur ein Textbuch und ein Klavierauszug die Zeiten überdauert hatten, aktualisiert und in eine eigene, sehr unterhaltsame Form gebracht. Auch das elegante Bühnenbild stammt von ihm. Dass er außerdem Regie führte, versteht sich fast von selbst.

Gezeigt wird ein typisches Operettenthema, mit wilden Verwechslungen, mit Verdächtigungen, Missverständnissen, womöglich auch mit Seitensprüngen. Zwei Ehepaare stehen im Mittelpunkt, ein junges und ein älteres. Hugo Bendler und seine Frau Tilly vertreten die jüngere Generation, die unglücklicherweise bei den Eltern beziehungsweise Schwiegereltern wohnen muss, bei Agathe und Emil.

Das Kommando im Haus führt Agathe, der "Feldwebel", wie selbst die Familie sie nennt. Ihre Verhörmethoden würden jedem Kommissar im Vorabendkrimi zur Ehre gereichen. Ihren Ehemann hat Agathe zum Pantoffelhelden degradiert. Der Schwiegersohn wird ebenfalls als Befehlsempfänger behandelt.

Nun will es das Schicksal, dass der junge Hugo Bendler vor seiner Eheschließung die spanische Tänzerin Lola Cornero kannte. Die Ehe kann Lola ihm nicht verbieten. Schließlich hat sie selber mehrere Eisen im Feuer. Aber an einem Tag im Jahr, so sieht es die Abmachung vor, gehört Hugo ihr. Dieser Tag steht wieder einmal im Kalender. Den Rest sollte man selber erleben.

Ein großes Ensemble steht auf der Bühne. Viele haben viel Text zu bewältigen. Einige Mitwirkende sind sogar mit Doppelrollen betraut. Zum Beispiel Mona Hermes, der "Feldwebel", der oder die so vornehm ist, dass sie selbst die Familienmitglieder mit Sie anredet. Sie schlüpft später in die Rolle einer Hausdame bei Lola. Auch Tommy Geisler tritt in zwei Gestalten auf, als eifersüchtiger russischer Graf und als Impressario der tollen Lola.

Jana Thomas ist die Tänzerin Lola Cornero, lebendig im Spiel, locker im Gesang. Sie ist nicht die einzige Tänzerin. Sarah Schneider choreographierte und tanzt mit ihrer Kollegin Antje Tollkmit spanisch oder russisch oder was verlangt wird. Sonja Pitsker füllt die Rolle der quirligen jungen Ehefrau Tilly gut aus. Markus Schiefer, der junge Ehemann, spielt sich geschickt durch mögliche und unmögliche Situationen.

Überzeugend auch Günter Lüdtke als Pantoffelheld mit Ausbruchsversuchen oder Felix Müller als Hausfreund. Kay Bretschneider beweist in einer Einlage, das Hugo Hirsch auch Couplets schreiben konnte. Britta Hadeler bewährt sich als Zofe. Am Klavier begleiet Sven Fanick flüssig und souverän. Das Publikum applaudierte herzlich. "Die tolle Lola" ist noch an den folgenden Sonnabenden zu sehen. Einzelheiten zum Programm der Sommeroperette sind auch im Internet zu finden.

Das Stück ist auch an den kommenden Wochenende im Volkstheater Geisler zu sehen. Fotos: Veranstalter

Das Stück ist auch an den kommenden Wochenende im Volkstheater Geisler zu sehen. Fotos: Veranstalter


Text-Nummer: 131714   Autor: TD   vom 21.07.2019 09.09

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