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HL-live.de - Nachrichten aus Lübeck

Montag,
der 26. August 2019






Lübeck - Innenstadt:

Jugend aus aller Welt musizierte beim SHMF in der MuK

Mit einem russischen Programm gastierte das Orchester des Schleswig-Holstein Musik Festivals (SHMF) am Sonntag in der MuK. Dmitri Schostakowitsch und Peter Tschaikowsky hießen die Komponisten. Bei dem von der EBU, der Europäischen Rundfunkunion, in mehrere Länder übertragenen Konzert unter Leitung von Manfred Honeck wurden der junge Solist Kian Soltani und die ebenso jungen Mitglieder des Festivalorchesters mit viel Applaus bedacht.

Im Festivalorchester spielen seit 1987 im Juli und August die besten in aller Welt ausgewählten Musikerinnen und Musiker bis zum Alter von 26 Jahren. Dieses Mal stand der vor allem in den USA arbeitende Manfred Honeck am Pult. Kian Soltani, der Solist im Cellokonzert Nr. 1 op. Julivon Schostakowitsch war nicht zum ersten Mal in Lübeck. Vor zwei Jahren erhielt er an gleicher Stelle den Leonard Bernstein-Award der Sparkassen-Finanzgruppe, den Preis für herausragenden Musikernachwuchs.

Im Schostakowitsch-Konzert, das 1959 vom großen Rostropowitsch uraufgeführt wurde, hinterließ Kian Soltani einen ausgezeichneten Eindruck. Energisch absolvierte er den schnellen Kopfsatz mit dem schmetternden Blech. Im zweiten, im langsamen Satz, ließ Soltani das Cello auch singen. Die Orchesterbegleitung war behutsam. Geradezu zart klang die Zwiesprache mit der Celesta. Nahtlos ging Kian Soltani in seine fünf Minuten lange Kadenz über, die vom Flüstern bis zu virtuosen Ausbrüchen alles enthielt. Gleich angehängt erklang der furiose Schlusssatz.

Natürlich hatte Kian Soltani, Österreicher iranischer Eltern, an eine Zugabe gedacht. Er hielt eine kleine Ansprache, erinnerte an die Schwierigkeiten bis hin zu Todesdrohungen, denen Schostakowitsch unter Stalin ausgesetzt war. Sein Brot hätte er oft mit Filmmusiken verdient, und aus einer solchen habe er die Zugabe gewählt, aus "Gadfly" (Hornisse). Soltani spielte die verträumte Weise nicht allein. Er hatte sie für sich und die Cellogruppe des Orchesters arrangiert, ruhig und einschmeichelnd.

Nach der Pause stand die sechste, die letzte Sinfonie op. 74 Peter Tschaikowskys auf dem Programm. Dem Beinamen "Pathétique" hatte der Komponist noch selber zugestimmt. Sie gilt als sein Abschied nicht nur von der Musikszene, sondern von der Welt. Die Uraufführung leitete er im Oktober 1893 in St. Petersburg. Wenige Tage später starb er an Cholera.

Natürlich hatte Manfred Honeck das anspruchsvolle, bei aller Tragik sehr populäre Werk gründlich einstudiert. Offenbar hatte er Bedenken vor einer Nivellierung der Gedanken. Selten hat man die Sätze mit derart vielen Wechseln in der Dynamik, das heißt in der Lautstärke gehört. Die Sätze zeichneten sich immer wieder durch ganz leise Stellen einzelner Stimmen oder von Instrumentengruppen aus, um bald darauf in ein nahezu brutales Fortissimo auszubrechen.

Manchmal überfiel das Orchester die Zuhörer geradezu. Das reißt jedes Publikum mit. Besonders am Ende des dritten Satzes war das zu erleben. Viele Zuhörer hielten den aufregenden Schluss offenbar für das Ende des Werkes und brachen in Beifall aus. Es folgt aber noch der letzte, der langsame Satz, den das bravourös spielende Orchester bis zum letzten Verhauchen auskostete. Der Dirigierstil von Manfred Honeck ist durch zehn Jahre in den USA, vor allem als Chef des Pittsburgh Symphony Orchestra, beeinflusst. Er formt seine Ideen sehr deutlich mit dem ganzen Körper. Jedenfalls war immer klar, was Manfred Honeck wollte.

Ungewöhnlich endete auch die zweite Konzerthälfte, und zwar mit einer Draufgabe, wie der gebürtige Österreicher formulierte. "Was kann man nach Tschaikowskys Sechster noch spielen?" fragte Honeck ins Publikum und schlug die Orchesterfassung eines Schubert-Liedes vor, aus der Litanei zu Allerseelen mit der Titelzeile "Ruh'n in Frieden alle Seelen...". Der Applaus war den vielen Mitwirkenden auch jetzt sicher.

Manfred Honeck leitete das Konzert in der MuK, Foto: SHMF/Felix Broede.

Manfred Honeck leitete das Konzert in der MuK, Foto: SHMF/Felix Broede.


Text-Nummer: 132015   Autor: TD   vom 05.08.2019 09.12

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