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HL-live.de - Nachrichten aus Lübeck

Sonnabend,
der 21. September 2019






Lübeck:

Maria de Buenos Aires – Hure und Heilige

Nicht mit einer bekannten Oper oder einem großen Schauspiel eröffnete das Theater Lübeck die Saison 2019/20, sondern mit der Tango-Operita, dem Tango-Operchen "Maria de Buenos Aires". Astor Piazzolla komponierte es vor 50 Jahren. Gesungen und gesprochen wird Spanisch. Wichtige Passagen sind durch Übertitel ins Deutsche übertragen. Dem Publikum bereitete die Begegnung mit dem Tango am Sonntag im Großen Haus viel Freude.



Astor Piazzolla, der Erneuerer des argentinischen Tangos, und sein Texter, der aus Uruguay stammende Lyriker Horacio Ferrer liefern keine durchgehende Handlung, erzählen die Geschichte der Tangosängerin Maria nicht chronologisch von der Geburt bis zum Tod. Sie liefern bunt gemischte Szenenfolgen; bunt wie das Leben in den Straßen von Buenos Aires. Beim ersten Tango aus dem Orchestergraben mag man an den Vorspruch zu Bert Brechts "Dreigroschenoper" denken: "Die Huren huren, die Bettler betteln, die Diebe stehlen." Und der Wind weht Plastikmüll aus der Kulisse.

Maria schafft es in vornehmere Viertel der Stadt, liebt und lebt sich aus, stirbt und wird von Neuem auf die Straße geworfen. Real oder als Geist? Mal trägt sie ihr flammend rotes Kleid, mal das Weiß der Unschuld, schließlich den Heiligenschein. Ein Sprecher führt als Schattenmann, als Kommentator durch die Szenen. Ein Tanzpaar zeigt, wie im vornehmen Argentinien der Tango hingelegt wird (Katherine Gorsuch, Andrés Sautel).

Verbunden werden die 16 Nummern durch die symbolträchtigen Bühnenbilder von Vibeke Andersen. Da wird ein scheinbar formloser Steinklotz zum rot aufleuchtenden Gebäude, wandelt sich ein Großzelt zur Kirche. Im Mittelpunkt steht schließlich ein rotes Herz, dem menschlichen Organ nachgebildet, das später Stangen durchbohren werden. Ein schräg gestellter Steg zieht sich wie der Saturnring um die Herzmitte: Bilder, die die Fantasie anregen, und die braucht der Zuschauer, um die Szenen zu deuten, denn nicht alles wird übersetzt.

Die Vielfalt der unterschiedlichen Musikstile, die Gesänge, die Tänze, die von vielen Statisten gespielten Nebenhandlungen, die Sprechchöre fügen sich in der einfallsreichen Regie von Rainer Vierlinger zu einem starken, dichten Gesamtkunstwerk, das seine Wirkung nicht verfehlt. Zwei typisch lateinamerikanische Instrumente sind auch von der Bühne zu hören, die Gitarre (Volker Linde) und vor allem das Bandoneon (Christian Gerber), das zwar in Deutschland erfunden, aber in den Kneipen Argentiniens gespielt wurde.

Bei der Premiere wurden die Mitwirkenden und das Regieteam lange gefeiert. Allen voran stand die Sängerin Lorena Paz Nieto in der Titelrolle. Ebenbürtig waren Carlos Moreno Pelizari als Sänger, Daniel Bonilla-Torres als souverän geisternder Schatten. Sie holten den musikalischen Leiter Takahiro Nagasaki auf die Bühne. Das Stück wird ohne Pause gespielt, dauert 90 Minuten. Die nächsten Vorstellungen sind am 27. August und am 14. September, Beginn jeweils 19.30 Uhr.

Vom Publikum gab es viel Applaus für den Spielzeitauftakt am Theater Lübeck. Foto: Jochen Quast

Vom Publikum gab es viel Applaus für den Spielzeitauftakt am Theater Lübeck. Foto: Jochen Quast


Text-Nummer: 132472   Autor: TD   vom 26.08.2019 10.16

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