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HL-live.de - Nachrichten aus Lübeck

Sonnabend,
der 18. Januar 2019






Lübeck:

Märchenoper Rusalka: Ein halber Mensch, ein ganzes Unglück

Seine Sinfonien, seine Kammermusik, seine geistlichen Chorwerke sind hoch geschätzt. Als Opernkomponist ist Antonin Dvorak bei uns nahezu unbekannt. Nur seine Märchenoper "Rusalka" erblickt hierzulande gelegentlich Bühnenlicht, wie jetzt am Lübecker Theater. Am Freitag war Premiere; in einer ungewöhnlichen Deutung von Otto Katzameier. Dem Publikum gefiel das "neue Stück" ausnehmend gut.



Für die Einstudierung zeichnet also ein noch sehr aktiver Opernsänger verantwortlich. Otto Katzameier wollte weg von den üblichen Bildern mit Seerosenteich für die Wasserjungfrauen und Vollmond, königlichem Schloss im mittleren der drei Akte und gruseligen Waldlandschaften als Schlussbild.

Katzameier wollte zeigen, dass die Musik aussagekräftig genug ist, und man auf die üblichen Kulissen verzichten kann. Deshalb fungiert er auch als sein eigener Bühnen- und Kostümbildner. Bei ihm bewegen sich Hebebühnen zu unterschiedlichen Ebenen. Helle Wände oder Stoffbahnen begrenzen das jeweilige Spielfeld.

In dieses Konzept passen die Farben tschechischer Aufführungen nicht. In der Heimat des Komponisten, in der "Rusalka" Volksgut ist, steckt die Hexe Jezibaba oft in dunklem Violett, die "fremde Fürstin" in grellem Rot. Die Titelfigur taucht nicht in wasserfarbenen Gewändern auf, sondern strahlend weiß. Farben dienen hier als Bühnenlicht zur Erläuterung innerer Seelenzustände.

Der Inhalt des "lyrischen Märchens" ähnelt Hans-Christian Andersens "Kleiner Meerjungfrau" oder der Volksdichtung "Undine". Rusalka, ein unter Wasser lebendes Meermädchen, will Mensch werden, weil sie sich in den Prinzen verliebt hat, der zum Baden in ihrem See kommt. Väterchen Wassermann kann ihr nicht helfen, die Hexe Jezibaba muss her. Die geht auf den Wunsch Rusalkas ein. Das Mädchen verliert dafür die Sprache.

Der Prinz will sie heiraten, aber die Stummheit stört. Dann taucht die "fremde Fürstin" auf und zerstört die ungewöhnliche Liebe. Als "halber Mensch" bleibt Rusalka unglücklich zurück. Wenn sie den Prinzen tötet, verspricht die Hexe, dürfe sie wieder zurück in den See. Das aber kann das liebende Mädchen nicht. So stirbt der Prinz am letzten Kuss.

Katzameiers Ideen überzeugen. Bei ihm wird, zum Beispiel, die fürstliche Polonaise zur Kampfuntermalung. Vor allem stimmt die Musik. GMD Stefan Vladar dirigiert einen glutvollen, aber auch mit vielen einzelnen Orchesterfarben ausgestatteten Dvorak. Und die Sänger überzeugen ohne Ausnahme. Maria Fernanda Castillo ist eine herausragende Rusalka. Ihr Sopran hat bis zum Schluss Substanz und Brillanz.

Marlene Lichtenberg ist eine Fürstin von eisiger Kälte, stimmlich ebenso präsent wie Romina Boscolo als Jezibaba. Sie treten gelegentlich im Zwillings-Look in langen Silberkleidern auf. Tobias Hächler gibt den Prinzen mit schön fließendem Tenor. Runi Brattaberg ist ein Wassermann von Format, sicher in der Tiefe. Als Heger sitzt Steffen Kubach der Schalk, dem Küchenjungen (Milena Juhl) die Angst im Nacken.

Milena Juhl ist auch eine der drei Elfen; Claire Austin und Angela Shin ergänzen das Trio. Der Chor agiert meist unsichtbar im Hintergrund, ist von Jan-Michael Krüger gut vorbereitet. Gesungen wird in tschechischer Sprache. Die deutschen Übertitel reichen zum Verstehen. Bei der Premiere gab es großen Schlussapplaus, natürlich auch für die glänzend aufspielenden Philharmoniker. Zwei Vorstellungen sind noch für dieses Jahr geplant, am 30. November und 20. Dezember.

Die Inszenierung bekam vom Publikum bei der Premiere viel Beifall. Fotos: Olaf Malzahn

Die Inszenierung bekam vom Publikum bei der Premiere viel Beifall. Fotos: Olaf Malzahn


Text-Nummer: 134434   Autor: TD   vom 16.11.2019 09.04

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