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HL-live.de - Nachrichten aus Lübeck

Donnerstag,
der 4. Juni 2020






Lübeck:

Taufe: Ein Versprechen für die Ewigkeit

Archiv - 25.01.2020, 10.40 Uhr: Pastorin i.R. Ellen Naß geht in ihren Gedanken zum Wochenende der christlichen Taufe nach. Eine der Fragen: Ist die Taufe eines Säuglings, das noch nicht selbst entscheiden kann, sinnvoll?

Am nächsten Wochenende darf ich für einen erkrankten Kollegen einspringen und Gottesdienst für ihn halten – und in diesem Gottesdienst ein kleines Mädchen taufen. Als Rentnerin darf man selten ein Kind taufen – meisten wünschen sich die Eltern den/ die bekannten GemeindepastorIn, so freue ich mich doppelt über diese Vertretung.

Dabei ist die Taufe nicht unumstritten, gerade die Taufe von Säuglingen nicht. Viele Eltern lassen ihre Kinder heute nicht mehr taufen, „das Kind soll sich selbst entscheiden können“, so sagen sie. Das geschieht dann meistens bei der Konfirmation, und ich habe es immer wieder erlebt, dass die betroffenen Jugendlichen sich gewünscht haben, sie wären schon als Kinder getauft worden, weil es ihnen mit 14 oder 15 einfach entsetzlich peinlich ist.

Es gibt auch Kirchen, die die Säuglingstaufe ablehnen, sie erkennen sie teilweise sogar nicht an. Wer dort Mitglied werden will und als Säugling getauft wurde, muss sich noch einmal taufen lassen, damit bewiesen ist, dass es wirklich die eigene Entscheidung war. Andererseits ist es für die katholische Kirche und auch für unsere lutherische Kirche ein Akt des Unglaubens, sich ein zweites Mal taufen zu lassen.

In der Bibel ist es nicht eindeutig, ob Kinder getauft wurden oder nicht. Es ist nirgendwo ausdrücklich erlaubt, gefordert oder verboten, es wird einfach nichts zu dem Thema gesagt. Als nach Jesu Tod und Auferstehung die ersten Menschen Christen wurden und sich taufen ließen, waren es natürlich Erwachsene, darauf berufen sich heute die Gemeinden, die die Säuglingstaufe ablehnen.

Andererseits haben – vor allem die Männer – damals nicht nur für sich selbst entschieden, dass sie sich taufen lassen wollten. Männer waren Haushaltsvorstände, Patriarchen, und wenn sie Christen wurden, dann wurde alle Menschen in ihrem Haushalt getauft, sie selbst, die Ehefrau, die Sklaven und Sklavinnen und auch die Kinder. „Er ließ sich taufen mit seinem ganzen Hause“, heißt es einmal in der Apostelgeschichte. Auch von alleinstehenden Frauen wird das berichtet. Ob die dort Getauften alle nach heutigem Maßstab bekennende Christen waren, wage ich sehr zu bezweifeln.

Mich hat das Wissen darum, dass ich ohne eigene Entscheidung getauft wurde, immer getröstet und mir Halt gegeben. Es ist Gottes Geschenk an mich, völlig unabhängig davon, was ich getan oder gelassen habe. Ich kann es auch nicht rückgängig machen und nicht hinterfragen. Ich muss mich nicht fragen, ob die Taufe vielleicht ungültig ist, weil ich nicht richtig geglaubt habe, ob der Pastor/ die Pastorin, die mich getauft hat, richtig geglaubt hat oder nicht, ob ich deshalb zur Sicherheit vielleicht noch einmal getauft werden sollte.

Gott sagt in der Taufe „ja“ zu mir, das gibt mir Sicherheit im Leben. Selbst wenn jemand nichts mehr von Gott wissen will, wenn jemand aus der Kirche austritt, dieses „ja“ bleibt als Angebot bestehen. Man muss nicht noch einmal getauft werden, wenn man wieder eintritt. Das klingt vielleicht sehr akademisch, aber ich habe als Teenager in den USA mehrfach getaufte Menschen kennengelernt – sie waren sich nie sicher, ob sie richtig, gut genug oder durchgehend genug an Gott geglaubt haben.

Natürlich kommt es auch darauf an, was ich aus dieser Zusage Gottes mache. Jemand kann mich noch so sehr lieben, wenn ich das ignoriere, nicht davon wissen will, dann ist es gleichgültig, ob ich geliebt werde oder nicht. Wenn ich so lebe, als wäre ich nicht getauft, dann kann mir meine Taufe auch nicht Sicherheit und Trost geben.

Aber wir können immer wissen: bevor wir selbst irgendetwas entscheiden konnten, hat Gott selbst schon „ja“ zu uns gesagt. Er hat beschlossen, dass wir unendlich wertvoll sind, sein Kind, dass er uns durch unser Leben begleiten will mit seiner Hilfe und seiner Liebe.

Deshalb freue ich mich, dass ich nächste Woche einem Kind dieses Versprechen Gottes mitgeben darf , ein Versprechen für alle Ewigkeit. Und ich hoffe und bete, dass es – und alle Getauften - in diesem Wissen aufwachsen wird, daraus immer wieder Kraft und Liebe schöpfen wird.

Ellen Naß freut sich auf die Taufe eines Kindes.

Ellen Naß freut sich auf die Taufe eines Kindes.


Text-Nummer: 135829   Autor: red.   vom 25.01.2020 10.40

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