Please enable JavaScript!
Bitte aktiviere JavaScript!
S'il vous plaît activer JavaScript!
Por favor,activa el JavaScript!
antiblock.org

Diese Seite verwendet Cookies für die Funktionalität und für anonymisierte Statistiken.
Stimmen Sie auch der Verwendung von Cookies durch Drittanbieter auf dieser Website für die Schaltung von personalsierter Werbung zu? Weitere Informationen
Sie können Ihre Zustimmung jederzeit auf der Seite Impressum / Datenschutz widerrufen.
Dort finden Sie auch weitere Informationen zu Cookies.
HL-live.de - Nachrichten aus Lübeck

Donnerstag,
der 16. Juli 2020






Lübeck - Innenstadt:

HL historisch: Vor 550 Jahren bestellte der Bischof sein Kreuz

Archiv - 12.06.2020, 15.40 Uhr: Wer den Lübecker Dom betritt, erblickt sofort das etwa 17 Meter hohe Triumphkreuz von Bernt Notke: Ein besonderes Kunstwerk, das in seiner Geschichte mehrere "Schicksalsschläge" hinnehmen musste. Vor 550 Jahren, anno 1470, gab Bischof Albert II. die Arbeit in Auftrag und setzte sich damit sein eigenes Denkmal.

Lange Zeit war umstritten, ob das Triumphkreuz im Dom ein Werk des international tätigen Bildschnitzers und Malers Bernt Notke sei. Die Echtheitsfrage wurde als Folge der Schäden im zweiten Weltkrieg geklärt. Das mächtige Kunstwerk war Palmarum 1942 nach dem verheerenden Bombenangriff auf die Stadt aus dem brennenden Dom gerettet worden.

Es hatte vom Gewölbe her bereits Feuer gefangen. Es scheint ein Wunder, dass sich beherzte Helfer zur Rettung fanden; angesichts der Not in der brennenden Stadt. Das Kreuz wurde liegend im St. Annen-Museum aufbewahrt. Mehr als drei Jahrzehnte später, nachdem der Dom wieder erstanden war, ging der Kirchenkreis an die Restaurierung des Triumphkreuzes.

Bei den Restaurierungsarbeiten entdeckten die Fachleute in der innen hohlen Figur des Johannes eine Werkstattliste Bernt Notkes. Der Auftraggeber, Bischof Albert Krummediek, stammt aus holsteinischem Adel. Er kniet in rotem Mantel unter dem Kreuz. Warum setzte er sich selbst ein Denkmal? Spötter sagten, weil die Nachwelt das nicht getan hätte. Er hinterließ hohe Schulden. Fairerweise muss man darauf hinweisen, dass er gleichzeitig Kanzler des Dänenkönigs Christian I. war und oft mit großen Geldbeträgen in Vorlage gehen musste, die er König nicht immer erstattete.

Ihm gegenüber kniet eine orientalisch gekleidete Frau, Maria Magdalena oder die "große Sünderin". Der Bischof mochte sich gesagt haben: Wenn sie es gewagt hat, zum Kreuz Jesu zu fliehen, darf ich das auch. Direkt unter seiner Figur wurde der Bischof 1489 bestattet. Das Kreuz mit mehr als 70 Figuren war zunächst farbig gefasst, bunt bemalt. In späteren Zeiten plädierten die Verantwortlichen für mehr Schlichtheit. Das Kreuz wurde 1775 steingrau übermalt. Gut 100 Jahre später war das den Lübeckern auch nicht recht. Ein biederer Malermeister wurde beauftragt, es wieder farbig zu gestalten.

Die bunte Pracht ging 1942 weitgehend verloren, weil die Farbe durch das Feuer abblätterte. Die Restauratoren entschieden in den 1970er Jahren, nur originale Farbreste zu belassen. Das war nicht leicht zu entscheiden. Notke schnitzte seine Figuren offenbar ziemlich roh. Er überzog sie dann mit einer dicken Schicht aus Kreideschlamm und modellierte die Einzelheiten heraus, die danach Farbe bekamen.

Die Restaurierung wurde seinerzeit von einem international besetzten Gutachterrat begleitet und kostete viel Geld, das allerdings zum großen Teil durch Spenden aufgebracht wurde. Ein Rundfunkreporter bemerkte bei der Wieder-Einweihung, der Betrag sei nicht höher als der Bau von 100 Metern Autobahn; das sollte der Kulturnation Deutschland die Erhaltung eines der bedeutendsten sakralen Kunstwerke wert sein.

Die Figuren unter dem Kreuz – Maria, Maria Magdalena, Bischof Krummediek und der Jünger Johannes – haben fast doppelte Menschengröße. Am Kreuzesstamm, der als Lebensbaum wieder ausgeschlagen hat, sind überall Figuren von Propheten, Heiligen, biblischen Personen versteckt. Adam und Eva als erstes Menschenpaar stehen verschämt an den Seiten.

Lange Zeit war umstritten, wessen Werk das Triumphkreuz im Dom sei.  Foto: JW

Lange Zeit war umstritten, wessen Werk das Triumphkreuz im Dom sei. Foto: JW


Text-Nummer: 138599   Autor: TD   vom 12.06.2020 15.40

Text teilen: auf facebook +++ auf Twitter +++ über Kontaktformular

Text ausdrucken. +++  +++ Text ohne Bilder ausdrucken.


HL-live.de Flohmarkt

Nachrichten:
Polizei & Feuerwehr
Stadtgeschehen
Politik
Kultur & Theater
Wirtschaft
Sport
Veranstaltungskalender

Service:
Flohmarkt
Wetter
Notdienste
Stadtplan
Archiv
RSS und App
Newsletter

Werbung

Kontakt:
Meldung schicken
Veranstaltungs-Tipp
Impressum
Nutzungsbedingungen
Datenschutz








Zur Ansicht für Mobiltelefone wechseln.