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HL-live.de - Nachrichten aus Lübeck

Mittwoch,
der 5. August 2020






Lübeck:

HL historisch: Eigenes Lübecker Orchester seit 125 Jahren

Lübeck rühmt sich, Kulturhauptstadt des Nordens zu sein. Oder zumindest Hauptstadt der Kultur in Schleswig-Holstein. Genau 125 Jahre ist es her, dass die Idee zu selbständigen „weltlichen“ Konzerten konkrete Form annahm. Anno 1895 nämlich wurde in Lübeck die „Deutsch-Nordische Handels- und Industrieausstellung“ veranstaltet. Und hierfür stellten die Verantwortlichen ein eigenes Orchester zusammen.

Die „Deutsch-Nordische Handels- und Industrieausstellung“ wurde außerhalb der Altstadt aufgebaut, und zwar auf dem „Hof Marli“ des Architekten Ferdinand Wallbrecht. Daher die Wallbrechtstraße. Es war eine Messe mit Sonderabteilungen, die von fast 1.800 Ausstellern beschickt wurde. Darunter befanden sich auch zahlreiche ausländische Firmen. Um sie und Besucher aus dem In- und Ausland abends zu unterhalten, wurde zu Konzerten eingeladen. Der Erfolg war so groß – auch bei den Lübeckern – dass zwei beherzte Kaufleute und der dänische Konsul die Idee verfolgten, einen Verein zu gründen. Vereinsziel sollte es sein, ein etwa 45 Musiker umfassendes Orchester anzustellen, das von Herbst bis in den Frühsommer Konzerte organisierte, Sinfoniekonzerte und volkstümliche Abende. Hierfür wurde in den ersten Tagen des Jahres 1896 der VdM gegründet, der Verein der Musikfreunde.

Natürlich kümmerte sich der Verein auch um die Dirigenten. Ohne Chef ist ein Orchester schlecht denkbar. Der Verein gab in den ersten Jahrzehnten jungen Talenten die Chance, ihr Können zu entwickeln und zu beweisen. Der erste Dirigent war Ugo Afferni, 26 Jahre alt, ein Musiker mit italienischen Vorfahren. Er blieb bis 1905. Um seine Nachfolge bewarben sich 100 Dirigenten.

Ausgesprochene Glücksfälle wurden die Dirigenten Nummer zwei und drei. Nummer zwei wurde 1905 Hermann Abendroth, ein „blonder Hüne“, der bald viele Verehrerinnen im Lübecker Publikum hatte. Er kam mit 22 Jahren und verließ Lübeck 1911. In Essen war er zum Musikdirektor gewählt worden, mit wesentlich besseren Bedingungen als der VdM sie ihm bieten konnte. Nachfolger wurde Wilhelm Furtwängler, der später zur Weltspitze seines Faches zählte. Für die Lübecker Musikszene waren das goldene Jahre. Furtwängler leitete nicht nur das Orchester, sondern auch einen großen Chor mit mehreren hundert Mitgliedern. Als Furtwängler 1915 ging, löste das bei vielen Trauer aus. Er war jedoch ohne Probedirigat ans Nationaltheater Mannheim engagiert worden. Eine Lübeckerin schrieb: „Nun bleibt uns nur die Erinnerung an leuchtende Tage. Nicht weinen, dass sie vorüber, nein, jauchzen, dass sie gewesen sind!“

Erst Jahrzehnte nach der Gründung des Vereins der Musikfreunde übernahm die Stadt die Verantwortung für das Konzertleben. Der VdM veranstaltete weiterhin Konzerte. Nach 1945 waren es jahrzehntelang großartige Kammerkonzerte im Kolosseum. Inzwischen hat sich, nicht zuletzt durch die Musikhochschule und die MuK das Konzertleben in der Stadt neu orientiert.

Musik hatte es natürlich lange vor den Aktivitäten des Musikvereins gegeben. Zum Beispiel die „Lübecker Abendmusiken“ in der Marienkirche. Sie sind inzwischen 375 Jahre alt und bestehen bis heute. Musik gab es sogar schon im Mittelalter durch die sogenannten Ratspfeifer und Trommler. Dass die Stadt sich jedoch als kulturellen Schwerpunkt im Norden verstehen kann, ist auch den Aktivitäten von Bürgern zu danken, die sich vor 125 Jahren mit Begeisterung für die Sache einsetzten.

Wilhelm Furtwängler verabschiedete sich 1915 übrigens mit einem Programm, das auch heute jeden Saal füllen würde. Er dirigierte die c-Moll-Sinfonie von Johannes Brahms und die Achte Ludwig van Beethovens.

Jahrzentelang lud der VdM zu Konzerten ins Kolosseum.

Jahrzentelang lud der VdM zu Konzerten ins Kolosseum.


Text-Nummer: 139165   Autor: TD   vom 05.07.2020 10.56

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