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HL-live.de - Nachrichten aus Lübeck

Dienstag,
der 11. August 2020






Lübeck:

Linke: Mittel für Drogenhilfe aufstocken

Deutschlandweit gab es im letzten Jahr 1.398 Drogentote. Schleswig-Holstein verzeichnete im gleichen Zeitraum 52 Drogentote und damit die höchste Anzahl seit 2010. An diese verstorbenen Drogengebrauchenden soll der Gedenktag am 21. Juli erinnern. Darauf weist die Linke Lübeck hin.

Die Linke Lübeck ist überzeugt: "Das sind viel zu viele Menschen, die infolge ihrer Drogensucht sterben mussten." Aufgrund dieser bedenklich steigenden Zahlen fordert Die Linke ein konsequentes Umdenken in der Lübecker Drogenpolitik: "Denn durch mehr Präventionsangebote und eine realistische, moderne Drogenpolitik hätte mancher Drogentod verhindert werden können und müssen!"

"Leben retten - das muss die oberste Prämisse unserer Politik sein, auch und gerade in der Drogenpolitik!" erklärt Katjana Zunft, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Linken Lübeck. "Ein Drogenkonsumraum in Lübeck hätte Leben retten können, davon sind wir überzeugt. Leider wurde dieser von der Bürgerschaft im Juni abgelehnt. In acht anderen Bundesländern gibt es bereits solche Räume, in denen kontrolliert Drogen konsumiert werden können, Substanzen auf Gifte getestet, Beratungs- und Hilfsangebote gegeben werden und vor allem in Notfällen reagiert wird. Der Anstieg der Drogentoten ist absolut alarmierend und erfordert rasches politisches Handeln. Wir müssen weg von einer Vertreibung und Stigmatisierung und hin zu einer echten Hilfe und Unterstützung."

"Inwieweit sich Corona auf die diesjährigen Zahlen auswirken wird, ist noch ungewiss", so Die Linke. "Allerdings hat die Pandemie die ärmeren und schwächeren Menschen in unserer Gesellschaft besonders hart getroffen. Versorgungslücken traten hervor wie nie zuvor." Die Linke Lübeck habe mit der Suppenküche in den vergangen Monaten auch viele drogengebrauchende Menschen versorgt, denn auch Drogengebrauchende standen an vielen Hilfestellen vor verschlossenen Türen.

"Niedrigschwellige Angebote der Überlebenshilfe waren gezwungen, auf Notbetrieb umzustellen. Medizinische Grundversorgung, Zugang zu Substitutionsbehandlung, Notübernachtung für Wohnsitzlose – es gab kaum einen Bereich, in dem es keine massiven Einschränkungen zu verzeichnen gab. Akut Konsumierende sahen sich zudem mit Versorgungsengpässen bei der Beschaffung ihrer Drogen und der dafür nötigen Gelder konfrontiert. Dies ließ Hilfe und Unterstützung durch Einrichtungen noch wichtiger werden." erklärt Andreas Müller, Vorsitzender der Lübecker Linken und sozialpolitischer Sprecher der Fraktion.

Die Linke sieht sich in ihrer Forderung nach einem Drogenkonsumraum bestätigt und wird "die hervorragende Arbeit der Drogenberatungsstellen weiterhin unterstützen und mehr Personal sowie eine Aufstockung der Finanzmittel beantragen. Denn jeder einzelne Drogentod ist einer zu viel!"

Andreas Müller und Katjana Zunft setzen sich für eine Aufstockung der Gelder für die Drogenhilfe ein.

Andreas Müller und Katjana Zunft setzen sich für eine Aufstockung der Gelder für die Drogenhilfe ein.


Text-Nummer: 139444   Autor: Linke/red.   vom 21.07.2020 20.10

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