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NDR bescherte eine komplette „Lübecker Abendmusik“

Lübeck: Eine Überraschung für Hörer der Sendung „Glocken und Chormusik“, die auf NDR Kultur an jedem Samstagabend festlich den Sonntag einläutet: Gestern wurde dabei eine vollständige „Lübecker Abendmusik“ aufgeführt, wie sie seit rund 375 Jahren in St. Marien erklingt. Marienorganist Johannes Unger wurde als Solist einbezogen.

Dabei gab es nicht nur Musik zu hören. Immer wieder wurde Lübecker Kirchengeschichte erzählt. Zum Beispiel, dass die besonders von Dietrich Buxtehude gepflegten Abendmusiken die erste kirchenmusikalische Veranstaltung außerhalb des Gottesdienstes waren; bei freiem Eintritt, damit jedermann Zutritt hatte. Gesponsert wurden die Abendmusiken von der Lübecker Kaufmannschaft. Nach Wirtschaftsgesprächen wollten die Kaufleute auswärtigen Gästen zusätzlich etwas bieten.

Erzählt wurde vom Besuch Johann Sebastian Bachs, der im Oktober 1705 als Zwanzigjähriger die Strecke von Arnstadt in Thüringen nach Lübeck – immerhin mehr als 400 Kilometer – zu Fuß zurückgelegt hatte. Er blieb drei Monate und musizierte mit Buxtehude. Johannes Unger wurde in der Sendung als einer der Nachfolger Buxtehudes vorgestellt.

Im musikalischen Teil erklang Musik aus Lübeck. Eine Motette, eine Toccata und sogar zwei Kantaten von Dietrich Buxtehude waren zu hören. Natürlich war auch der große Johann Sebastian Bach mit einem Werk vertreten, das Johannes Unger auf der kleinen Orgel der Briefkapelle interpretierte, der Toccata in G, Werkverzeichnis 916. Zuvor hatte Unger die Buxtehude-Toccata Werkverzeichnis 155 an der Totentanzorgel gespielt.

Hochkarätige Musiker waren die übrigen Ausführenden. Unter Leitung von Roland Wilson waren die Sänger der Capella Ducale und das Instrumentalensemble Fiata aus Köln zu hören. Auch auf die gerade in Lübeck stattfinden Tage der Dieterich Buxtehude-Gesellschaft wurde hingewiesen. Den Abschluss bildete, wie sollte es anders sein, das große Geläut der Marienkirche, das schwerste in ganz Schleswig-Holstein.

Johannes Unger, hier im Marienwerkhaus, war gestern als Solist im Rundfunk zu hören. Foto: TD.

Johannes Unger, hier im Marienwerkhaus, war gestern als Solist im Rundfunk zu hören. Foto: TD.


Text-Nummer: 140278   Autor: TD   vom 06.09.2020 um 12.47 Uhr

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