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Warnungen erreichten kaum die Bevölkerung

Lübeck: Archiv - 10.09.2020, 12.30 Uhr: Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe hat am Donnerstag wie angekündigt die großflächige Warnung geübt. Mitbekommen hat kaum jemand etwas. 17 Minuten später als angekündigt haben zumindest die Nutzer der Warnapp eine Nachricht bekommen.

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Lübeck setzt auf Lautsprecher-Durchsagen. Die mussten am Donnerstag aber nicht geübt werden.

Der Bund hat Anfang der 1990er Jahre seine großflächige Warnung mit Sirenen eingestellt. Die unmittelbare Kriegsgefahr war vorbei, für regionale Katastrophen sind die Kommunen verantwortlich. Einige übernahmen die Sirenen, andere nicht. Die Lübecker Bürgerschaft entschied sich 1993, die Sirenen nicht zu übernehmen. Sie waren bis dahin auch für die Alarmierung der Freiwilligen Feuerwehren eingesetzt worden. Lübeck setzte auf eine neue und preiswertere Technik mit Meldeempfängern.


Im Katastrophenfall setzt Lübeck auf Lautsprecher-Durchsagen. Die gab es am Warntag in Lübeck aber nicht. "Die müssen wir nicht ausprobieren", sagt Lübecks Feuerwehrchef Bernd Neumann. "Die Durchsagen gibt es bei Hochwasser mehrfach im Jahr."

Die Unterbrechung von Radio- und Fernsehsendungen ist ebenfalls nur eingeschränkt. Sie ist auf wenige Programme beschränkt. Zur Alarmierung bleibt die Warnapp "Nina" des Bundesamtes. Auf wie vielen Handys in Lübeck das Programm installiert ist, ist nicht bekannt. Der für 11 Uhr angekündigte Probealarm kam auf den Lübecker Handys jedenfalls erst um 11.17 Uhr an. "Grund dafür ist eine nicht vorgesehene zeitgleiche Auslösung einer Vielzahl von Warnmeldungen gewesen", teilt das Bundesamt auf seiner Internetseite mit. Geplant war eine Auslösung durch den Bund. Offenbar haben auch viele Länder und Gemeinden Alarmierungen ausgelöst.

Erfreulich sei das große Interesse der Menschen am Warntag gewesen, bilanzierte Schleswig-Holsteins Innenministerin Sabine Sütterlin-Waack. Das Ziel, die Sensibilität für die Notwendigkeit sowohl eines zuverlässigen Warnsystems für alle als auch der persönlichen Notfallvorsorge zu wecken, sei nach ihrer Einschätzung erreicht worden. Nun gelte es, den Warntag auszuwerten und die notwendigen Schlüsse zu ziehen. "Das ist ja der Sinn und Nutzen von Übungen", so Sütterlin-Waack.

Lübecks Feuerwehrchef Bernd Neumann zeigt die Warnapp Nina. Fotos: JW

Lübecks Feuerwehrchef Bernd Neumann zeigt die Warnapp Nina. Fotos: JW


Text-Nummer: 140377   Autor: VG   vom 10.09.2020 um 12.30 Uhr

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