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Linke: Dramatische Zahl an Drogentoten in Lübeck

Lübeck: Archiv - 19.09.2020, 14.58 Uhr: In diesem Jahr sind in Lübeck nach Angaben der Linken bereits zwölf Menschen an einer Überdosis illegaler Drogen gestorben. Die Linken fordern deshalb erneut die Einrichtung eines Drogenkonsumraumes.

"Schon lange macht sich die Linke Lübeck für einen Drogenkonsumraum in Lübeck stark, bislang mit mäßigem Erfolg bei der GroKo, den diesen in der letzten Bürgerschaft mit beschämenden und unwissenden Argumenten abgelehnt hatte. Nun zeigen die aktuellen Zahlen der Drogentoten, wie dringend notwendig so ein Raum für Lübeck ist", so die Linke.

"Aktuell sind in diesem Jahr bis September 12 Menschen an einer Überdosis in Lübeck verstorben, " erklärt Katjana Zunft, Fraktionsvorsitzende der Linken, "das ist ein dramatischer Anstieg, da es in den letzten Jahren zuvor durchschnittlich 8 bis 9 Drogentote in Lübeck gab. 12 Tote, die womöglich noch leben könnten, hätte Lübeck einen Drogenkonsumraum. Wenn die Zahlen noch weiter steigen, würden sich die Zahlen rund verdoppeln! Da dürfen wir nicht tatenlos zusehen."

In einem Drogenkonsumraum können Drogengebrauchende Menschen unter Aufsicht Drogen konsumieren, die sie sonst heimlich, versteckt und alleine konsumieren würden. Dort gebe es Beratungsangebote, medizinische Versorgung im Notfall, Spritzenaustausch und Gesundheitstests, zum Beispiel auf Hepatitis oder HIV. Auch ordnungspolitisch habe dieser Raum Vorteile. Der öffentliche Raum, vorrangig in den Innenstädten, werde von Problemen durch sichtbaren Konsum, konsumspezifische Verunreinigungen (Spritzen, Tablettenblister etc.) und Szeneansammlungen entlastet.

"Warum die Zahlen so angestiegen sind, lässt sich nicht eindeutig sagen, ein Grund wird auch die Auflösung des Treffs am Krähenteich sein. Die Menschen kannten sich und haben eine Art soziale Kontrolle untereinander gelebt. In Notfällen konnte schnell ein Notarzt gerufen werden. Nun sind die Menschen auf Lübeck verstreut, wechseln auf Grund starker Kontrollen häufig ihre Plätze und haben kein soziales Gefüge mehr, das sich untereinander kümmert. Auch der Kontaktladen in der Wahmstraße ist kein nahegelegener Ort mehr für Hilfe und Spritzentausch“, ergänzt Andreas Müller, Vorsitzender der Linken und sozialpolitischer Sprecher der Fraktion.

Die Linke Lübeck kann die ablehnende Haltung der Lübecker GroKo nicht verstehen und bittet diese inständig, "sich endlich fachlich mit diesem Thema zu befassen und somit Leben zu retten."

"Selbst die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Daniela Ludwig (CSU), fordert mehr Drogenkonsumräume für Suchtkranke in den Bundesländern: 'Sie bieten oft lebensrettenden Schutz. Diese Einrichtungen unterstützen Abhängige mit gesundheitlicher und psychosozialer Hilfe.' Für uns ist das ein eindeutiges Signal aus dem Bund. Die Landesregierung in Schleswig-Holstein hat Bereitschaft für eine Unterstützung erklärt, wenn eine Stadt Bedarf anmeldet, diesen Bedarf haben wir nun ganz klar“, erklären Katjana Zunft und Andreas Müller gemeinsam.

Andreas Müller und Katjana Zunft fordern erneut einen Drogenkonsumraum.

Andreas Müller und Katjana Zunft fordern erneut einen Drogenkonsumraum.


Text-Nummer: 140576   Autor: Linke/red.   vom 19.09.2020 um 14.58 Uhr

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