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Der Weg der grünen Hoffnung: Theaterprojekt im Wesloer Forst

Lübeck: Unter dem Titel "Der Weg der grünen Hoffnung" beschäftigt sich aktuell ein ganz besonderer Theaterspaziergang im Wesloer Forst mit dem Thema Flucht und Vertreibung aus Ostpreußen. Geschrieben und inszeniert wurde das Stück von Alice Moustier. Die Premiere fand bereits am 26. September statt. Weitere Aufführungen, in Kleingruppen, sind für den 17. und 18. Oktober ab 15 Uhr geplant.

Alice Moustier, die sich von Berufs wegen mit Prägungen aus transgenerationalen Traumata beschäftigt, hat es sich zum Ziel gesetzt, ihre diesbezüglichen Erfahrungen in ein außergewöhnliches Theaterformat einfließen zu lassen. In ihrer jüngsten Theaterproduktion, die als Rundweg durch den Wesloer Forst konzipiert ist, thematisiert sie das oft marginalisierte Thema der Vertreibung der deutschen Bevölkerung aus Ostpreußen nach dem Zweiten Weltkrieg. Viele Vorfahren und Angehörige Lübecker Familien sind Zeitzeugen dieser dramatischen Flucht und ihre Erfahrungen prägen bis heute indirekt ihre Nachkommen.

"Dennoch sind diese Geschehnisse bisher kaum aufgearbeitet worden, da den Deutschen als Tätervolk diese Opferrolle nicht zugedacht war" so der Veranstalter. Alice Moustier, ausgehend von Gesprächen mit Zeitzeugen, ein Theaterstück im O-Ton niedergeschrieben, das sich mit den zeitlichen Kapiteln vor, während, nach der Flucht sowie den Auswirkungen im Heute befasst. Dabei werden oft zutiefst erschütternde Erfahrungen dokumentiert.

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Die Flüchtenden mussten ihre Heimat zurücklassen, überlebten die Strapazen der Flucht oft nicht und mussten Übergriffe der Soldaten erdulden. Die individuellen Bewältigungsstrategien werden erzählt. Der Zuschauer empfindet die Bewegung der Flucht nach, da er durch den Wald von Szene zu Szene geleitet wird. Die Kulisse des Waldes wird durch einfache Eingriffe mit Stoffwänden von der Innenarchitektin Sook ja Lee – Gebauer als Bühnenbild umgedeutet und durch zeittypische Requisiten glaubhaft ergänzt.

In einige Szenen wird der Zuschauer unmittelbar involviert, die Nähe zu den Darstellern ist ungewöhnlich groß. So hat der Zuschauer oft die Rolle eines Zeugens. Gesang und Lieder aus der Zeit rahmen in einigen Szenen das Stück. Die Kostüme der Künstlerin Anna zur Nieden zitieren zum einen die authentische Kleidung und unterstützen zum anderen das Stück durch die Farbgebung dramaturgisch. Vor der Flucht ist die Kleidung häuslich blau – weiß, während der Flucht grau-schwarz, kurz danach dramatisch rot – braun und im Heute am hellsten mit den Farben gelb-orange.

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Viele der Darsteller stehen zum ersten Mal auf der Bühne, andere haben eine professionelle Vorbildung. Das Publikum hat die authentische Darbietung sehr gelobt. Die Theatergruppe hat sich für dieses Projekt zusammengefunden, um mit Herzblut diese besondere Konzeption in Corona-Zeiten zu realisieren. Auch Bürgermeister Jan Lindenau und der Förderer Herr Dräger zeigten sich bei der Generalprobe vom Theatererlebnis im Wald beeindruckt. Ein Filmteam hat bereits einiges an Material für eine entsprechende Dokumentation gefilmt, die in naher Zukunft in den Lübecker Kinos zu sehen sein soll.

Der Weg der grünen Hoffnung
Theaterspaziergang im Wesloer Forst
Von Alice Moustier
Veranstaltungsort: Försterei, Wesloer Forst Lübeck Haltestelle: Försterei
Anmeldung: am@wahnsinnigintelligent.de
Tickets:15 Euro, ermäßigt 11 Euro
Gefördert von der Dräger – Stiftung
Weitere Informationen: wahnsinnigintelligent.de

Der Zuschauer soll die Bewegung der Flucht nachempfinden, da er durch den Wald von Szene zu Szene geleitet wird. Fotos: Veranstalter

Der Zuschauer soll die Bewegung der Flucht nachempfinden, da er durch den Wald von Szene zu Szene geleitet wird. Fotos: Veranstalter


Text-Nummer: 140963   Autor: Veranstalter   vom 08.10.2020 um 09.42 Uhr

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