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Nordische Filmtage: Kunterbunte Familiengeschichte

Lübeck: Auf besonderes Publikumsinteresse stoßen bei den Nordischen Filmtagen die Spielfilme im Wettbewerb, das heißt die Produktionen, die ins Rennen um die Preise geschickt werden. 16 Streifen sind es in diesem Jahr. Auch der Eröffnungsfilm „Unser Mann in Amerika“ (wir berichteten) ist dabei.

Die Mischung der Spielfilme ist bunt. Da gibt es politisch aktuelle Themen, zum Beispiel über einen islamistischen Anschlag in Kopenhagen („Pulverfass“). Da ist die Liebesgeschichte einer Malerin zu finden („Helene“), die Literaturverfilmung mit dem Schicksal eines Jungen („Die Grube“), Familiendramen, ein Episodenfilm und vieles mehr. Die Qual der Wahl bleibt auch am Bildschirm.

Unsere Wahl fiel auf einen Streifen, der das Schicksal eines jungen Fußballtalents zum Inhalt hat. Er wird als Profi zerrieben. Pech. Er gehört zu den wenigen Filmen, die man nicht online sehen kann. Also würfeln. Die Wahl fiel dann auf eine turbulente, quirlige Familiengeschichte mit dem Titel „Eine total normale Familie“, ein Beitrag aus Dänemark.

Man ahnt schon beim Titel, dass es in dieser Familie bestimmt nicht total normal, sondern äußerst ungewöhnlich zugeht. Und so ist es auch. Im Mittelpunkt steht ein Ehepaar mit zwei Töchtern. Caroline ist 14, Emma elf Jahre alt. Die Konflikte beginnen, als die Mutter erklärt, man wolle sich scheiden lassen. Der Grund: Vater fühlt sich als Frau und will mit allen Konsequenzen künftig als Frau leben.

Die Mädchen, insbesondere die sensible Elfjährige, können sich an diesen Gedanken beziehungsweise an den Vater in Frauenkleidern nur sehr schwer gewöhnen. Und dass Hänseleien in der Fußballmannschaft von Emma nicht ausbleiben, kann man sich denken, eventuelle Folgen auch.

Regisseurin Malou Reymann, Jahrgang 1988, erzählt angeblich Teile ihrer eigenen Familiengeschichte. Sie arbeitet mit bewährten filmischen Mitteln, etwa mit Rückblenden in die Zeit, da die Vier noch eine glückliche Familie waren, als Agnete noch Thomas hieß. Der Film spielt bunt auf. Groß gefeiert wird die Konfirmation von Caroline.

Der Großvater muss sich in seiner Rede zur Konfirmation immer wieder korrigieren, weil Agnete für ihn natürlich immer noch Thomas ist. Von mehreren Personen, nicht nur von den Kindern, wird ein großer Lernprozess verlangt. Ob das friedliche Ende wirklich ein Happy End ist – darüber darf diskutiert werden. Der Film läuft wahlweise mit englischen und deutschen Untertiteln.

Der dänische Film ist online bei den Nordischen Filmtagen zu sehen. Foto: Salzgeber

Der dänische Film ist online bei den Nordischen Filmtagen zu sehen. Foto: Salzgeber


Text-Nummer: 141545   Autor: TD   vom 05.11.2020 um 15.23 Uhr

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