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40 Jahre Transplantation von Nieren am UKSH Lübeck

Lübeck: Seit genau 40 Jahren werden im Interdisziplinären Transplantationszentrum des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH), Campus Lübeck, Nierentransplantationen durchgeführt. Bis heute erhielten 2.258 Patientinnen und Patienten hier eine neue Niere, davon 383 als Lebendspende – das Organ wurde also von einem lebenden Spender, meistens einem Familienangehörigen, zur Verfügung gestellt.

Das Interdisziplinäre Transplantationszentrum unter der Leitung von Prof. Dr. Tobias Keck, Direktor der Klinik für Chirurgie, und PD Dr. Martin Nitschke, Bereichsleiter Nephrologie und Transplantation und stellvertretender Klinikdirektor der Medizinischen Klinik I, gehört zu den führenden Nierentransplantationszentren in Norddeutschland. „Die hohe Spezialisierung und enge interdisziplinäre Zusammenarbeit in unserem Transplantationszentrum ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass wir in diesen Jahren so vielen Patienten helfen konnten“, sagt Prof. Keck.

Pro Jahr werden am Campus Lübeck 50 bis 60 Nieren transplantiert. „Nach einer erfolgreichen Nierentransplantation gewinnen die Patientinnen und Patienten nicht nur ein höheres Maß an Lebensqualität zurück, sondern insbesondere jüngere Patienten erlangen auch eine signifikante Verlängerung ihrer Lebenserwartung“, sagt Dr. Nitschke. „In den meisten Fällen können Transplantatnieren über zehn Jahre sehr gut funktionieren, selbst nach 15 Jahren arbeiten aktuell noch immer rund 50 Prozent aller transplantierten Nieren, in Einzelfällen auch deutlich länger.“

Anlässlich des Jubiläums fanden sich am Mittwoch zwei ehemalige Patientinnen in dem Gebäude ein, in dem sie transplantiert wurden. Karin Steinhoff hatte 1982 als 30-Jährige eine Nierenspende erhalten, weil ihre eigenen Nieren durch eine angeborene Krankheit geschädigt waren. Seit 38 Jahren lebt sie nun mit dem gespendeten Organ ohne weitere Beeinträchtigung. Vier Jahre nach der Transplantation bekam sie eine Tochter; mittlerweile ist Karin Steinhoff Großmutter. Sie habe viel Glück gehabt im Leben, sagt sie heute. Sehr dankbar und zufrieden mit ihrer neuen Niere ist auch Heidi Waller, die im vergangenen Frühjahr als 2.222 Patientin am Campus Lübeck transplantiert wurde. Sie war bereits 1980 und 1997 nierentransplantiert worden. Das neue Organ hatte ihr einer ihrer Brüder gespendet. „Die Eingriffe sind bei beiden gut verlaufen“, sagt Dr. Hryhoriy Lapshyn, der die Operationen durchgeführt hat und als Oberarzt der Klinik für Chirurgie für den Transplantationsbereich zuständig ist.

Während am Campus Kiel alle soliden Organe wie Herz, Leber und Lungen transplantiert werden, hat sich das Zentrum am Campus Lübeck auf Nierentransplantationen und kombinierte Nieren- und Pankreas-Transplantationen spezialisiert, insbesondere auf operativ oder immunologisch komplexe Fälle. Ein Team aus Transplantationschirurgen, Nieren-Fachärzten, speziell ausgebildeten Pflegekräften und Physiotherapeuten, Koordinatoren und weiteren Fachgruppen sorgt in enger Zusammenarbeit für die Vorbereitung, Durchführung und Nachsorge der zu transplantierenden Patienten. In einer interdisziplinären Transplantationskonferenz stehen Ärztinnen und Ärzte der einzelnen Fachrichtungen im regelmäßigen Austausch, um die Patientinnen und Patienten optimal zu betreuen.

Schon sehr bald nach der Gründung des Zentrums hat sich die Nierentransplantation nach einer Lebendspende als ein besonderer Schwerpunkt am Campus Lübeck entwickelt und mit gut 30 Prozent in den vergangenen Jahren einen überdurchschnittlichen hohen Anteil erlangt. Bereits 1999 konnte erstmalig die Niere eines gesunden Spenders laparoskopisch-assistiert entfernt werden („Schlüsselloch-Technik“) – damals eine Premiere in Europa. Heute bietet das UKSH als eines der ersten deutschen Zentren das minimal-invasive Verfahren mit dem High-Tech-Roboter vom Typ „da Vinci“ an, mit dem Lebendspenden noch schonender durchgeführt werden können. Seit 2008 werden zudem regelmäßig Lebendspende-Nierentransplantationen bei nicht passender Blutgruppe durchgeführt.

Durch die Weiterentwicklung dieser Verfahren versuchen die Ärztinnen und Ärzte auch den fortbestehenden Mangel an Spenderorganen zu lindern. Derzeit stehen 300 Patientinnen und Patienten aus Schleswig-Holstein und den umliegenden Bundesländern auf der Warteliste des Transplantationszentrums am Campus Lübeck. Ist keine Lebendspende möglich, kann die Wartezeit auf eine Spenderniere bis zu elf Jahre betragen.

Heidi Waller und Karin Steinhoff sinnd zwei von 2.258 Patientinnen und Patienten, die in den vergangenen 40 Jahren am Campus Lübeck eine neue Niere bekamen. Foto: UKSH

Heidi Waller und Karin Steinhoff sinnd zwei von 2.258 Patientinnen und Patienten, die in den vergangenen 40 Jahren am Campus Lübeck eine neue Niere bekamen. Foto: UKSH


Text-Nummer: 141658   Autor: UKSH   vom 11.11.2020 um 16.40 Uhr

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