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Grüne Lübeck
Grüne Lübeck

Die Hochbeete überwintern in der Beckergrube

Lübeck - Innenstadt: Seit Juni diesen Jahres bereichern die sechs Hochbeete in der Beckergrube zusammen mit dem Fairteiler von Foodsharing nun schon den Verkehrsversuch. Beim urban gardening Projekt geht es darum, die neu gewonnene Straßenfläche umwelt- und lebensfreundlich für alle Lübecker zu bespielen. Das Projekt wird bis April 2021 fortgesetzt.

Die Initiative "Grüne Beckergrube" möchte eine grüne, soziale Raumnutzung als klimaschützende Alternative zum status quo zeigen: "Zusammen mit der Reduzierung des KfZ-Verkehrs und der damit verbundenen Lärmentlastung erhöhen die Beete und die Bänke an den Pflanzkisten die Aufenthaltsqualität in der Beckergrube."

Der gemeinschaftliche Anbau von Kräutern, verschiedenen Gemüsesorten sowie Wildblumen soll für einen nachbarschaftlichen Austausch sorgen und Menschen ohne eigenen Balkon oder Garten die Möglichkeit bieten, selbst etwas anzubauen.

Den ganzen Sommer lang war die Resonanz unter Passanten und Anwohnern durchweg positiv, berichtet die Initiative. "Das Grün, die Blüten und wachsenden Früchte sind nicht nur schön anzuschauen, sondern erzählen kleine wertschätzende Geschichten über die Entstehung dessen, was wir an Pflanzen essen, auch solchen, die im Supermarkt nicht anzutreffen sind."

Viele Interessierte sind dazu gestoßen und haben regelmäßig gegossen, gepflegt und mitgeerntet. Ebenso wie die ökologische Arbeitsweise und die Sortenvielfalt im Anbau gehört die gemeinschaftliche solidarische Ernte zum Konzept.

"Seit Juni konnten wir beispielsweise immer wieder Mangold ernten. Mangold ist ein spinatartiges Blattgemüse, das auch heute wieder vermehrt angebaut wird. Wir freuen uns über die positive Rückmeldung der vorbeikommenden Passanten und die Nachfragen zum Projekt. Dass die Verlängerung tatsächlich klappt, bestärkt uns in unserer Arbeit an den Beeten und ermutigt zur Umsetzung weiterer Ideen im Rahmen des Verkehrsversuchs.", berichtet Charlotte Stenzel, Mitinitiatorin der Initiative.

Auch sei es eine Hoffnung, mit den Hochbeeten die langfristige Umgestaltung der Beckergrube und weiterer Straßen in Lübeck zu inspirieren und vielleicht sogar urban gardening Konzepte mit stellenweiser Entsiegelung anzustoßen. Bereits jetzt sei ein Umdenken in der Stadtplanung hin zu Umwelt- und Klimaschutz wichtig.

Vergangenen Sommer gab es an den Hochbeeten eine Filmvorführung und kleine Straßenkonzerte mit Lübecker Philharmonikern und Freunden. Ebenso kamen interessierte Gruppen wie die Umwelt-AG des Katharineums oder eine Jugendgruppe von Integra vorbei, um das Projekt kennenzulernen. Im nächsten Jahr, bei wärmeren Temperaturen, soll es in dieser Weise weitergehen.

"Im Winter wollen wir sehen, wie die verbleibenden Pflanzen durch die kalte Jahreszeit kommen und wie die Vögel unser Nahrungsangebot aufnehmen. Wir freuen uns schon jetzt auf das Frühjahr mit neuen Pflanzen und weiteren Veranstaltungen", so Franziska Ribbentrop, Aktive der Initiative. Unzer anderem soll es eine Vortragsreihe über "Grüne Berufe" geben. Dass es weitergehen kann, verdankt die Initiative auch der verlängerten Förderung durch die Possehlstiftung, die schon den Projektbeginn im Juni finanziert hat. Entscheidend für den Fortbestand sei auch die Zusammenarbeit mit dem Jugendring, der die Gruppe personell und mit Räumlichkeiten unterstützt.

Auch über den Winter sind weitere Mitstreiter von der Altstadtinsel oder auch gern von weiter weg willkommen. Jeder kann Ideen und Erfahrungen zur Bepflanzung, zur Gestaltung der Beete oder zu Veranstaltungen einbringen. Aktuelle Informationen zu dem Projekt gibt es auf Instagram (@gruenebeckergrube) oder per E-Mail an gruene-beckergrube@posteo.de.

Ab dem 1. November finden die regelmäßigen offenen Treffen je nach Corona-Entwicklungen alle vier Wochen statt. Corona-Auflagen, Ort und Uhrzeit werden noch auf Schildern an den Beeten und in der WhatsApp-Info-Gruppe (fffutu.re/beckergrube) im Vorfeld bekanntgegeben oder auf Anfrage weitergegeben.

Das Projekt wird über den Winter fortgesetzt. Foto: Initiative

Das Projekt wird über den Winter fortgesetzt. Foto: Initiative


Text-Nummer: 141678   Autor: Initiative/red.   vom 13.11.2020 um 08.59 Uhr

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Kommentare zu diesem Text:

Gunder

schrieb am 13.11.2020 um 10.57 Uhr:
Wieso man das urban gardening und nicht einfach Stadtgarten oder Stadtgärtnern nennen kann entzieht sich mir. Hier sich aus Sicht der Erfinder wohl wichtiger an.

Christian B.

schrieb am 13.11.2020 um 11.16 Uhr:
Wirklich prima und ausbaufähig !

Allerdings mögen diese grausigen roten Plastikschlafbänke endlich umgehend entfernt werden.

Mehr Stilbruch in einer historischen Altstadt und gegenüber des Stadttheaters geht wirklich nicht!

Sind wir im Legoland oder in der Altstadt einer historischen Hansestadt ?

Verstrahlte Experimente dieser Art gehören abgeschafft.

Der rote Genosse

schrieb am 13.11.2020 um 11.49 Uhr:
"Auch sei es eine Hoffnung, mit den Hochbeeten die langfristige Umgestaltung der Beckergrube und weiterer Straßen in Lübeck zu inspirieren und vielleicht sogar urban gardening Konzepte mit stellenweiser Entsiegelung anzustoßen. Bereits jetzt sei ein Umdenken in der Stadtplanung hin zu Umwelt- und Klimaschutz wichtig."

Genau. Weil das Einkaufen,Shoppen, Bistros , Cafe`s Zusammenleben usw. ,das zu einer lebendigen Stadt gehört , die Geschäfte, die Arbeitsplätze ehemals von Karstadt, Warter, Schaulandt, Haerder, Anni Friede, Beutin, Rieckmann, usw. eben nicht so wichtig sind, kann das Entsiegeln weitergehen.

Ich finde, ehrlicherweise ,alles verkehrsberuhigt machen, was in der Innenstadt liegt,Primeln pflanzen bis zur 1. Etage, die Mauer wie Heinrich der Löwe damals dort hochziehen und nur Menschen mit Passierschein dort hereinlassen, wenn es genehm ist. Dann wären die Welt-Klima-Städte-Retter unter sich und könnten auf der 12 Meter breiten Fahrbahn ein Picknick machen.

Die Geschäftsführer des Citty Parks und des LUV Centers mit den Einnahmen und florierenden Shops mit "Leben" und moderner Atmosphäre, einem Einkaufserlebnis und vielen , kulinarschen Auswahlmöglichkeiten und dies über die gesamte Öffnungszeit , kommen vor Lachen nicht in den Schlaf!

Sebastian Berger

schrieb am 13.11.2020 um 13.16 Uhr:
Es ist noch ausbaufähig!!!
Jeder kann mitmachen, jeder baut sich ein Beet an, Zäune drumherum und schwupps... haben wir einen neuen Kleingartenverein mit Grillveranstaltungen,
Sommerfesten, Umzügen mit Karnevallfeeling.
Ich stelle mir nur gerade vor, wie weit es noch mit der Altstadt kommen soll...

Steffen Peters

schrieb am 13.11.2020 um 15.17 Uhr:
Es überrascht nicht, daß diejenigen, die den seit langem laufenden Wandel nicht sehen wollen, wieder rummeckern.
Der innerstädtische Einzelhandel stirbt seit langem. Da helfen auch keine autofreundlichen Verkehrskonzepte, weil wir in den letzen 40 Jahren die Anzahl und größe der Fahrzeuge vervielfacht haben (ca. Faktor 4) und die benötigten Flächen eben in einer eng bebauten Stadt nicht zur Verfügung stehen.
Bad Schwartau - vor 5-10 Jahren noch "das gelobte Land" für das Shoppingerlebnis mit ausreichend Parkplatz, hat auch eine schrumpfende Innenstadt. Inzwischen entstehen überall Einkaufszentren, Supermärkte und der Internethandel blüht. Wenn also der Wandel in der Gesellschaft schon da ist - dann sollte er eben auch genutzt werden, um die Innenstädte vor dem Sterben zu schützen, indem man sie wieder lebenswert macht.
Die Beckergrube war in den 60er/70er Jahren noch voll mit Großhandel - der ist schon lange nicht mehr da.

Was die roten Bänke angeht: Diese sind z.B. auch im Museumsquartier in Wien im Einsatz und haben den Vorteil, daß sie während des Versuchs schnell an anderen Stellen aufgestellt werden können, wenn man die Flächen anderweitig braucht.
Wie es nach dem Versuch weitergeht, wird die Zeit zeigen...

Der rote Genosse

schrieb am 13.11.2020 um 18.39 Uhr:
@Steffen Peters
Das heißt:
Eine wunderbare Entwicklung zu einer menschenleeren Geisterstadt.

Aber sorry, es gibt ja noch die Wettbüros, Dönerimbisse, Barbiere, Spielhallen, 1€ Läden, Nagelstudios oder Shishabars, deren Inhaber noch an die Innenstadt "glauben"

(...)

Viel Spaß mit dem "Wandel" und der Umstrukturierung in die neue Zeit!