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Teufelsgeigen aus der Musikhochschule

Lübeck: Archiv - 05.12.2020, 10.38 Uhr: Es war ein besonderer Genuss und eine schöne Gelegenheit, wieder einmal unsere Musikhochschule zu erleben; zumindest als Livestream. Vier Geigenprofessoren hatten sich zusammengetan, um mit ihren Studierenden die 24 Capricci von Nicolo Paganini aufzuführen. Knapp zwei Stunden jugendlich frischen Musizierens waren das Ergebnis, weiterhin nachzuhören im Netz.

Nicolo Paganini (1782-1840) hat die 24 Stücke für „sein“ Instrument nicht als stures Unterrichtswerk konzipiert. Er wollte in künstlerischer Form alle Facetten des Geigenspiels erklingen lassen. Als Zugabe nach einem Solistenkonzert ist manchmal das eine oder andere Capriccio zu hören. „Am Stück“ vorgetragen erklingen sie so gut wie nie. Im Großen Saal der Musikhochschule gaben sich die jungen Künstler und Künstlerinnen quasi die Klinke in die Hand. Unterbrochen nur vom Beifall der Kommilitonen reihte sich in chronologischer Reihenfolge ein Capriccio an das nächste. „Teufelsgeiger und Teufelsgeigerinnen“ hieß die Überschrift des Abends.

Natürlich fiel nicht jeder Vortrag so aus, wie der Meister selber das betreffende Stück dargeboten hätte. Aber Paganini war hauptsächlich Geigenvirtuose, der dem Publikum den Atem raubte.

Lübecks Studierende, von den Professoren Maria Egelhof, Heime Müller, Daniel Sepec und Elisabeth Weber bestens vorbereitet, ließen die oft „sauschweren“ Stücke überaus farbig aufleuchten. Läufe im Geschwindschritt, ruhig ausschwingende Melodiebögen, komplizierte Doppelgriffe, halsbrecherische Intervallsprünge – alles war vorhanden. Und wenn junge Menschen quasi noch mit Herzklopfen musizieren, kommt nie Routine oder Langeweile auf.

Die 24 Stücke wurden von 19 jungen Geigerinnen und Geigern geboten. Einige Damen traten gleich zweimal solistisch in Erscheinung, hatten sich eine doppelte Last auf die Schultern gelegt. Für den Schluss, das Capriccio Nr. 24, hatte Prof. Heime Müller sich etwas Besonderes ausgedacht. Er arrangierte die Variationskette für das gesamte Ensemble. Die Künstler, dieses Mal mit Gesichtsmaske, waren auf der Bühne und der Orgelempore verteilt. Wie erwähnt, ist auch dieses Programm weiterhin nachzuhören.

In der Reihenfolge ihres Auftritts waren beteiligt: Friederike Remmel (Capriccio Nr. 1), David Moosmann (Nr. 2), Iora Kama (Nr. 3), Yukino Takehara (Nr. Nr. 4 und Nr. 7), Wan-Jo Lin (Nr. 5 und Nr. 18), Benjamin Günst (Nr. 6), Nao Tohara (Nr. 8), Felicitas Dwars (Nr. 9), Esther Herrmann (Nr. 10 und Nr. 12), Francesco della Volta (Nr. 11), Vivian Krause (Nr. 13), Jakob Kammerlander (Nr. 14), Shushanik Muradkhanyan (Nr. 15), Carla Winter (Nr. 16), Mixia Kang (Nr. 17), Mariia Shutko (Nr. 19 und Nr. 23), Elena Lichte (Nr. 20), Barbara Köbele (Nr. 21), Sophia Eschenburg (Nr. 22).

Die Streams der Musikhochschule Lübeck: www.mh-luebeck.de

Das Konzert der Teufelsgeiger - hier Benjamin Günst - von Freitagabend ist weiterhin online abrufbar. Foto: MHL

Das Konzert der Teufelsgeiger - hier Benjamin Günst - von Freitagabend ist weiterhin online abrufbar. Foto: MHL


Text-Nummer: 142091   Autor: TD   vom 05.12.2020 um 10.38 Uhr

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