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Lübeck erwartet sehr kalte Tage

Lübeck: Kalte Temperaturen und kräftiger Wind aus östlichen Richtungen: Der Winter hat Lübeck erreicht. Die niedrigen Temperaturen werden uns mindestens eine Woche lang beschäftigen. Harald Denckmann fasst für uns die Lage zusammen.

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Sechs Wochen weiteren Winter hatte Phil, das Murmeltier uns Anfang der Woche versprochen. Sechs Wochen werden es bei uns nicht werden, aber eine Woche mit strengem Frost und eine weitere Woche mit Tagestemperaturen um den Nullpunkt sind aus heutiger Sicht durchaus abzusehen. Immerhin lag Phil mit seiner Prognose erheblich besser, als viele bundesdeutsche Wetterprofis. Etliche von denen haben sich in der vergangenen Woche blamiert bis auf die Knochen.

Losgetreten wurde der ganze Hype von einer Fehlprognose für uns im Norden, die auf einer ansonsten seriösen Plattform eines deutschen Nachrichtenmagazins erschien. Die machte dermaßen die Runde, dass ich sie gleich mehrfach auf WhatsApp zugeschickt erhielt. Von abgeschnittenen Dörfern war da die Rede, bis zu 60 Zentimeter Schnee sollte bei uns fallen und zwar waagerecht mit Verwehungen und Verkehrschaos. Das wurde vorhergesagt für den heutigen Sonntag. Schlimmer als die Schneekatastrophe von 1979 sollte es werden. Die Branche überbot sich gegenseitig mit Panikmeldungen. Nur die seriösen Wetterdienste haben da nicht mitgemacht und sich erst einmal bedeckt gehalten.

Nach so viel Aufregung sollten wir das daher alles erst einmal ein wenig ordnen. Die Luftmassengrenze, die das alles bewirken sollte ist bei uns im Norden längs wieder verschwunden. Sie befindet sich mittlerweile in Zentral-Deutschland etwa auf der Höhe von Köln. Irgendwo zwischen Köln und Bremen und bei Berlin wird es daher heute kräftiger schneien, das ist aber erst einmal noch keine Katastrophe, sondern für den Wintermonat Februar eigentlich normal. Schlimmer ist im Grunde der Eisregen, der sich in der Nähe der Luftmassengrenze bilden sollte. Auf die Autobahn mit Richtung Süden sollte man sich also im Moment auf keinen Fall begeben, wenn man es irgendwie vermeiden kann.

Bei uns in Schleswig-Holstein können die Dörfer auf alle Fälle aufatmen. Sicher fallen irgendwo in Schleswig-Holstein heute auch ein paar Flocken vom Himmel. 60 Zentimeter aber auf keinen Fall und Verwehungen sollten sich auch in regionalen Grenzen halten. Darüber hinaus sollte nicht gleich immer der Vergleich mit 1979 gezogen werden. Damals bestand zwischen Südschweden und der Region um Leipzig eine Temperaturdifferenz von etwa 50° C und die Lage der Luftmassengrenze war lange Zeit konstant über Norddeutschland. Die Folge davon war eine echte Jahrhundertkatastrophe. Jetzt haben wir zwischen Nord und Süd eine Differenz von gerade einmal 15° bis 20°C und die Luftmassengrenze bewegt sich weiter nach Süden. Allein daran konnte man auch Anfang letzter Woche schon erkennen, dass wir zwar Schneefall und Eisregen im Bereich der Luftmassengrenze bekommen, diese Grenze sich aber schnell weiter Richtung Süden bewegt und bereits am Montagmittag auf Höhe von München und Wien liegt.

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Wie ist nun die tatsächliche Lage bei uns in Lübeck? Aus dieser ganz normalen winterlichen Drucklage von einem Hochdruckgebiet im Norden und Tiefdruckgebieten im Süden ergibt sich ein ganz normaler winterlicher Ostwind, der natürlich sibirische Kälte zu uns bringt. Am heutigen Sonntag und am morgigen Montag ist dieser weitgehend konstante Wind um Stärke 7 noch recht kräftig und vor allem sehr kalt. Maske tragen sollte man beim Spaziergang am Wasser ohnehin in diesen Tagen, beim Sonntagsspaziergang schützt sie dann aber auch noch als zusätzlicher Bonus vor dem sehr kalten Wind. Eine Temperatur von -5°C wird beispielsweise bei so starkem Wind empfunden wie -10°C und kälter.

Ab Dienstag wird der Wind schwächer, aber die Temperaturen bleiben noch bis zum Valentinstag im Keller. Danach wird es auch noch nicht auf einen Schlag wärmer. Nur ganz langsam gelingt es der milden Luft vom Atlantik, die recht stabile Kaltluftblase auf dem europäischen Kontinent zu verdrängen.

Das kalte Wetter wird uns die ganze Woche begleiten. Fotos: Karl Erhard Vögele, Grafik: Harald Denckmann

Das kalte Wetter wird uns die ganze Woche begleiten. Fotos: Karl Erhard Vögele, Grafik: Harald Denckmann


Text-Nummer: 143145   Autor: Harald Denckmann   vom 07.02.2021 um 10.02 Uhr

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