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HL historisch: 120 Jahre Buddenbrooks

Lübeck: Archiv - 27.02.2021, 12.17 Uhr: Er erschien vor genau 120 Jahren, am 26. Februar 1901, der große Gesellschaftsroman „Buddenbrooks“ von Thomas Mann. Zunächst war das rund tausend Seiten starke Buch kein Erfolg. Schließlich war sein Verfasser in Deutschland noch weitgehend unbekannt. Erst im Verlauf einer spannenden Geschichte macht das Buch den Autor und seine Vaterstadt bekannt.

Dabei kommt das Wort Lübeck in dem Buch gar nicht vor. Allerdings gibt es Straßennamen, die jeder Lübecker kennt. Der Berliner Verleger Samuel Fischer hatte in den 1890er Jahren ein Bändchen mit Erzählungen Thomas Manns veröffentlicht. Offenbar war er vom Talent seines Autors überzeugt. Fischer forderte Thomas Mann auf, es doch mit einem längeren Prosatext, einem Roman, zu versuchen. Das Manuskript müsse gar nicht umfangreich sein.

Thomas Mann sammelte Material. Er wollte sich an der Geschichte seiner Familie orientieren. Auch mit seinem Bruder Heinrich unterhielt er sich über den Plan. Heinrich erinnerte sich an weitere Details. Zwischen Herbst 1896 und Juli 1900 entstand das Manuskript. Im August 1900 hatte Fischer es auf dem Schreibtisch.

Das Buch war im Laufe von fast vier Jahren immer umfangreicher geworden. Fischer sagte eine Veröffentlichung zu, bat den Autor jedoch, das Werk um die Hälfte zu kürzen. Er stieß beim Autor auf heftigen Widerstand. Thomas Mann bestand darauf, das Buch in voller Länge herauszubringen. Ende 1900 war die Erstausgabe gedruckt, in zwei Bänden, die geheftet zwölf, gebunden 14 Mark kosteten.

So recht glaubte Samuel Fischer wohl selber nicht an den Erfolg. Er ließ nur tausend Exemplare drucken. Im Buch stand nicht 1900 als Erscheinungsdatum, sondern 1901. Offenbar sollte das Buch bei Erscheinen nicht schon alt aussehen. Wie erwähnt war der Absatz stockend. Das änderte sich erst später, als billigere Ausgaben nachgeschoben wurden, zum Beispiel 1903 eine Auflage, die nur noch halb so teuer war wie die erste.

Zum Erfolg hat sicher beigetragen, dass das Buch in Lübeck einen Sturm der Empörung auslöste. Viele Honoratioren der Stadt fühlten sich ertappt und verspottet. „Bei mir konnte er keinen vernünftigen Aufsatz schreiben – und nun das!“ soll ein Lehrer des Katharineums ausgerufen haben. Lübecks Buchhändler hatten Entschlüsselungslisten unterm Ladentisch, ein frühes „Wer ist wer?“.

Der Absatz war jedenfalls gesichert. Bei weiteren verbilligten Ausgaben kam die Druckerei angeblich kaum hinterher. 1924 erschien eine erste Übersetzung in den USA. Noch 1929, als Thomas Mann den Nobelpreis für Literatur erhielt, wurde ausdrücklich auf die „Buddenbrooks“ Bezug genommen. Die Preisverleihung im November 1929 rechtfertigte eine Volksausgabe. Für 2,85 Mark war der Roman nun zu haben.

Zuletzt wurde der Roman im Jahr 2007 aufwändig verfilmt. Foto: VG/Archiv

Zuletzt wurde der Roman im Jahr 2007 aufwändig verfilmt. Foto: VG/Archiv


Text-Nummer: 143511   Autor: TD   vom 27.02.2021 um 12.17 Uhr

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