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GDS ruft zum 24-stündigen Warnstreik am UKSH auf

Lübeck: Die Gewerkschaft der Servicekräfte (GDS) ruft ihre Mitglieder in der Service Stern Nord GmbH (SSN) am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) an den Standorten in Kiel und Lübeck für Mittwoch, den 31. März 2021, ab 6 Uhr, zu einem 24-stündigen Warnstreik auf.

Wir veröffentlichen die Mitteilung der GDS im Wortlaut:

(")Der Arbeitgeber legte bei der letzten Verhandlungsrunde am 22. März 2021 zwar ein verbessertes Angebot vor. Dieses reichte jedoch wiederholt nicht an die Forderungen der Belegschaft heran und wurde deshalb von den Kolleginnen und Kollegen in der Tarifkommission abgelehnt.

Am UKSH sollen nach dem Willen des Vorstandes die Beschäftigten in der SSN künftig auch weiterhin, wie Menschen 2. Klasse behandelt werden! Diese Haltung ist nicht akzeptabel und provoziert weitere Arbeitskampfmaßnahmen. Es wird deshalb ausgeweitete Warnstreiks geben.

In Bezug auf die gemeinsame Verantwortung gegenüber Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie gegenüber den Patientinnen und Patienten im UKSH bekundeten beide Seiten den Willen, eine Notdienstvereinbarung abzuschließen. Der Arbeitgeber übermittelte einen Entwurf einer Notdienstvereinbarung, nach der allerdings so viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingesetzt werden sollten, dass schon fast ein Regelbetrieb aufrechterhalten würde.

Nachdem wir darauf hingewiesen haben, dass ein Abschluss einer Notdienstvereinbarung keine Verhandlung werden sollte, sondern viel mehr eine Vereinbarung sein soll, welche ausschließlich Notdienste abdeckt und damit das Grundrecht der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die Gesundheit der Patientinnen und Patienten schützt, legte der Arbeitgeber erneut eine Vereinbarung mit überhöhten Zahlen von einzusetzenden Beschäftigten vor.

Es ist ohnehin unverantwortlich, Tarifverhandlungen für Beschäftigte an einem Universitätsklinikum ins Stocken geraten zu lassen, es ist aber fahrlässig und patientenwohlgefährdend, wenn der Arbeitgeber das gleiche Verhalten beim Abschluss einer Notdienstvereinbarung an den Tag legt. Während eines persönlichen, konstruktiven und sehr ernsten Gesprächs zwischen der Geschäftsführung des UKSH und dem Vorstand der GDS konnte in letzter Minute Einigkeit erzielt werden, eine Notdienstvereinbarung mit unserer Gewerkschaft zu schließen, die eine effektive Notfallversorgung am UKSH sicherstellt. Es sollte wohl jedem klar sein, dass bei einem Streik nicht 90 Prozent der Belegschaft an ihren Arbeitsplätzen verbleiben, wie der Arbeitgeber sich dies wünschte! Bei einem Streik werden die Kliniken auf Notbetrieb heruntergefahren!

Der Verhandlungskommission wurde während der letzten Verhandlungsrunde offen damit gedroht, die von der SSN am UKSH erbrachten Leistungen an Dritte auszulagern. Auch von den Beschäftigten wird darüber berichtet, dass Vorgesetzte ganz bewusst und massiv Existenzängste schüren, um sie von der Ausübung ihres Grundrechts auf Streik abzuhalten. Dieses Verhalten werden wir sehr genau beobachten und nicht tolerieren.

Wir fordern weiterhin eine faire Entlohnung für die Beschäftigten in der SSN, denn mit der Ausgliederung von Teilen der Belegschaft des UKSH in eine Service-Gesellschaft im Jahr 2005, wurde eine Zwei-Klassen-Gesellschaft am Klinikum etabliert. Die Gehälter der Belegschaft reichen trotz guter Tarifabschlüsse in den letzten Jahren für die damals nicht erwartbaren Steigerungen der Lebenshaltungskosten nicht aus. Dies führte dazu, dass für mehr und mehr Kolleginnen und Kollegen ein Zweitjob oder eine Aufstockung ihrer Einkommen durch Leistungen aus den Sozialkassen notwendig wurden. Leistung muss sich wieder lohnen!

Wir fordern eine Bezahlung, die sich an der Entlohnung des öffentlichen Dienstes orientiert. Wir wollen die Gleichbehandlung mit den direkt am UKSH Beschäftigten, denn die Tätigkeiten der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der SSN sind ebenso wertvoll und systemrelevant.

Die Beschäftigten in der SSN arbeiten in der Logistik, in der Verpflegung, der Medizinprodukteaufbereitung (AEMP), in der Hauswirtschaft, in der Serviceassistenz, der Verwaltung und noch in vielen weiteren Bereichen des UKSH.(")

Die GDS ruft erneut zu einem Warnstreik am UKSH auf. Foto: GDS/Archiv

Die GDS ruft erneut zu einem Warnstreik am UKSH auf. Foto: GDS/Archiv


Text-Nummer: 144113   Autor: GDS   vom 30.03.2021 um 08.42 Uhr

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Kommentare zu diesem Text:

Horsti

schrieb am 30.03.2021 um 10.52 Uhr:
Es ist beschämend, daß das landeseigene Unternehmen UKSH auch heutzutage noch in dieser Art mit seinem Personal umgeht. Stattdessen fordere ich mehr Transparenz: der Vorstand sollte offen legen, inwiefern er finanziell in Form von Erfolgsprämien und Boni von dieser Lohndrückerei profitiert. Ich sehe hier einen klaren Fall von Interessenskonflikt.