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Landeselternbeirat begrüßt Testpflicht an Schulen

Schleswig-Holstein: Nach den Ferien soll es an den Schulen in Schleswig-Holstein eine Testpflicht für alle Personen geben, die in Präsenz vor Ort sind (wir berichteten). Der Landeselternbeirat der Gemeinschaftsschulen SH begrüßt diesen Plan als Schritt in die richtige Richtung.

Der Landeselternbeirat:

(")Ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Wir unterstützen den Vorstoß zur Teststrategie an Schulen. Der Landeselternbeirat der Gemeinschaftsschulen (LEB GemS SH) befürwortet die neue Teststrategie des Bildungsministeriums und sieht darin einen wichtigen Schritt, um die Sicherheit aller an Schule beteiligten zu erhöhen.

Die Erfahrungen haben gezeigt, dass eine reine Freiwilligkeit für Selbsttests nicht ausreichend ist, da sich aufgrund einer schlechten Kommunikation und Vorbereitung, zu viele dem verweigert haben. Um den Schutz aller zu gewährleisten, ist es daher geboten, den nun gewählten Schritt zu gehen.

Daher begrüßen wir den Plan, dass nur getestete an den Präsenzangeboten der Schulen teilnehmen können, ausdrücklich. Wenngleich die Planungen der Teststrategie noch nicht abgeschlossen sind, möchten wir frühzeitig auf wichtige Punkte hinweisen und eine Anpassung in dieser Richtung fordern. Aufbauend auf die gestellten Forderungen des LEB vom 20. März 21 erweitern wir diese und schließen uns auch der Forderung der Elternkammer Hamburg an.

Im Detail:

- Tägliche Selbsttests für alle an Schule beteiligten (NEU)
- Homeschooling-Angebote bei Ablehnung der Selbsttests (NEU)

- Bessere Organisation und Durchführung der Testungen an den Schulen (siehe auch Forderung vom 16. März)
- Bei einem Inzidenzwert in den Kreisen zwischen 50 und 100 je 100.000 Einwohner über 3 Tage
o Wechselunterricht für alle (SuS)

- Bei einem Inzidenzwert in den Kreisen ab 100 je 100.000 Einwohner über 3 Tage
o Distanzlernen für alle SuS

- Beibehaltung der Notbetreuungsangebote und eingeschränkte Präsenzangebote für SuS mit besonderem Bedarf
- Dauerhafte Verlängerung der Verordnung zur Befreiung der SuS vom Präsenzunterricht Die tägliche Testung, ohne Einschränkungen durch Inzidenzwerte, soll zunächst bis zu den Sommerferien erfolgen, danach muss die Lage neu bewertet und eine erneute Entscheidung getroffen werden.

Wenngleich die Forderung nach täglichen Testungen mit einem gewissen Aufwand an Planung und Beschaffung verbunden ist und zudem auch der Kostenfaktor nicht außer Acht gelassen werden darf, halten wir es unter den gegebenen Bedingungen für dringend geboten, eine derart engmaschige Testung durchzuführen. Es dient der Sicherheit aller und ist damit ein wichtiger Schritt. Sollten Eltern, beziehungsweise SuS, aus persönlichen Gründen eine Testung ablehnen, hat ihnen im Rahmen des SchulG ein Homeschooling-Angebot gemacht zu werden.

Um zu gewährleisten, dass dies keine Auswirkungen auf die Qualität des Präsenzunterrichts an den Schulen hat, oder eine Überbelastung der LK erfolgt, kann das Distanzlernen auch durch externe Kräfte unterstützt werden. Als sinnvollen Weg zur Durchführung der Selbsttests erachten wir es, dies zu Beginn der ersten Unterrichtsstunde in den Klassen durchzuführen. Die bisherige Praxis von Teststraßen und ähnlichem ist nur mit einem enormen Aufwand in Planung und Durchführung machbar, was ebenfalls wieder Ressourcen verbraucht, die dringend an anderen Stellen benötigt werden. Die letzten Tage haben gezeigt, dass die SuS gut in der Lage sind, die Testungen durchzuführen und da sich künftig nur noch SuS im Klassenraum aufhalten, die sich testen, entsteht dadurch ein Gemeinschaftsgefühl der in Präsenz unterrichteten SuS.

Außerdem stellen wir nochmals klar, dass weitere Maßnahmen die Sicherheit deutlich erhöhen können und fordern die Landesregierung auf, diese Punkte erneut in ihre Überlegungen mit einzubeziehen.

Dazu gehören:
- Lüftungsanlagen für die Räumlichkeiten der Schule
- Co2 Messgeräte
- Konsequente Umsetzung von Wechselunterricht

Ebenso fordern wir die zuständigen Stellen der Kreise auf, die Schülerbeförderung endlich zu verbessern. Die Landesregierung hat dafür jüngst 4,5 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, die bisher jedoch erst in sehr geringen Rahmen abgerufen wurden. Das ist nicht verständlich und führt berechtigterweise zu großem Unmut unter den Eltern. Es ist dringend geboten nun endlich klare und verbindliche Maßnahmen zu ergreifen und diese deutlich so zu benennen, auch auf die Gefahr hin, sich damit den Unmut einiger weniger auf sich zu ziehen. Der Schutz, der uns anvertrauten muss über dem Stand auf einer "Beliebtheitsskala" stehen.

Für den LEB GemS SH
Thorsten Muschinski (")

Thorsten Muschinski ist Vorsitzender im Landeselternbeirat der Gemeinschaftsschulen SH.

Thorsten Muschinski ist Vorsitzender im Landeselternbeirat der Gemeinschaftsschulen SH.


Text-Nummer: 144164   Autor: LEB GemS SH/Red.   vom 01.04.2021 um 10.40 Uhr

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Kommentare zu diesem Text:

Malik

schrieb am 01.04.2021 um 10.48 Uhr:
Einmal war freiwillig, zweimal wird zur Pflicht! Cui bono?

NaWi-Lehrkraft

schrieb am 01.04.2021 um 11.58 Uhr:
Wir sind mittlerweile viel zu "weich" geworden. Aus persönlichen Gründen sollte es keinen Eltern gestattet sein ihr Kind zu Hause zu lassen. Sofern medizinische Indikationen vorliegen, ist das einzusehen, jedoch nicht, wenn Elter nicht wollen, dass Ihr Kind getestet wird. Der Test ist harmlos und die Gemeinschaft steht auch in Deutschland ganz klar über dem Individuum.
Auch dürfen Eltern, die Ihr Kind aus diesen "persönlichen" Gründen, kein Homeschooling vom Lehrpersonal erwarten, das vorne an der Front im Präsenzunterricht kämpft - übrigens alle an der weiterführenden Schule immer noch ohne Impfangebot! Über zusätzlich vom Land geschaffene Maßnahmen & Mittel spricht nichts. Diese werden jedoch nicht kommen, so dass es darauf hinauslaufen würde, dass wieder die Regelkräfte ihren Kopf dafür hinhalten müsste. Dem muss man klar eine Absage erteilen!

A. Schmidt

schrieb am 01.04.2021 um 16.35 Uhr:
@NaWi-Lehrkraft

Normalerweise würde ich Ihrer Argumentation zustimmen. Die Bilder von den Selbsttests in der Schule und auch die Erzählungen von verschiedenen Bekannten haben mich aber sehr erschreckt: Da sitzen die Kinder nebeneinander und machen den Tests? Ohne Maske (mit geht ja nicht)? Gehen dann auch alle in Quarantäne, wenn ein Kind positiv getestet wurde, weil alle zum Test die Aerosole im Raum eingeatmet haben?

Das Aussetzen der Präsenzpflicht ist mMn aktuell legitim, da bei hohen Inzidenzen und vielleicht auch noch besonders gefährdeten Angehörigen nicht nur die "Verweigerungseltern" ihre Kinder zu Hause lassen, sondern auch die, die wegen einer möglichen Ansteckung sehr besorgt sind. Diese Angst können ihnen gerade weder Impfungen (die sind aktuell nicht für Kinder zugelassen) noch Masken oder Lüften zu 100% nehmen.

Jane M.

schrieb am 01.04.2021 um 18.03 Uhr:
Liebes HL-Live Team,
wir wird (oder soll) in der Praxis denn der Heimweg eines Schülers oder einer sonstigen positiv getesteten Person organisiert?

Es heißt sofort nach Hause aber kein ÖPNV oder Taxi.
Was machen denn die Schüler deren Eltern gerade absolut nicht erreichbar oder unabkömmlich sind oder die älteren (Berufs)schüler die womöglich gar keine Verwandten in der Umgebung haben die Taxi spielen können (und das Risiko eingehen sich selbst anzustecken)?

Ich konnte dazu in den letzten Wochen nirgends einen Hinweis lesen.

Benjamin

schrieb am 01.04.2021 um 18.25 Uhr:
Ich möchte nochmal darauf hinweisen, das diese Tests bei falscher Nutzung (ein Kind kann diese Tests nicht fachmännisch durchführen) keine besonders große Aussagekraft haben werden. Das falsche Sicherheitsgefühl wird eher zu anstexkingen führen als es ohne Tests der Fall war und am Ende haben wir einen höheren Inzidenzwert, einen Haufen Geld verbrannt und die Umwelt mit einer untragbaren Menge an "Präventionsartikeln" zugeführt. Bitte ab und an mal weiter denken als bis morgen.

Nawi-Lehrkraft

schrieb am 01.04.2021 um 19.31 Uhr:
@A.Schmidt:
Das Testen der Kinder erfolgt in allen Klassen in Kleingruppen. Auch die Klassen, die in voller Stärke da sind, z.B. Stufe 5 & 6, sollen für das Testen getrennt werden, so dass nur die Hälfte im Klassenraum testet. Das ist gut umsetzbar und dann kann eigentlich mit genügend Abstand getestet werden. Das kurzzeitige Abnehmen der Maske macht keinen großen Unterschied und soll wirklich nur kurz für die Probenentnahme erfolgen. Alles andere wäre eine falsche Art der Durchführungsbestimmungen.

Zur Präsenzpflicht: Wenn Eltern in Sorge sind, dann können Sie ein ärztliches Attest vorlegen, sofern eben ein Risikofaktor vorliegt. Ansonsten ist die Sorge vll. persönlicher Natur aber eben auch rechtlich nicht haltbar. Meinetwegen darf die Pflicht aufgehoben werden, dann stehen für mich aber die Eltern in der Schuld, den Stoff mit ihren Kindern nachzuarbeiten und diesen auch einzuholen. Das kann nicht auf dem Rücken der Lehrkräfte passieren.