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HL historisch: Kreuz-Gemeinde mit Dreifachjubiläum

Lübeck - St. Jürgen: Archiv - 11.04.2021, 09.08 Uhr: Es ist nicht die Zeit zum Feiern; coronabedingt. Trotzdem hätte die Kreuz-Kirchengemeinde in St. Jürgen einen dreifachen Grund zur Rückbesinnung. 1931, vor 90 Jahren, begann das Gemeindeleben mit der Kapelle in der Plönniesstraße. Am 1. April 1956, vor 65 Jahren, wurde die Gemeinde selbständig. 1971, vor 50 Jahren, konnte das Zentrum mit der Kirche eingeweiht werden.

Als die ersten Vorstädte durch Besiedlung vor den Toren der Altstadtinsel entstanden, war die geistliche Versorgung Sache der nächstgelegenen Innenstadtkirche. Im Falle von St. Jürgen war das der Dom. Die drei Geistlichen der Dom-Gemeinde waren nicht nur für die große Bischofskirche zuständig, sondern auch für die St. Jürgen-Kapelle, das städtische Krankenhaus und die Heilanstalt Strecknitz.

Gottesdienste in der Kapelle Plönniesstraße gab es deshalb in der Woche. Beliebt war die Kapelle als „Kinderkirche“. Einer der Dompastoren berichtete, dass die Plätze nicht ausreichten. Oft mussten sich zwei Kinder einen Stuhl teilen. In den 1980er Jahren war hier der deutsch-griechische Kindergarten untergebracht. Sozialberater Bekiaroudes kümmerte sich um seine griechischen Landsleute.

Zum Gebiet der Kreuz-Gemeinde, die vor 65 Jahren selbständig wurde, gehörten seinerzeit 9.000 Mitglieder. Die Pläne für ein Gemeindezentrum entwarf der Hamburger Architekt Friedhelm Grundmann. Vorausgegangen waren schwierige Verhandlungen, unter anderem mit der Bundesbahn als Nachbar. Grundstückstausch war erforderlich. 1969 konnte mit dem Bau des Zentrums in der Billrothstraße/Ecke Friedrichstraße begonnen werden.

Die zweijährige Bauzeit war „stürmisch“. Sechs Mal wurden Grundwasserpumpen gestohlen. Einmal hatten Unbekannte einen Hydranten aufgedreht, so dass die Baugrube überflutet war. Ein Sturm lockerte die Gerüste so stark, dass sie umzufallen drohten. Handwerker waren noch in der Nacht vor der Einweihung am Werke.

Die Weihe nahm im Frühjahr 1971 der Lübecker Bischof Dr. Heinrich Meyer vor. Wie in einer offenen Umarmung lade das Zentrum die Menschen ein, sagte er. Zum Komplex gehörten Kirche und Gemeinderäume auf der einen Seite, Pastorat und Küsterwohnung auf der anderen. Natürlich reizte das moderne Baumaterial Beton den Bischof in seiner Predigt zu Gedankenspielen.

Die Bibel bezeuge, dass Christen einen lebendigen, keinen toten Grundstein haben, nämlich Jesus Christus, sagte Meyer. Deshalb seien die Gläubigen aufgefordert, sich als „lebendige Steine“ zu betrachten. Sie sollten hinausgehen und in der Nachbarschaft ihren Glauben leben. Bischof Meyer: „Die Kreuzkirche muss Beine bekommen!“

Inzwischen hat sich die kirchliche Situation im Stadtteil St. Jürgen stark verändert. Geistliches Zentrum ist die St. Jürgen-Kirche am Anfang der Ratzeburger Allee, durch ihre LiveLine-Gottesdienste im Internet und via Bibel-TV weit bekannt. Zum neuen „Kirchspiel“ gehören mehrere einst selbständige Gemeinden. Für die Kreuzkirche zuständig ist seit wenigen Wochen Pastorin Mareike Hansen aus dem St. Jürgen-Team. Das ist jedenfalls ein ermutigendes Zeichen.

Vor 50 Jahren wurde die Kirche eingeweiht. Foto: JW

Vor 50 Jahren wurde die Kirche eingeweiht. Foto: JW


Text-Nummer: 144297   Autor: TD   vom 11.04.2021 um 09.08 Uhr

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