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Junge Männer rauben Mann mit Down-Syndrom aus

Lübeck - Kücknitz: Am Mittwoch, 28. April 2021, kam es gegen 13.20 Uhr zu einem Raub auf dem Gelände einer Tankstelle im Lübecker Stadtteil Kücknitz. Dank Zeugenhinweisen konnten Beamte der Polizeistation Kücknitz bereits kurz nach der Tat zwei polizeilich hinlänglich bekannte Tatverdächtige festnehmen. Einer der Beschuldigten wurde dem Haftrichter vorgeführt.

Gegen 13.30 Uhr ging über Notruf bei der Einsatzleitstelle der Polizei die Meldung ein, dass es in der Solmitzstraße in Kücknitz auf dem Grundstück der dortigen Tankstelle zu einem Raub gekommen sei. Zwei augenscheinlich jugendliche männliche Personen hätten einen Mann mit Down-Syndrom beschimpft, geschüttelt und ihm das Portemonnaie entrissen. Sie seien nun zu Fuß flüchtig. Der Tatort wurde umgehend von drei Streifenwagen aufgesucht.

Am Einsatzort trafen die Beamten den 40-jährigen Geschädigten und drei Zeugen an. Nach ersten Ermittlungen wurde der 40-jährige Lübecker im Außenbereich der Tankstelle von zwei Personen aggressiv angesprochen und bedrängt, dass er seine Taschen leeren solle. Dabei hielten sie ihn an seiner Jacke fest und schüttelten ihn mehrfach. Der Geschädigte versuchte, sich loszureißen und zur Tankstelle zu gelangen, wurde jedoch immer wieder von den beiden Tatverdächtigen gepackt, geschüttelt und dabei aufgefordert, seine Wertsachen herauszugeben. Als er sein Portemonnaie in die Hand nahm, wurde es ihm von den Tätern entrissen. Im Anschluss flüchteten sie zu Fuß vom Tankstellengelände. Der Geschädigte wurde nicht verletzt.

Durch die von den Zeugen und dem Geschädigten erfolgte Personenbeschreibung und weitere Hinweise kamen die Beamten schnell auf zwei ihnen bekannte Lübecker junge Männer im Alter von 17 und 19 Jahren, die von einer Streifenwagenbesatzung der Polizeistation Kücknitz noch unweit der Tankstelle angetroffen werden konnten. Sie wurden vorläufig festgenommen und dem Kommissariat 15 der Bezirkskriminalinspektion Lübeck für weitere polizeiliche Maßnahmen zugeführt.

Der 19-jährige Tatverdächtige wurde nach Beendigung der polizeilichen Maßnahmen entlassen, da Haftgründe nicht bestanden.

Gegen den 17-jährigen hat das Amtsgericht Lübeck auf Antrag der Staatsanwaltschaft hingegen am Donnerstag Untersuchungshaftbefehl wegen des dringenden Verdachts der räuberischen Erpressung und des Haftgrundes der Wiederholungsgefahr erlassen. Gegen ihn sind weitere Verfahren mit ähnlich gelagerten Tatvorwürfen anhängig. Der junge Mann wird in die Jugendhaftanstalt Neumünster verbracht.

Symbolbild.

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Text-Nummer: 144626   Autor: PD Lübeck   vom 29.04.2021 um 15.30 Uhr

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Kommentare zu diesem Text:

Batman

schrieb am 29.04.2021 um 16.18 Uhr:
Schade das ich nicht zufällig vor Ort gewesen bin.
Dann hätte man (...)...

LIlly

schrieb am 29.04.2021 um 18.37 Uhr:
Stand nicht am Anfang das beide Polizeilich bekannt sind? Wie viele Straftaten
Darf man verüben bis es Konsequenzen hat.

Micha

schrieb am 29.04.2021 um 20.00 Uhr:
...keine haftgründe vorlagen???
Ich glaube ich spinne?
Nur ein armer Mitläufer, oder wie?
Die Tat allein macht mich fassungslos, dass bei dem einen keine haftgründe vorlagen, sprachlos...schade,dass ich nicht zur rechten Zeit am richtigen Ort war...hier sieht man mal wieder, dass die Täter mehr Rechte genießen, als die Opfer...warum haben sie ihn nicht ins D Haus im lauerhof gesteckt, (...)...ob es dem interessiert hat, welchen schaden er seinem Opfer zu fügt?
Dem Opfer wirklich alles erdenklich Gute und vor allem Hilfe, diese schreckliche Tat zu verarbeiten...

Karlo

schrieb am 29.04.2021 um 20.17 Uhr:
Warum wird der 19jährige entlassen? Das verstehe ich nicht. Da er der ältere ist, sollte er Vorbild sein. Leider war er das falsche und sollte genauso bestraft werden. Er lacht sich eins und schickt wieder einen jüngeren vor. Die Justiz sollte härter durchgreifen, damit so was nicht mehr passiert. Dem Geschädigten wünsche ich alles Gute, und das so was nicht mehr passiert.

Micha

schrieb am 29.04.2021 um 20.37 Uhr:
...Lilly...ja, stand da...aber dass werden wir nie erfahren...täterschutz...der ist wichtiger als Opferschutz...Verhandlung wahrscheinlich ohne Öffentlichkeit, da Täter noch unter 21 und jugendstrafrecht genießen...ich könnte k..Zen!!!

Andi

schrieb am 30.04.2021 um 00.10 Uhr:
"Der Geschädigte wurde nicht verletzt."

Sorry, was ist das für eine Berichterstattung ???

Dann ist ja alles OK, ...kein Handlungsbedarf....

Zumindest wurde der Geschädigte doch in seinen Rechten verletzt, abgesehen von den psychischen Folgen.

Wer schreibt sowas ?

Pascal Scherm

schrieb am 30.04.2021 um 08.37 Uhr:
Dass die zwei jungen Männer einen Behinderten ausrauben ist besonders verwerflich und sollte bei der Bemessung des Urteils entsprechend berücksichtigt werden. Der grundsätzlich richtige erzieherische Ansatz des Jugendstrafrechts kann hier nicht greifen, da es sich bei zumindest einem der Täter offensichtlich um einen Intensivtäter handelt, der für pädagogische Maßnahmen nicht erreichbar ist. Viele Menschen wachsen in prekären Verhältnissen auf und hatten eine schwere Kindheit - jedoch ist Jeder für seine Entscheidungen und sein Tun selbst voll verantwortlich. Entsprechend plädiere ich in diesem Fall für eine empfindliche Strafe für beide Täter.

Hoher Norden

schrieb am 30.04.2021 um 09.03 Uhr:
Was hier wieder herumgepolltert wird wegen keiner Haftgründe entlasten.
Haftgründe sind z.B. : 1. Fluchtgefahr 2. Verdunkelungsgefahr 3. Bedrohnung von Opfer,Zeugen, Kompliziern oder deren Angehörigen 4.Es liegen Haftbefehle vor 5.Er hat schon mehrfach die gleichen Straftaten begannen und der Staatsanwalt hat die Nase voll und beantragt Haftbefehl. DAS SIND HAFTGRÜNDE!

Keine Haftgründe : 1.Fester Postalischer Woohnsitz 2.Soziales Umfeld 3.Fester Arbeitsplatz/Schule
Schwerer Raub/Einbruch (Waffen) Totschlag Mord (auch versuchter) heisst sofort JVA.

Mal überlegen, wenn wir jeden Ladendieb (Straftat) der nur für 1 Cent was klaut gleich in den Knast stecken müssen, hätten wir US Verhältnisse und WIR müssten mit Höheren Steuern das bezahlen, also wird nach Sachlage entschieden.

Micha

schrieb am 30.04.2021 um 14.39 Uhr:
...man hoher Norden...so ein Besserwisser hat gerade noch gefehlt!
Genau solche Bürokraten braucht das Land...manchmal ist ein erzieherischen Effekt hilfreicher als alle Bestimmungen...

Mitleserin

schrieb am 30.04.2021 um 19.52 Uhr:
(...)! Aufgrund des Jugendstrafrechts so lange mit Samthandschuhen angefasst, bis in ein paar Jahren etwas noch Schlimmeres passiert, als Raub. Dem Betroffenen wünsche ich von Herzen alles Gute und dass er sein Vertrauen in eine ihn schützende Gesellschaft nicht verliert.