Diese Seite verwendet Cookies für die Funktionalität und für anonymisierte Statistiken.
Stimmen Sie auch der Verwendung von Cookies durch Drittanbieter auf dieser Website für die Schaltung von personalsierter Werbung zu? Weitere Informationen
Sie können Ihre Zustimmung jederzeit auf der Seite Impressum / Datenschutz widerrufen.
Dort finden Sie auch weitere Informationen zu Cookies.

Sana Kliniken: Verdi kritisiert geplante Umstrukturierung

Lübeck: Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) kritisiert "die Ankündigung einer Massenentlassung der Sana Kliniken AG in der DGS pro.service GmbH." Bis Ende dieses Jahres sollen laut Gewerkschaft alle Geschäftsbereiche außer der Reinigung geschlossen und damit mehr als 1.000 Beschäftigte entlassen werden.

"Beschäftigten im Gesundheitswesen zu kündigen, ist für sich genommen schon ein Unding. Das auch noch mitten in der Corona-Pandemie zu tun, ist der Gipfel. Wir werden uns gegen die Entscheidung entschlossen wehren", sagte Steffen Kühhirt, verantwortlich für Gesundheitspolitik bei ver.di Nord. "Hier sollen Menschen von einem profitablen Klinik-Konzern vor die Tür gesetzt werden, die in den letzten Monaten tatkräftig mitgeholfen haben, den Krankenhausbetrieb am Laufen zu halten. Ein funktionierendes Krankenhaus ist Teamarbeit und besteht aus weit mehr Beschäftigtengruppen als Ärzten und Pflegefachpersonen."

"Von der angekündigten Massenentlassung sind auch sehr viele Beschäftigte im Norden betroffen. Von der gepriesenen Wertschätzung und Anerkennung während der Corona-Pandemie ist nichts mehr übrig. Der Konzern spiele mit der Existenzangst und den Zukunftssorgen der Menschen. Das ist unerträglich", so Kühhirt weiter. ver.di fordert den Sana-Vorstand auf, diese Maßnahme sofort zu stoppen.

"Von der jetzt angekündigten Teilbetriebsschließung, die bis spätesten zum 31. Dezember 2021 abgeschlossen sein soll, sind mehr als 1.000 Beschäftigte bundesweit betroffen", so die Gewerkschaft. "Geschlossen werden sollen alle Bereiche außer der Reinigung. Im Norden sind alle Standorte wie beispielsweise in Elmshorn, Pinneberg, Eutin, Ostholstein, Lübeck, Wismar und Bergen auf Rügen davon betroffen."

"Die angekündigte Maßnahme der Sana-Kliniken AG zeige, dass wir gesundheitspolitisch dringend umsteuern müssen, die Gesundheitsversorgung muss wieder in die öffentliche Hand.", so Kühhirt. "Krankenhauspolitik muss sich an der bestmöglichen Versorgung kranker Menschen ausrichten und nicht an wirtschaftlichen Interessen. Krankenhäuser zu führen wie Industrie-Konzerne, wird dem Versorgungsauftrag und den Beschäftigten nicht gerecht." kritisiert Kühhirt abschließend.

Ver.di Nord kritisiert die Umstrukturierung im Service-Bereich der Sana Kliniken. Symbolbild: Archiv

Ver.di Nord kritisiert die Umstrukturierung im Service-Bereich der Sana Kliniken. Symbolbild: Archiv


Text-Nummer: 144640   Autor: Ver.di   vom 30.04.2021 um 11.40 Uhr

Text teilen: auf facebook +++ auf Twitter +++ über WhatsApp

Text ausdrucken. +++  Text ohne Bilder ausdrucken.

Text kommentieren.


Kommentare zu diesem Text:

Anton

schrieb am 30.04.2021 um 12.20 Uhr:
Man möchte ko..en.
Kliniken und die damit verbundene medizinische Versorgung gehören ganz klar in staatliche Hand. Sana ist das beste Beispiel dafür, warum man so verfahren sollte.

Mitten in der Pandemie so eine Meldung ist schon mehr als ungeheuerlich.
Bekanntlich ist die Fluktuation unter jungen Pflegekräften im Krankenhaus hoch. Hauptursache ist die Arbeitsverdichtung. Dem Pflegenotstand kann Deutschland nur durch eine Verbesserung von Arbeitsbedingungen entgehen.

Pflegepersonalmangel in den deutschen Krankenhäusern ist zu einem der dominierenden Themen unserer Zeit geworden. Seit Jahren berichten deutschlandweit die Medien fast täglich über geschlossene Stationen, fehlende Hebammen oder gesperrte Betten in der Kinderintensivmedizin. Besondere Brisanz erhalten diese Berichte in Anbetracht des demografischen Wandels mit einem höheren Bedarf an stationärer Versorgung in den kommenden Jahren.

Und Sana baut weiter Arbeitsplätze ab, mit hohr Wahrscheinlichkeit wegen der Gewinnoptimierung.

JETZT wäre der Zeitpunkt, dass alle Bürger, die vor einigen Monaten für das Pflegepersonal geklatscht haben sich solidarisch zeigen.
Denn von Applaus alleine kann niemand seine Miete zahlen.

Mikael

schrieb am 30.04.2021 um 13.28 Uhr:
So sieht es aus wenn Gewinnmaximierung im Vordergrund steht. Es war ja mal das Städtische Krankenhaus Süd und die Hansestadt ist damals dem Trend gefolgt Tafelsilber zu verhökern, sie ist also moralisch mitschuldig an der jetzigen Situation.

Andreas

schrieb am 30.04.2021 um 16.16 Uhr:
@ Mikael: es ist einfach zu sagen, dass die Politiker die Krankenhäuser verscherbelt haben. Aber wo waren starke und vernehmbare Proteste dagegen. Da war nicht viel und deshalb sollten wir uns auch an die eigene Nase fassen und vielleicht bei den nächsten ähnlichen Aktionen, wie z.B. die Privatisierung unserer Autobahnen, besser aufpassen. Es bleibt ja nicht mehr viel, was privatisiert werden könnte. Aber mir fallen da noch unsere Schulen ein. Ein großes Potential für Investoren.

W. Boller

schrieb am 30.04.2021 um 18.50 Uhr:
Krankenhäuser gehören zur öffentlichen Daseinsvorsorge und somit in die öffentliche Hand. Es sind bundesweit wohl an die 50 % der Krankenhäuser privatisiert worden. Das war ein großer Fehler.
Die freie Marktwirtschaft kann es besser wurde früher behauptet. Die Bertelsmann Stiftung war gern mit der Behauptung dabei und hat die Bürger verdummt.
Die Marktwirtschaft will Geld verdienen. Dabei ist jedes Mittel recht. Schlechte Löhne für "einfaches" Personal und Zwang der Ärzte möglichst viele lukrative Fallzahlen zu schaffen. Manche OP war überflüssig.

Der Geschäftsleitung der Sana Kliniken fehlt jede soziale Moral. Und die CDU/CSU redet doch immer von sozialer freier Marktwirtschaft.
Und auch wenn es wenig bekannt ist, Herr Span ist Befürworter von weiteren Schließungen von kleineren Krankenhäusern.
Die großen Privaten sollen es richten.
Es ist leider schwer, diese privaten Kliniken zu boykottieren. Oft sind sie im erträglichen Einzugsbereich das einzige Krankenhaus.

Andreas Anders

schrieb am 30.04.2021 um 23.25 Uhr:
Hoffentlich werden die gleichen Menschen welche die Kündigung erhalten, nicht über Zeitarbeit wieder ins gleiche Unternehmen hereingeholt.
Wenn das geschieht sollte der Betriebsrat (wenn vorhanden) seinen Hut nehmen und die Geschäftsleitung sollte das 1x1 lernen, da jeder Mitarbeiter welcher länger als 1 Monat eingekauft wird, teurere für das Unternehmen wird/ ist.
(...)