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IHK Umfrage: Konjunkturklima steigt

Schleswig-Holstein: Die Stimmung in der Wirtschaft in Schleswig-Holstein hat sich im ersten Quartal 2021 leicht verbessert, der Konjunkturklimaindex steigt von 95 auf 100,4 Punkte. Die Unternehmen blicken wieder optimistischer in die Zukunft.

Nicht verbessert hat sich dagegen die momentane Lage. So bleibt der Index deutlich unter seinem langjährigen Durchschnitt von 110,3 Punkten. Aufgrund der Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung zeigt sich weiterhin ein geteiltes Bild: Während sich beispielsweise die Industrie gut erholen konnte, bleibt die Belastung in den direkt betroffenen Branchen sehr hoch.

Die aktuelle Geschäftslage verändert sich kaum gegenüber dem Vorquartal. Ein Drittel der Unternehmen (34 Prozent) schätzt sie als gut ein (Vorquartal: 36 Prozent), ein weiteres Viertel (24 Prozent) bewertet sie schlecht. Robust zeigt sich die aktuelle Finanzlage in den Betrieben: Drei Viertel sehen keine negativen Auswirkungen – eine Verbesserung gegenüber 67 Prozent im vierten Quartal 2020. Ebenfalls aufgehellt haben sich die Erwartungen der Unternehmen. Jeder fünfte Betrieb (20 Prozent) rechnet mit einer Verbesserung seiner Situation (Vorquartal: 16 Prozent). Dagegen gehen nur noch 28 Prozent von schwächeren Vorzeichen aus (Vorquartal: 37 Prozent). Die Exporterwartungen veränderten sich kaum: 29 Prozent planen mit Exportzunahmen, 28 Prozent mit Abnahmen. So hat sich die Exportlage normalisiert, denn im vierten Quartal 2020 rechneten noch 58 Prozent der Unternehmen mit sinkenden Exporten.

„Der anziehende Welthandel sorgt für eine spürbare Belebung in vielen Branchen. Zwar sehen wir eine leichte Erholung unseres Klimaindexes, jedoch relativiert sich diese positive Entwicklung aus zwei Gründen. Zum einen ist dies vorwiegend auf die optimistischeren Geschäftserwartungen zurückzuführen und nicht auf die aktuelle Lage. Zum anderen stellt sich die Situation in den einzelnen Branchen im Land weiterhin sehr unterschiedlich dar“, fasst Friederike C. Kühn, Präsidentin der IHK Schleswig-Holstein, das Umfrageergebnis zusammen.

Das verarbeitende Gewerbe kann seinen Erholungskurs weiter fortsetzten. Sowohl die aktuelle Geschäftslage als auch die Erwartungen haben sich verbessert: Vier von zehn Industrieunternehmen (39 Prozent) schätzen ihre aktuelle Situation gut ein (Vorquartal: 39 Prozent). Gleiches gilt für den Großhandel: 40 Prozent berichten von einer guten Geschäftslage (Vorquartal: 39 Prozent), und auch die Erwartungen und Pläne fallen optimistischer aus. Die Baubranche zeigt sich weiterhin robust und konnte ihre Lage ebenfalls leicht verbessern. 44 Prozent der Befragten bewerten ihre aktuelle Lage gut (Vorquartal: 36 Prozent). Anders stellt sich die Situation in der Dienstleistungsbranche und im Verkehrsgewerbe dar. Hier trübt sich die Lage erneut ein. Deutlich mehr Dienstleister, nämlich 28 Prozent, sprachen im Vergleich zum vierten Quartal (19 Prozent) von einer Verschlechterung ihrer Situation. Im Verkehrsgewerbe sehen 46 Prozent eine aktuell schlechte Geschäftslage; im Vorquartal lag dieser Anteil bei 27 Prozent.

Sorgen bereitet weiterhin die Lage des Einzelhandels: Mehr als jeder zweite Einzelhändler (51 Prozent) beurteilt die aktuelle Geschäftslage als schlecht, zwei Drittel (65 Prozent) haben es mit geringeren Umsätzen zu tun. Die Ertragslage bewerten weit über die Hälfte (61 Prozent) als schlecht. Auch die Zukunftsaussichten fallen pessimistisch aus: 45 Prozent rechnen mit einer weiteren Verschlechterung der Geschäftslage. Ole Singelmann, Geschäftsführer des Hagebaumarktes Husum, bestätigt den Trend aus Sicht eines betroffenen Unternehmers: „Nachdem wir als Händler den Shutdown hinter uns bringen konnten, stehen wir spätestens heute vor den Folgen des bisherigen Pandemieverlaufs. Die ersten Anzeichen hatten sich schon im vergangenen Jahr angekündigt: Lieferketten sind eingebrochen, es herrscht eine Rohstoffknappheit, Containermieten in Fernost sind explodiert und die Preise im Markt steigen rasant. Die Warenverfügbarkeit ist in vielen Bereichen eingeschränkt bis hin zu gar nicht mehr vorhanden.“

Die Unternehmenspläne bleiben trotz leichter Verbesserungen verhalten. Die Beschäftigungsaussichten konnten sich noch einmal leicht verbessern. Knapp 17 Prozent der Befragten stellen sogar steigende Beschäftigungszahlen in Aussicht. Die Investitionspläne bleiben im ersten Quartal 2021 auf dem gleichen Niveau wie zum Ende des Jahres 2020. Gut 70 Prozent wollen ihre Investitionen mindestens konstant halten, fast ein Viertel will im kommenden Geschäftsjahr mehr investieren. Das Hauptmotiv ist dabei für 63 Prozent der Unternehmen der Ersatzbedarf. Investitionen in Rationalisierungsmaßnahmen halten 36 Prozent für notwendig und 31 Prozent der Unternehmen gaben Produktinnovationen als Hauptmotiv künftiger Investitionen an.

Die Risikoeinschätzung der Unternehmen wird weiterhin von der Corona-Krise beeinflusst. Das größte Geschäftsrisiko wird in den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen gesehen, die mit vielen Unsicherheiten behaftet sind (62 Prozent). Der Fachkräftemangel tritt etwas in den Hintergrund, wird jedoch von fast der Hälfte der Unternehmen (46 Prozent) als Risiko eingestuft. Die Inlandsnachfrage wird krisenbedingt von den Unternehmen, besonders im Handel, als großes Risiko wahrgenommen (43 Prozent). Im Produzierenden Gewerbe werden steigende Energie- und Rohstoffpreise derzeit als größtes Geschäftsrisiko gesehen (58 Prozent).

„Trotz leichter Erholung des Konjunkturklimas betrachten wir die Situation in einigen Branchen mit großer Sorge. Es kommt nun vor allem darauf an, die Bedürfnisse der hart getroffenen Unternehmen nicht aus dem Blick zu verlieren“, so das Fazit von Friederike C. Kühn.

Friederike C. Kühn, Präsidentin der IHK Schleswig-Holstein. Foto: Olaf Malzahn

Friederike C. Kühn, Präsidentin der IHK Schleswig-Holstein. Foto: Olaf Malzahn


Text-Nummer: 144644   Autor: IHK   vom 30.04.2021 um 12.40 Uhr

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