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Impfungen in Unterkünften für Flüchtlinge

Lübeck: Die ersten 130 von 600 impfberechtigten Bewohner der Lübecker Flüchtlingsunterkünfte haben jetzt - als Angehörige der Prioritätengruppe 2 - ihre erste Corona-Schutzimpfung erhalten. Wie wichtig die Maßnahme ist, zeigte der Corona-Ausbruch in einer Unterkunft in Travemünde

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Zu ihnen gehören auch Satenik Avetisyan und ihr Mann. Die armenische Familie wohnt mit zwei Töchtern in der Gemeinschaftsunterkunft Polarisweg. Die 34-Jährige ist sehr froh über ihre Impfung: „Ich habe keine Angst“, sagt sie und betont: „Das ist wichtig für unsere Gesundheit.“

Am Mittwoch hatte die Gemeindediakonie Lübeck in Zusammenarbeit mit der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH) zwei Impfzentren auf dem Gelände der Gemeinschaftsunterkünfte Fackenburger Allee (St. Lorenz-Nord) und Festwiesenweg (Kücknitz) aufgebaut. Auch Mitarbeitende der Unterkünfte waren berechtigt und nahmen die Gelegenheit wahr, sich impfen zu lassen.

„Die Impfaktion ist uns sehr wichtig im Sinne der Gesundheit aller, die in den Unterkünften leben und arbeiten“, betonte André Weidmann, Leiter des Bereichs Obdach und Asyl der Gemeindediakonie Lübeck. „Einige Bewohner hier vor Ort haben sich spontan noch zur Impfung angemeldet, nachdem sie mitbekommen haben, dass es den Geimpften gut geht“, berichtet der Stellvertretende Leiter Obdach und Asyl, Heiko Praetz. Das werde sich sicherlich auch in den anderen Unterkünften herumsprechen.

Die Mitarbeiter in den Unterkünften haben den Bewohnern vorab ausführliche Aufklärungsbögen in verschiedenen Sprachen ausgehändigt und ihre Impfbereitschaft erfragt. Die Bögen inklusive einer medizinischen Anamnese wurden dann ausgefüllt wieder eingesammelt. „Die Daten haben wir dann händisch in eine Datenbank der KVSH eingetragen“, so Heiko Praetz. Etwas Verwirrung habe es um den Impfstoff gegeben, ergänzt André Weidmann. Dadurch sei die doppelte Arbeit angefallen. Letztlich sei es dann aber bei dem Impfstoff von Biontech geblieben. Das bedeute, dass es in etwa vier Wochen für alle die zweiten Impfungen geben werde. Weidmann: „Bei der Gelegenheit werden wir womöglich auch weitere Erstimpfungen für Berechtigte anbieten können.“

Im improvisierten Impfzentrum in der Fackenburger Allee lief alles reibungslos. Geduldig warteten die Menschen aus den verschiedenen Wohnanlagen auf dem Hof der Gemeinschaftsunterkunft, begleitet von Betreuern sowie fünf Dolmetschern für die Sprachen Farsi, Dari, Arabisch, Kurdisch, Tigrinya und Russisch. Draußen waren die Anmeldung sowie Wartebereiche aufgebaut. Nach Anmeldung bei der Ärztin des Mobilen Impfteams, Anna-Sophie Liegmann, und bei Heiko Praetz wartete Betreuungsassistent Mustafa Tareq Obaid am Eingang mit dem Fiebermessgerät. „Auch ich konnte mich heute schon impfen lassen“, freute er sich.

Nach dem kurzen Temperaturcheck und Desinfektion der Hände durften die Impflinge einzeln hinter einen Paravent gehen, wo Krankenschwester Stephanie Lewe und eine Mitarbeiterin für die Dokumentation warteten. Von acht Uhr morgens bis in den Nachmittag hinein hat Stephanie Lewe hier ohne Pause durchgeimpft. „Die Leute sind sehr lieb und aufgeschlossen“, sagt sie. „Sie begegnen der Situation sehr positiv.“

Satenik Avetisyan hat das Impfangebot sofort angenommen. Fotos: Gemeindediakonie

Satenik Avetisyan hat das Impfangebot sofort angenommen. Fotos: Gemeindediakonie


Text-Nummer: 144668   Autor: Gemeindediakonie/red.   vom 02.05.2021 um 11.23 Uhr

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Kommentare zu diesem Text:

Ein Normalbürger

schrieb am 03.05.2021 um 08.50 Uhr:
Vorab, NEIN, ich bin nicht rechtsradikal, trotzdem fragt man sich, warum die Leute aus den Flüchtlingsunterkünften ihre Zweitimpfung bereits nach 4 Wochen erhalten und jeder Berechtigte erst nach frühstens 5, eher nach 6 Wochen erhält.

Henry Armitage

schrieb am 03.05.2021 um 10.22 Uhr:
@Ein Normalbürger

Vielleicht weil das abhängig davon ist, welcher Impfstoff verwendet wird?
Oder weil man aus logistischen Gründen planen muss wann die Massenimpfung in den Unterkünften möglich ist?
Vielleicht zieht man aber auch tatsächlich bewusst um eine (!) Woche vorauch, weil es sinnvoll ist in Massenunterkünften auf Grund des beengten Wohnraums die Impfungen schnellst möglich umzusetzen, bevor wieder irgendwo ein "Ansteckungsherd" entsteht?

Suchen Sie sich was aus. ;)

Dissident

schrieb am 03.05.2021 um 10.26 Uhr:
@Ein Normalbürger: soweit ist es schon gekommen in diesem Lande, "dem besten Deutschland was wir jemals hatten", dass man sich für eine berechtigte Frage rechtfertigen und vorbeugend abgrenzen muss.

Birca Seec

schrieb am 03.05.2021 um 10.35 Uhr:
@Ein Normalbürger Es heißt, dass 2/3 der Menschen auf der Intensivstation einen Migrationshintergrund haben. Sind diese geimpft, ist auch das Krankenhaus entlastet. Daher ist es sinnvoll so und schützt uns alle.

Ein Normalbürger

schrieb am 03.05.2021 um 11.34 Uhr:
@Birca Seec:
Wenn das tatsächlich so sein sollte stellt sich die Frage, warum das so ist. Offenbar hält man sich dann dort wohl nicht an die Aha-Regeln!
Und an die anderen Kommentartoren: so ein Quatsch bezüglich des Impfstoffe!! Alle anderen werden mit Biontech erst nach 5-6 Wochen zweitgeimpft!
Es scheint einfach so, als sei der Stellenwert einer Person aus einer Flüchtlingsunterkunft höher, als der eines Bürgers, der nicht eingewandert ist.
Die Verantwortlichen sollten sich schämen

Opas gegen Links

schrieb am 03.05.2021 um 11.59 Uhr:
Das Migranten auf der Intensiv überrepräsentiert sind hat nicht zwingend mit fehlender Disziplin zu tun. Hauptgrund scheinen die Wohn- und Arbeitsverhältnisse zu sein. Größere Familien die oft sehr beengt wohnen, dazu die Großeltern die so oder so schon zur Risikogruppe gehören.
Der Zweite Punkt sind oft prekäre Arbeitsverhältnisse. Auf der anderen Seite muss ich aber auch sagen, wenn mir in der Stadt Menschen ohne Maske auffallen, dann sind es meist Menschen aus genau diesen Kreisen.

neolina

schrieb am 03.05.2021 um 12.53 Uhr:
Lieber Normalbürger,

es kommt und kam schon immer auf den Impfstoff an, der verwendet wird. Biontech hat 4 Wochen, das ist bei meinee Mutter auch so und jeder, der schin versucht hat, einen Termin im Imofzrntrum zu ergattern, konnte direkt an den festgelegten Terminen für die Erst- und Zweitimpfung feststellen, womit geimpft wird: Biontech 4 Wochen dazwischen, Astra 12.
Dass prozentual mehr Menschen mit Migrationshintergrund erkranken (und pos. testen) hat nicht unbedingt mit Ignoranz irgendwelcher Regeln zu tun, sondern oft mit der ebensolchen höheren Wahrscheinlichkeit, sich in sozial beengteren Räumen zu bewegen und gefährdetere Arbeitsstellen aufsuchen.

Was mich erstaunt, ist ganz etwas anderes, nämlich : "Das bedeute, dass es in etwa vier Wochen für alle die zweiten Impfungen geben werde. Weidmann: „Bei der Gelegenheit werden wir womöglich auch weitere Erstimpfungen für Berechtigte anbieten können.“" - > was bedeutet denn bitte "womöglich". Alle sind als Mitglieder der Gruppe 2 impfberechtigt, und bis dahin werden bleiben 450 von 600 ungeimpft? Und dann gucken wir mal? Obwohl sie ein höheres Risiko für sich und andere tragen? Obwohl am 10.5. bereits Gruppe 3 geöffnet wird? Verstehe ich nicht.

ist bekannt

schrieb am 03.05.2021 um 13.40 Uhr:
So langsam bekomme selbst ich ´ne fette Krawatte;
Da gehste als Mitfuffziger seit März 2020 in Kurzarbeit täglich zum Dienst, achtest selbst im Treppenhaus auf Maske-Abstand-und-so-heiter-weiter, freust dich über ´ne Currywurst im Gehen samt Luca wenn Andere weder diese nutzen noch den Zettel ausfüllen und dann lieste, dass in solchen und solchen Unterkünften geimpft wird. No panic, ich driffte weder zu der noch zu der Seite ab, aber ganz normal ist das nicht. Liebe Regierende, wundert Euch nicht, wenns demnächst so´n richtig blödes Wahlergebnis gibt.

Det

schrieb am 03.05.2021 um 19.48 Uhr:
Hallo,

Asylbewerber werden in einer Sonderaktionen geimpft, unsere Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren müssen sich selbst um einen Termin online bemühen, was bei der angespannten Lage fast unmöglich ist. Eine Aktion der Feuerwehr für eine Impfung der Mitglieder in kürzester Zeit durch Restbeständen oder als Aktion im Impfzentrum wurden von der Landesregierung abgelehnt. Das Ehrenamt hat also nicht den Stellenwert wie unsere Politiker immer behaupten.

Det

Micha

schrieb am 03.05.2021 um 23.45 Uhr:
...Henry...dazu kann ich nur sagen, bei dem bionTec muß ich 6 Wochen warten auf meine zweite Impfung...bei astra ist es noch länger...ich frage mich, warum frau Merkels Gäste überhaupt schon dran sind mit impfen?
Ich jedenfalls finde es eine riesen Schweinerei!!!
Meine Frau und ich sind Priorität 2. Meine Frau ist schon Rentner, ich nicht.
Beide habe ich uns angemeldet, nur ich,der noch steuern verdient, wurde berücksichtigt. Dann wollte ich meiner Frau vor Ort meinen Termin abtreten. Obwohl sie den impfberechtigungsnachweis mit hatte, wurde dieses am Impfzentrum abgelehnt.
Das würde aus bürokratischen Gründen nicht gehen, hieß es...auf gut deutsch:wer noch steuern einbringt und die Priorität hat, wird geimpft, die Leute,die dem Staat Geld kosten, nicht.
In Hamburg hat sie innerhalb von 6 Tagen, heute ihre erste Impfung erhalten. Auch hier gab es erst Schwierigkeiten. Angeblich würde es nicht gehen, da aus SH.
Ich habe mir dann erlaubt zu fragen, warum denn Hamburger in lübeck geimpft werden?
Aussage:
Entweder ist deren Arbeitgeber hier ansässig,oder sie hätten hier einen zweitwohnsitz, sprich Ferienwohnung etc.
Meine Frau hat dann die Arbeitgeber Bescheinigung raus geholt. Sie fährt für eine Hamburger Firma in lübeck schulkinder auf minijob Basis. Da ging plötzlich alles ganz schnell.
Es ist für mich aber eine Diskriminierung sonder gleichen,dass bedürftige Rentner in SH immer noch nicht mit impfterminen berücksichtigt werden und es wahrscheinlich noch viele Rentner gibt, die auf hoffnungslos auf einen Termin warten und Leute,berücksichtigt werden, die nach Aussage von Frau Merkel, ihre Gäste sind...bei dem Vorgehen kommt mir der Gedanke an eine Triage...

Andre Warnke

schrieb am 04.05.2021 um 10.56 Uhr:
Opas gegen Links schrieb am 03.05.2021 um 11.59 Uhr:

Haben Sie schon einmal an das Fastenbrechen im Familienkreis beim Ramadan gedacht, an Hochzeten mit 300 und mehr Gästen trotz Corona, an Beerdigungen an denen Großfamilien teilnehmen und sich eben nicht an die Regeln halten, sogar die Polizei aus taktischen Gründen, der "Sensibilität" nicht eingreift? Viele Pressemitteilungen waren die Folge und die Redaktionen waren erstaunt, wie tolerant dort die gesetzlichen Regelungen gehandhabt wurden.

Diese Superaktivitäten werden so gar nicht von Ihnen erwähnt. Dafür das gebetsmühlenartig wiederholte Dogma, daß viele Migranten, oder ehemalige Migranten unter schlechteren Arbeitsbedingungen arbeiten müssen. Das ist völlig absurd,da wir eine klare Gesetzgebung haben, die für alle gilt.
Zum Anderen widerspricht das den fundamentalen Grundsätzen ud Aussagen der Regierung, das überwiegend Fachkräfte, Ingenieure und Mediziner nach Deutschland gekommen sind. Andere dürfen vom Gesetzgeber gesetzlich geregelt,je nach Status , die ersten Jahre gar nicht arbeiten.

Aber wehe, man nimmt die Maske einen Meter VOR dem Auto auf dem Parkplatz abends um 20.00 Uhr ab. Da kommen die Odnungskräfte wie von Geisterhand aus dem Knick!