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Schmidtke: Lübecker Flughafen als Vorbild beim Umweltschutz

Lübeck: Der Innovationsbeauftragte der Bundesregierung für „Grünen Wasserstoff“, Dr. Stefan Kaufmann (CDU), hat Lübeck auf Einladung der Bundestagsabgeordneten für Lübeck und das nordwestliche Herzogtum Lauenburg Prof. Dr. Claudia Schmidtke (ebenfalls CDU) Flughafen und Seehafen in Lübeck besucht.

Beim Geschäftsführer des Lübecker Flughafens Prof. Dr. Jürgen Friedel stößt das Thema „Wasserstoff im Flugverkehr – Synthetisches Kerosin“ auf mehr als nur offene Ohren: „Den Luftverkehr C02-neutral durchzuführen, ist eine zwingende Zukunftsaufgabe der Luftfahrtbranche.“ Zugleich weist der Geschäftsführer auf die technologischen Herausforderungen hin, die mit der gewünschten CO2-Neutralität verbunden sind. Das Gewicht, das in der Luft transportiert werde, bestimme maßgeblich den Energieverbrauch: „Bei dem heutigen Stand der Technik benötigt man, um den gleichen Energieinhalt eines Kilogramms Kerosin zu erreichen, ca. 30 Kilogramm Batterie. Deshalb sind Batterien für längere Flugstrecken heute und auf absehbare Zeit keine Alternative.“ Flugzeuge hätten eine lange Lebensdauer und die Entwicklungszeiten für neue Flugzeuge seien sehr hoch. Prof. Friedel: „Bis die weltweite Flotte auf C02-neutrale Techniken umgestellt ist, vergehen noch Jahrzehnte. Deshalb sollte die heutige Infrastruktur am Boden ebenso wie die heutige Flugzeugflotte auf synthetisches Kerosin umgestellt werden.“

Der Innovationsbeauftragte der Bundesregierung für „Grünen Wasserstoff“, Dr. Stefan Kaufmann hat die Aufgabe, die Umsetzung der Nationalen Wasserstoffstrategie zu begleiten und konsequent voranzutreiben. Kaufmann: „Mit der neuen Fluglinie ‚Lübeck Air‘ besteht die Chance, das Thema ‚Synthetisches Kerosin‘ frühzeitig in die weitere Expansion der Airline einzubinden. In diese Richtung lief auch das heutige Gespräch. Ich freue mich über das sehr große Interesse des Fluglinienbetreibers bezüglich der Umweltfreundlichkeit des Luftverkehrs.“

Dies sieht auch die Bundestagsabgeordnete Prof. Dr. Claudia Schmidtke so: „Synthetisches Kerosin ist ebenso wie Grüner Wasserstoff ein Ergebnis der Elektrolyse mithilfe erneuerbarer Energien. Beide Energieträger können erheblich dazu beitragen, auch Flugverkehr klimaneutral zu machen. Schmidtke: „Wir werden auch in Zukunft nicht auf Flugverkehr verzichten können - und ich füge hinzu: Wir werden das auch nicht wollen. Daher müssen wir alle Möglichkeiten nutzen, um Flugverkehr zukunftsfähig zu machen. Ich freue mich sehr, dass der Flughafen Lübeck hier eine Vorbildrolle einnehmen möchte.“

Geschäftsführer Friedel hat auch bereits einen Plan, wie er den Wandel hin zum umweltfreundlichen Luftverkehr angehen möchte: „Diese Umstellung kann schrittweise mit zunehmender Verfügbarkeit synthetischer Kraftstoffe erfolgen. Auch wenn synthetisches Kerosin heute noch ein Mehrfaches gegenüber der konventionellen Variante kostet, sehe ich es als einen vernünftigen Weg, jetzt etwas zu tun.“

Friedel betont, das Billigfliegen sei vorüber, Qualität und Umweltschutz hielten Einzug in die Luftfahrt: „Fluggäste müssen bereit sein, höhere Preise zu akzeptieren.“ Er fordert: „Die Erzeugung von Wasserstoff aus Energiequellen, die nachhaltig sind, muss massiv vorangetrieben werden.“

Zweite Station auf der Fahrt durch den Wahlkreis von Prof. Dr. Claudia Schmidtke war die Reederei Hans Lehmann. Das Unternehmen existiert seit den 1950er Jahren und transportiert Ladung aller Art über die sieben Weltmeere. Die Firmengruppe definiert den Umweltschutz als integralen Bestandteil ihrer Unternehmensphilosophie und geht innovative Wege um die Umwelt zu schützen und globale Ressourcen zu schonen.

Schmidtke: „Schiffsverkehre sind aus zwei Gründen wichtig für die Wasserstoffwirtschaft: Einerseits als Transporteur von Wasserstoff - zum Beispiel aus sonnenreichen Regionen mit starker Sonneneinstrahlung.“ Andererseits sei Wasserstoff ein möglicher Energiespeicher für den Schiffsverkehr selbst. „Darüber hinaus empfangen wir hier im Lübecker Hafen RoRo-Verkehre, also geht es um LKW, die im besten Fall ebenfalls mit Wasserstoff fahren und eine entsprechende Infrastruktur vorfinden sollten. Ich freue mich daher, dass wir heute mit der Lehmann KG darüber sprechen können."

Die Forderung nach einer entsprechenden Infrastruktur stellt auch Holger Lehmann, Geschäftsführer der Lehmann KG. Er sagt: „Grüner Wasserstoff zu marktwirtschaftlichen Preisen aus erneuerbaren Energien wird zur Realisierung der Energiewende dringend erforderlich sein.“ Die notwendige Technik sei soweit bekannt und solle durch staatliche Fördermaßnahmen im Güterverkehr vorangetrieben werden. Lehmann weiter: „Schleswig-Holstein sollte als windreiches Bundesland zwischen den Meeren die Chancen zur Produktion von Wasserstoff nutzen und die unabdingbare Infrastruktur wie z. B. Wasserstoff-Tankstellen regional bereitstellen.“ Der Innovationsbeauftrage der Bundesregierung für Grünen Wasserstoff freut sich über das Engagement und begrüßt die Sichtweise Lehmanns. „Das heutige Gespräch mit der Hans Lehmann KG hat gezeigt, dass wir auch unter den Reedereien sehr engagierte Partner haben, die in den kommenden Jahren den Wandel hin zu einer umweltfreundlichen Antriebstechnik wirkungsvoll vorantreiben können und wollen.

Prof. Dr. Schmidtke erklärt zusammenfassend: „Wasserstoff ist ein entscheidender Energiespeicher der Zukunft und kann unglaublich vielfältig eingesetzt werden. Wirtschaftsstandorte werden sich daher künftig auch danach auszeichnen, wie die Infrastruktur vor Ort aussieht, ob zum Beispiel genügend Wasserstofftankstellen vorhanden sind.“ Dies gelte für eine nationale Volkswirtschaft, aber auch im Kleinen, in der Region. Professorin Schmidtke: „Wir müssen daher frühzeitig vor Ort die Nachfrage organisieren. Ich plädiere sehr für eine lokale Wasserstoffstrategie.“

Dr. Stefan Kaufmann, Prof. Dr. Jürgen Friedel und Prof. Dr. Claudia Schmidtke sprachen über synthetisches Kerosin für einen CO2-neutralen Flugverkehr. Foto: Büro CS

Dr. Stefan Kaufmann, Prof. Dr. Jürgen Friedel und Prof. Dr. Claudia Schmidtke sprachen über synthetisches Kerosin für einen CO2-neutralen Flugverkehr. Foto: Büro CS


Text-Nummer: 144669   Autor: Büro CS   vom 02.05.2021 um 11.29 Uhr

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Kommentare zu diesem Text:

W. Boller

schrieb am 03.05.2021 um 18.20 Uhr:
Beide besuchte Firmen erklären die Notwendigkeit "grünes" Kerosin, "grünen" Marinediesel oder "grünen" Wasserstoff in Zukunft verfügbar zu haben.
Keine der beiden Firmen hat es und kann es folglich nicht einsetzen. Warum also wird der Flughafen als super umweltfreundlich angepriesen?

Die CDU hat Angst vor den Grünen und konstruiert so das CDU-Interesse am Umweltschutz.
Ein ganz schwacher Versuch Frau Bundestagsabgeordnete.