Diese Seite verwendet Cookies für die Funktionalität und für anonymisierte Statistiken.
Stimmen Sie auch der Verwendung von Cookies durch Drittanbieter auf dieser Website für die Schaltung von personalsierter Werbung zu? Weitere Informationen
Sie können Ihre Zustimmung jederzeit auf der Seite Impressum / Datenschutz widerrufen.
Dort finden Sie auch weitere Informationen zu Cookies.

Forum für Migranten begrüßt Aufholpaket

Lübeck: Archiv - 08.05.2021, 11.03 Uhr: Das Forum für Migranten der Hansestadt Lübeck begrüßt, dass die Bundesregierung das „Aufholpaket“ für Kinder und Jugendliche, zur Unterstützung sozial schwacher Familien in der Corona-Krise, auf den Weg gebracht hat. Es gehe um Nachhilfe und Freizeit - damit werde vielen Familien mit Migrationshintergrund geholfen.

Um die der Pandemie geschuldeten Lernrückstände abzubauen, soll Nachhilfeunterricht gefördert werden. Mit den vom Bund zur Verfügung gestellten Mitteln sollen die Länder, unter anderem in den Sommerferien, Sommercamps und Lernwerkstätten organisieren, mit Beginn des neuen Schuljahres soll es unterrichtsbegleitende Fördermaßnahmen in den Kernfächern geben. Im Bereich der frühkindlichen Bildung wird es bundesweit zusätzliche Sprach-Kitas geben. Gerade in sozialen Brennpunkten seien hier, während der Pandemie, Versäumnisse entstanden. Außerdem sollen Kinder und Jugendliche Unterstützung erhalten, damit sie Angebote zur Ferien- und Freizeitgestaltung wahrnehmen können.

Der Vorstand des Forums für Migrantinnen und Migranten teilt die Einschätzung der Bundesbildungsministerin Anja Karliczek hinsichtlich der entstandenen Lernrückstände, aufgrund Unterrichtsausfalls, bei vielen Schülern. „Wir, als Interessenvertretung für rund 54.000 Lübecker aus 164 Ländern, begrüßen die beschlossenen Maßnahmen. Sie werden für ein Stück Bildungsgerechtigkeit sorgen und gegen die weitere Spaltung der Gesellschaft beitragen“, hält Spyridon Aslanidis, Vorsitzender des Vorstands und zuständig für Wirtschaft und Arbeit, fest.

„Wir erwarten, dass sich auch unsere Landesregierung substanziell daran beteiligen wird, denn Bildung ist zuallererst Ländersache und Bildung ist die Basis für eine funktionierende Demokratie“, ergänzt die 1. stellv. Vorsitzende, Parva Soudikani, welche im Forum den Schwerpunkt Migrantenselbstorganisationen und Demokratie verantwortet.

Schon nach der Bekanntmachung der Erkenntnisse des Bundesverbandes Netzwerke von Migrantenorganisationen e.V., im Mai 2020, hinsichtlich der negativen Auswirkungen von Covid-19 auf Kinder und Jugendliche aus Familien mit Migrationshintergrund, hat der Forumsvorstand sich schriftlich (17. Mai 2020) an die Landesregierung gewandt. Nach weiteren Erfahrungen, aus direkten Gesprächen mit Schulen, Migrantenorganisationen und anderen, hat der Vorstand des Forums im November 2020 einen zweiten Brief verfasst. Auch wenn jetzt die dritte Covid-19-Welle gebrochen zu sein scheint und die europäische Zulassung des Biontech-Impfstoffs für Kinder, im Alter ab 12 Jahren, absehbar ist, hat das Forum in einem dritten Brief an die Landesregierung (19. März 2021), rechtzeitig vor der Integrationsministerkonferenz, mögliche Maßnahmen angesprochen, welche es nach wie vor für sinnvoll hält. Der Vorstand sieht in der Person des Staatssekretärs, Herrn Torsten Geerdts, einen zuvorkommenden Mitstreiter bei der Landesregierung. „Es freut uns auch, dass die Ministerin für Inneres, ländliche Räume, Integration und Gleichstellung des Landes Schleswig-Holstein, Frau Dr. Sütterlin-Waack, das Forum als wichtigen Ansprechpartner betrachtet, wie sie in ihrem Antwortschreiben betont. Wir bieten unsere Expertise der Landesregierung an, weil wir ein gemeinsames Ziel haben und wir ihr vertrauen“, so Spyridon Aslanidis.

„Es braucht eine langfristige Strategie, eine jahrelange pädagogisch durchdachte Förderung“, pointiert die Beisitzerin Narmin Mohammad (Schwerpunkt: Jugend und Bildung). „Und dazu müssen Lehrer-, Eltern- und Schülervertretungen involviert werden“, meint dazu die Beisitzerin Dalila Mecker (Schwerpunkt: Familie und Soziales).

Der zusammengebrochene Lernerfolg sei nur einer von vielen negativen Auswirkungen von Covid-19. „Bewegungsmangel, fehlende kulturelle Aktivitäten, Vereinsamung, Zunahme von Gewalttaten – all diese Aspekte haben Auswirkungen auf unsere Gesellschaft“, ist der 2. stellv. Vorsitzende, Aydin Candan (Schwerpunkt: Flüchtlinge, Antirassismus und Kultur), überzeugt.

Der Forumsvorstand plädiert dafür, dass mittels Zwischen-Evaluationen die Wirkung der Maßnahmen überprüft werden sollten und dann ggf. nachgesteuert werden sollte. Gebraucht würden bspw. Tutorien, Coaching, Mentoring (z.B. in Sachen „Lernen lernen“, „soziale Kompetenzen“, „Teilhabe, Vielfalt, Demokratie“), ein mehrsprachiges Informations- und Beratungsangebot, sozialpädagogische Beratung für Kinder, Jugendliche und Eltern, welche das Bildungs- und Schulsystem in Deutschland nicht gut kennen. „Wir, als Gesellschaft, können es uns nicht leisten, dass Kinder und Jugendliche auf der Strecke bleiben. Es geht um unsere gemeinsame Zukunft. Die Probleme und Chancen, der Zusammenhalt und die Gerechtigkeit von morgen entstehen heute!“, so abschließend Spyridon Aslanidis.

Das Forum vertritt die Interessen der Migranten in der Hansestadt Lübeck.

Das Forum vertritt die Interessen der Migranten in der Hansestadt Lübeck.


Text-Nummer: 144801   Autor: Forum/red.   vom 08.05.2021 um 11.03 Uhr

Text teilen: auf facebook +++ auf Twitter +++ über WhatsApp

Text ausdrucken. +++  Text ohne Bilder ausdrucken.