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Gavnø-Altar nach einem Jahr Sanierung wieder ausgestellt

Lübeck - Innenstadt: Das Gavnø-Retabel zählt zu den großen Schätzen des St. Annen-Museums. Der kostbare dreiflügelige Altar wurde um 1515 von Jacob van Utrecht gemalt. Nun wurde er mehr als ein Jahr lang aufwendig von der Lübecker Firma Butt restauriert.

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Unter dem Titel „Spuren der Jahrhunderte - Zur Restaurierung des Gavnø-Retabels“ können Besucher ab Samstag, den 5. Juni, in die spannende Restaurierungsgeschichte eintauchen und die Maßnahmen und Ergebnisse der Arbeiten nachvollziehen. „Dabei erhält man Einblick in naturwissenschaftliche, technische und handwerkliche Anteile, die in der Restaurierung zusammenfließen“, so Miriam Mayer, die als Volontärin des St. Annen-Museums die Kabinettausstellung kuratiert hat.

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Bei der Bearbeitung konnten immer wieder Hinweise auf frühere Eingriffe festgestellt werden: Die Tafeln aus dem frühen 16. Jahrhundert blicken demnach auf eine lange und bewegte Restaurierungsgeschichte zurück. Die Rückführung der alten Maßnahmen ermöglicht nun erstmals wieder eine Annäherung an das originale Erscheinungsbild der Malereien. Mithilfe von Mikroskopaufnahmen wurden Details wie Werkzeugspuren, Krakelee und Absplitterungen vergrößert dargestellt. Untersuchungen mit UV-Licht machten Retuschen, ältere Übermalungen und Firnisse sichtbar. Winzige Proben aus der Malschicht gaben Aufschluss über die verwendeten Pigmente und Bindemittel sowie die Dicke verschiedener Farb- und Firnisschichten. Zudem wurden verbräunte Firnisse abgenommen, wodurch nun die volle Farbigkeit und Schönheit des Altars wieder zur Geltung kommt. Dabei fallen jetzt auch Details ins Auge, die bisher keine Beachtung fanden. Und auch die Unterzeichnung, die mittels Infrarotkamera sichtbar gemacht werden konnte, bringt neue Erkenntnisse zur Entstehung des Retabels, welches von dem reichen Lübecker Kaufmann Hermann Plönnies und seiner Frau Ida in Auftrag gegeben wurde. Beide sind auf den Seitenflügeln des Triptychons verewigt, dessen Mitteltafel die Verkündigung an Maria zeigt.

Der Name des Gavnø-Retabels leitet sich von seinem langjährigen Aufenthaltsort ab, Schloss Gavnø auf der gleichnamigen Insel in Dänemark. Hier befand sich das Triptychon in der Sammlung des dänischen Staatsministers Otto Graf Thott (1703-1785) und seiner Familie, bis es 1976 in London bei Christie‘s und erneut 2011 verkauft wurde. 2011 konnte es mit Mitteln aus dem Nachlass von Georg Bartsch sowie mit Hilfe der Kulturstiftung der Länder durch das St. Annen-Museum ersteigert werden. Mit dem Nachlass konnte auch die umfangreiche Restaurierung finanziert werden.

„Es ist großartig, ein weiteres Highlight der Sammlung frisch restauriert präsentieren zu können und damit einmal mehr den großen Wert der Sammlung des St. Annen-Museums deutlich machen zu können“, freut sich Museumsleiterin Dr. Dagmar Täube. Nicht nur die malerische Qualität Jacob van Utrechts kämen nun wieder zur Geltung, sondern auch erzählerische Details wie der Storch auf dem Gebäude, die Kirchtürme im Hintergrund oder die Schwäne auf dem See seien nun endlich wieder erkennbar.

Die Ausstellung ist bis einschließlich 3. Oktober im St. Annen-Museum zu sehen.

Ein Video der Sanierung ist unter st-annen-museum.de/spuren-der-jahrhunderte abrufbar.

Museumsleiterin und Dagmar Täube Kuratorin Miriam Mayer stellten den sanierten Altar am Donnerstag vor. Fotos: JW

Museumsleiterin und Dagmar Täube Kuratorin Miriam Mayer stellten den sanierten Altar am Donnerstag vor. Fotos: JW


Text-Nummer: 145317   Autor: Museen   vom 03.06.2021 um 12.45 Uhr

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Kommentare zu diesem Text:

Jan Lokers

schrieb am 03.06.2021 um 15.57 Uhr:
Bravo St. Annen-Museum. Bin gespannt auf Ausstellung und das "neue" Gesicht des Altars!