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Neuer Tarifvertrag für die Servicekräfte am UKSH

Lübeck: Am 7. Juni 2021 wurde der neue Tarifvertrag zwischen der Gewerkschaft der Servicekräfte (GDS) UKSH und Service Stern Nord GmbH (SSN) unterzeichnet. Dieser tritt rückwirkend zum 1. April 2021 in Kraft. In den vergangenen Monaten hatte es mehrfach Streiks gegeben. Nach Gewerkschaftsangaben steigen die Löhne innerhalb von drei Jahren um 14 bis 29,6 Prozent.

"Nach zahlreichen Verhandlungsrunden sind Anfang des Jahres 2021 die Tarifverhandlungen in der SSN ins Stocken geraten. Der Tarifkommission mit ihren rund 50 Mitgliedern blieben keine Alternativen, als mit Arbeitskampfmaßnahmen auf den Arbeitgeber einzuwirken", so die Gewerkschaft. Den Auftakt machten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der SSN gemeinsam am 1. März 2021. Sie führten gleichzeitig in allen Bereichen einen zweistündigen Warnstreik durch. Im Anschluss folgten über die ganze Woche verteilt bis einschließlich 5. März 2021 bereichsweise für jeweils 2 Stunden weitere zahlreiche Arbeitsniederlegungen.

"Dies beeindruckte den Arbeitgeber nur scheinbar", so die Gewerkschaft. "Er unterbreitete daraufhin zwar ein neues aber kaum verbessertes Angebot. Es mussten weitere Arbeitskampfmaßnahmen ergriffen werden." Am 31. März 2021 legten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der SSN wiederum in allen Bereichen für 24 Stunden die Arbeit nieder und ab 21. April 2021 nochmals für 48 Stunden. Über 800 Mitglieder beteiligten sich jeweils an diesen Warnstreiks.

Noch bevor eine Urabstimmung über einen unbefristeten Streik durchgeführt wurde, legte der Arbeitgeber ein neues und deutlich verbessertes Angebot vor. Die Tarifkommission setzte sich unmittelbar damit auseinander und prüfte die Zahlen. Eine große Mehrheit sprach sich dafür aus, dieses Angebot anzunehmen.

Der Vorstandsvorsitzender der Gewerkschaft Steffen Beckmann meint zu dem Ergebnis: "Auch wenn das Ziel - die Zwei Klassengesellschaft am KUSH zu beseitigen – in letzter Konsequenz nicht vollständig erreicht wurde, ist die Einführung von Erfahrungsstufen für die Beschäftigten der SSN ein Meilenstein in der Geschichte des Unternehmens. Dieses System soll künftig die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wertschätzen, die sich über einen langen Zeitraum an das Unternehmen binden und mit ihren Erfahrungen eine qualifizierte und hervorragende Arbeit zum Wohle der Patienten leisten. Abgerundet wird das Ergebnis durch die hohen Lohnsteigerungen. Am klaren Votum unserer Mitglieder gibt es nichts zu deuteln. Wir respektierten es, ohne zu zögern."

Weiterhin führte er aus: "Die meisten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der SSN sind in den Entgeltgruppen E3 und E4 eingruppiert. Für diese Bereiche wurde über die Laufzeit von 3 Jahren eine Lohnsteigerung von mindestens 14 Prozent Prozent verhandelt. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die schon länger im Unternehmen tätig sind, werden am Ende des Geltungszeitraumes des Tarifvertrages sogar auf bis zu 29,6 Prozent mehr Einkommen blicken können. Mit der Erhöhung des Grundlohnes steigen zudem auch die Zeitzuschläge wie zum Beispiel der Zuschlag für Nacht-, Sonn- und Feiertagsarbeit sowie das gewerkschaftliche Urlaubsgeld.“

Das Ergebnis betrachtete er auch aus einem anderen Blickwinkel: „Die Zahlen können sich sehen lassen und sollten dem Unternehmen künftig dabei nützlich sein, wenn es als guter Arbeitgeber motiviertes und qualifiziertes Personal auf dem Arbeitsmarkt finden möchte. Freie Stellen könnten dann schneller besetzt werden.“ Sein Fazit lautet: „Wir freuen uns über das Ergebnis der Tarifverhandlungen. Der Zusammenhalt und die Solidarität der Belegschaft während der Streikmaßnahmen haben uns echt beeindruckt. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nahmen ihre Rechte in Anspruch und ließen sich auch von den Drohungen einiger Führungskräfte nicht beirren.“

Am UKSH drohen keine weiteren Streiks der Servicekräfte. Foto: GDS/Archiv

Am UKSH drohen keine weiteren Streiks der Servicekräfte. Foto: GDS/Archiv


Text-Nummer: 145390   Autor: GDS/red.   vom 07.06.2021 um 19.14 Uhr

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Kommentare zu diesem Text:

Thomas Völker

schrieb am 07.06.2021 um 19.55 Uhr:
Es gab mal eine Zeit, da wurden 3-5 Prozent ausgehandelt. Jetzt Verlangen die Gewerkschaften bereits 14-30 Prozent. Wer bezahlt das ganze? Wir mit unseren Krankenkassen Beiträgen. Kann man sich ja Vorstellen wie die Steigen werden, bei durchschnittlich 22,5 % mehr Kosten, von jetzt auf sofort. In meine Augen ist das glatte Erpressung. ich meine die Mitarbeiter wissen ganz genau das ohne sie nichts geht. Die Patienten wollen nun einmal betreut werden. Ich möchte an dieser Steller auch erwähnen, das in Deutschland inzwischen weniger als 30 Prozent der Arbeitnehmer gewerkschaftlich abgesichert sind. Diese 30 Prozent werden immer unverschämter. Dank der SPD wurden vor 20 Jahren auch die Flächentarifverträge abgeschafft. Vorher hatten auch andere Arbeitnehmer der gleichen Branche was davon. Mit bleibt an dieser Stelle der Trost das eine paar dieser Streikenden aus betriebswirtschaftlichen Gründen ihre Jobs verlieren werden. Dann müssen die die bleiben eben mehr arbeiten. 22.5 Prozent bekommt man schließlich nicht für gar nichts.

Bürger

schrieb am 07.06.2021 um 23.03 Uhr:
@Thomas.. Sie zahlen es doch nicht. Das ist völlig gerechtfertigt. Meine Frau arbeitet dort und ich weiß was Sie leistet und andere Mitarbeiter an der UKSH. Also lassen Sie die Kirche mal im Dorf.

Andreas Anders

schrieb am 08.06.2021 um 08.07 Uhr:
Es ist vollkommen gerechtfertigt und dennoch viel zu gering !
Es ist sehr schade, dass im Artikel nichts von den Tatsächlichen Stundenlöhnen bzw. Gehältern steht, nur dann, würde jeder Lesende es auch wirklich verstehen, das die Erhöhung gerechtfertigt ist.
Eine Prozentuale Erhöhung im Niedriglohnsegment ist marginal und kaum spürbar.
Zu den Kosten, da muss ich nun wirklich lachen . Denn wenn ein Betrieb sich Arbeitnehmer aus der Arbeitnehmerüberlassung leisten kann, können nicht nur theoretisch sondern auch praktisch die Gehälter um ca. 65 % angehoben werden.

Lars Kremer

schrieb am 08.06.2021 um 08.55 Uhr:
@ Thomas Völker

Abends auf dem Balkon stehen und klatschen, kann aber auch nicht die Lösung sein.
Und 22 % auf ein Gehalt, welches ohnehin auf sehr niedrigen Niveau liegt, macht die Leute auch nicht zu Spitzenverdienern.
Fragen Sie doch mal die Servicekräfte der Sana Klinik, denen pauschal der Arbeitsvertrag gekündigt wurde. Die nun steigenden Beiträge der KV haben ganz andere Ursachen. Gute Pflege wollen alle - Kosten darf es aber nichts.

Wasch meinen Pelz - aber mach mich nicht nass.....

Cat

schrieb am 08.06.2021 um 14.48 Uhr:
Es geht hier um die Mitarbeiter der SERVICE STERN NORD! Wir arbeiten nicht in der Pflege!
Wir sind Mitarbeiter im SERVICE! Reinigung, Hol und Bringdienst, Patiententransporte, Verpflegung der Patienten, gehören dazu!
Entgeltgruppe E3 hat einen Stundenlohn von 10,87€ und dieser wird nicht von der Krankenkasse bezahlt.

Kenner

schrieb am 08.06.2021 um 20.33 Uhr:
Hallo, und nun werden die ersten befristenden Arbeitsverträge nicht verlängert! Also Arbeitsverdichtung und viele werden wohl Arbeitslos. Toller Tarifabschluss der GDS!!!