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Begegnung mit dem Wald im Günter Grass-Haus

Lübeck - Innenstadt: Archiv - 07.07.2021, 14.41 Uhr: Der Wald steht im Mittelpunkt der neuen Sonderausstellung „Into The Trees“, die im Günter Grass-Haus von Donnerstag, 8. Juli, bis Freitag, 31. Dezember, zu sehen sein wird. Günter Grass, der sich sehr gerne im Wald aufhielt, beschäftigte sich bereits in den 1980er Jahren mit dem Waldsterben, nicht zuletzt in seinem apokalyptischen Roman „Die Rättin“ von 1986.

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Hier hören Sie eine Einführung von Dr. Jörg-Philipp Thomsa, Leiter des Günter Grass-Hauses, (Foto) und dem Leitenden Direktor der Lübecker Museen Prof. Dr. Hans Wißkirchen:

Die Ausstellung zeigt, welche Bedeutung der Wald im Schaffen des Schriftstellers, Malers und Bildhauers Grass hatte. In Poesie und Prosa, in Aquarellen, Zeichnungen, Lithographien und Plastiken setzt sich der Künstler immer wieder mit dem Wald und der stetig fortschreitenden Zerstörung der Umwelt durch den Menschen auseinander. Schnell wird deutlich, dass die Thematik nichts an Aktualität verloren hat, im Gegenteil: Sie ist aktueller denn je. Und so regt sie auch zum Nachdenken über die eigene Beziehung zum Wald heute an.

Insgesamt sind in der Ausstellung 30 bildkünstlerische Werke sowie Manuskripte von Günter Grass zu sehen, darunter Radierungen, Kohle-, Sepia- und Rötelzeichnungen, Lithografien, Aquarelle und Bronzeplastiken. Die Schau ist in drei Themenschwerpunkte unterteilt.

Im Themenblock „Wald als Rückzugsort von Günter Grass“ wird die idyllische Seite des Waldes gezeigt. Hier sind zahlreiche Waldbilder (und auch Gedichte) zu sehen, die in den 1990er Jahren auf der dänischen Ostseeinsel Møn entstanden sind, wo sich der Literaturnobelpreisträger in den Sommermonaten aufhielt und jeden Tag durch die Wälder streifte. Gleichzeitig wird in diesem Bereich der Ausstellung ein optischer Bruch von Trugbild und Realität vorgenommen, indem an der Decke befestigte und an einen künstlichen Wald erinnernde Paneelen eine Trennung zwischen idyllischem Wald und zerstörtem Wald vollziehen und gegenüberstellen.

Dem Roman „Die Rättin“ kommt in der Ausstellung eine Sonderstellung zu, da darin die apokalyptische Grundstimmung der 1980er Jahre verarbeitet wurde.

Für kleine Besucher ist eine Kinderecke vorgesehen. Dort wartet das beliebte Waldungeheuer „Grüffelo“ auf junge Talente, die es dem Maler Günter Grass gleichtun und die Wände bemalen wollen.

Hier hören Sie ein Interview mit Kuratorin Tatjana Dübbel zu neuen Ausstellung:

Lübecks Bürgermeister Jan Lindenau ist begeistert, dass sich das Günter Grass-Haus mit „Into The Trees“ erneut einem Umweltthema widmet: „Gerade in diesen Zeiten, wo der Klimawandel und damit einhergehend der Klimaschutz endlich im Bewusstsein der Gesellschaft angekommen sind, ist es beeindruckend zu sehen, dass Günter Grass sich bereits vor 40 Jahren mit derselben Thematik auseinandergesetzt hat.“

Die Ausstellung wird am Donnerstag, 8. Juli, um 20.30 Uhr auf der Lübecker Freilichtbühne eröffnet. Museumsleiter Dr. Jörg-Philipp Thomsa spricht mit dem international bekannten DJ, Ornithologen und Naturschützer Dominik Eulberg über die größte Künstlerin aller Zeiten – die Natur. Eulberg präsentiert faszinierende Filme und Fakten über die heimische Flora und Fauna, aktiviert auf der Freilichtbühne einen Fledermausdetektor, zeigt wie Vogelstimmen in Noten übertragen klingen und was Musik mit Natur zu tun hat. Darüber hinaus liest Schauspielerin Nina Mercedés Rühl Textpassagen von Günter Grass und das Lübecker DJ-Duo »Artenvielfalt« legt ab 19 Uhr auf. Die DJs Ben Sachau und Lennart Vonau engagieren sich mit ihrem Musikprojekt ebenfalls für den Schutz der Umwelt.

Das Ticket für die Eröffnungsveranstaltung auf der Freilichtbühne berechtigt zugleich zum Eintritt in die Sonderausstellung und beträgt für Erwachsene zwölf Euro, ermäßigt acht Euro.

Kuratorin Tatjana Dübbel stellte die Ausstellung am Mittwoch vor. Fotos, O-Töne: Harald Denckmann

Kuratorin Tatjana Dübbel stellte die Ausstellung am Mittwoch vor. Fotos, O-Töne: Harald Denckmann


Hier hören Sie den Originalton:

Text-Nummer: 145978   Autor: Museen/red.   vom 07.07.2021 um 14.41 Uhr

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