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Ministerin an der Uni Lübeck: Impfen von Schülern hilft

Lübeck: Am Donnerstag informierte sich Bildungsministerin Karin Prien an der Uni Lübeck über den aktuellen Forschungsstand zu Corona. Anschließend rief sie die Beschäftigten an Schulen und Eltern auf, sich impfen zu lassen. Sie spricht sich auch klar für Impfungen von Schülern aus. Und: In der aktuellen Lage wird die Maskenpflicht an Schulen wohl noch länger bleiben.

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Seit 18 Monaten läuft an der Uni Lübeck die ELISA-Studie mit rund 3000 Freiwilligen. Ein Ergebnis: Die Wissenschaftler stellten fest, dass 37 Prozent der Untersuchten, die auf engem Raum mit anderen Menschen leben, Antikörper gegen das Virus entwickelt hatten und dementsprechend vorher infiziert waren. Bei der Gruppe von Menschen, die mehr Platz zur Verfügung haben, hatten fünf Prozent Antikörper gebildet. Ein weiteres Ergebnis: Nur 30 Prozent der Flüchtlinge, die kein Deutsch verstehen, möchten sich impfen lassen. In der Gruppe der Menschen, die die deutsche Sprache fließend sprechen und verstehen, ist die Impfbereitschaft deutlich höher und liegt bei 80 Prozent.

Hier hören Sie Stellungnahmen von Prof. Christine Klein, Direktorin des Instituts für Neurogenetik, Prof. Alexander Katalinic, Direktor des Instituts für Sozialmedizin und Epidemiologie, und Ministerin Karin Prien zu den Studienergebnissen:

Ein der großen Fragen war auch die weitere Entwicklung in den Schulen. Prof. Christine Klein warnte, dass die Spätfolgen für Kinder durch eine Corona-Infektion noch unbekannt sind. Prof. Alexander Katalinic stellt auch die viel diskutierten Luftreiniger in Klassenräumen in Frage. Die können das Lüften und das Tragen vom Masken nicht ersetzen.

Bildungsministerin Karin Prien sagte, dass es angesichts der aktuellen Entwicklung nicht ausgeschlossen sei, dass die Maskenpflicht im Unterricht bleibe. An Lehrer, Eltern und alle Beschäftigten im Schulbereich appellierte sie, die Impfangebote zu nutzen. Nur so würden die Kinder geschützt und ein sicherer Unterricht möglich. Sie geht auch davon aus, dass die Ständige Impfkommission nach den neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen auch für Kinder eine Corona-Impfung empfehlen wird.

Hier hören Sie Prof. Alexander Katalinic, Prof. Christine Klein und Ministerin Karin Prien zum Umgang mit Corona an den Schulen:

Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Karin Prien informierte sich am Donnerstag an der Uni Lübeck über die aktuelle Corona-Forschung. Fotos, O-Töne: Harald Denckmann

Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Karin Prien informierte sich am Donnerstag an der Uni Lübeck über die aktuelle Corona-Forschung. Fotos, O-Töne: Harald Denckmann


Hier hören Sie den Originalton:

Text-Nummer: 146252   Autor: VG   vom 22.07.2021 um 18.20 Uhr

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Kommentare zu diesem Text:

Nawi-Lehrkraft

schrieb am 22.07.2021 um 18.50 Uhr:
Herr Prof. Katalinic hat einen Punkt, den will ich ihm nicht absprechen, aber:
Das vom Bund bereitgestellte Geld für Luftreinigungsanlagen wird mitnichten für andere Dinge im Bildungsbereich eingesetzt werden. Es wäre zwar schön, wenn dem so wäre, jahrzehntelange Politik hat aber gezeigt, dass das nicht so ist. Wir sollten lieber die Förderung in Anspruch nehmen und die Geräte auch längerfristig einsetzen bis sich von politischer Seite irgendwann erbarmt wird und richtige, eingebaute Filteranlagen sukzessive an allen Schulen installiert werden.

Hinzu kommt, dass jede Kleinigkeit an sinnvollen, nicht einschränkenden Maßnahmen für Lernende jetzt unbedingt in Erwägung gezogen bzw. umgesetzt werden sollten, da sie uns auch bei höheren Inzidenzen erlauben, den Präsenzunterricht zu gewährleisten. So wie es derzeit aussieht, eben mit der von Katalinic erwähnter Situation in UK, kann doch keiner ernsthaft davon ausgehen, dass wir mit den Regeln vom Frühjahr entspannt durch den Winter gehen. Wer glaubt, dass die Schulen definitiv offen bleiben, ist naiv. Dafür wurde einfach mal gar nichts getan und man sieht es schon kommen, dass der Politik am Ende gar keine andere Möglichkeit bleibt als die Schulen zu schließen.

Gebetsmühlenartige Wiederholung: Die Studienlage zu den Geräten ist klar, das wurde auch Mitte Juli nochmal von einem wissenschaftlichen Team aus dem Hochtaunuskreis deutlich kommuniziert. Es ist einfach unbegreiflich, warum wir das Geld nicht in die Hand nehmen. Bei 75% Förderung insgesamt, gewährleistet durch Bund und Land, ist der Restbetrag ohne Weiteres von der Stadt zu stemmen.