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Grüne: Bruno Hönel
Grüne: Bruno Hönel

FDP-Kandidatin informiert sich über alternative Kraftstoffe

Lübeck: Die Lübecker FDP-Bundestagskandidatin, Heike Stegemann, hat am Dientag, 14. September, den geschäftsführenden Gesellschafter der Boie GmbH und Co. KG, Ole Boie, am Firmenstandort in Lübeck getroffen, um sich über das Unternehmen und die Produktion von alternativen Kraftstoffen (sog. E-Fuels) zu informieren. Ole Boie führt das Unternehmen zusammen mit seinem Bruder Aine Boie bereits in vierter Generation.

Wie die Partei betonte, stehe die FDP im eigenen Bundestagswahlprogramm beim Thema "Bewältigung der Klimakrise" zu einer technologieoffenen Lösungsstrategie. Bei dieser soll es keine einseitigen Subventionierungen (zum Beispiel der E-Mobilität) geben. Stattdessen sollen möglichst viele unterschiedliche Ansätze verfolgt werden, die eine CO2-Neutralität versprechen (Energie-Mix).

Im Mittelpunkt des gestrigen Besuchs standen dazu passend "E-Fuels". Aber was sind E-Fuels jetzt genau? Wie werden sie hergestellt? So ein bisschen liest sich das wie ein Kochrezept: Man nehme zwei Teile Kohlendioxid aus der Luft und drei Teile Wasser und mache daraus mithilfe von grüner Energie und dem Vorgang Co-Elektrolyse einen Kraftstoff (Ethanol), der nicht nur ohne Nachrüstung in jedem Benzin- oder Dieselmotor verbrannt werden kann, sondern auch den bisher üblichen Kraftstoffen ohne weiteres beigemischt werden kann. Bei der Verbrennung von E-Fuels wird also nur soviel Kohlendioxid über die Abgase des Verbrennungsmotors in die Luft abgegeben, wie vorher aus der Luft bei der Herstellung entzogen wurde.

"Die dabei verwendeten Technologien sind bereits bekannt und werden erfolgreich angewendet", stellte Heike Stegemann fest. "Jedoch liegt der Fokus der derzeitigen Gesetzgebung bei der Förderung derjenigen Fahrzeuge, die keinerlei Kohlendioxid mehr ausstoßen (E-Mobilität). Dabei wird völlig außer Acht gelassen, dass die Produktion der dafür notwendigen Batterien und auch deren Entsorgung wesentlich in den Rohstoffkreislauf eingreifen. Eine Gesamtbetrachtung beziehungsweise eine sog. Lebenszyklusanalyse macht deutlich, dass uns die weitere Verwendung von bereits genutzten Verbrennungsmotoren mit E-Fuels mittel- bis langfristig schneller an unser gemeinsames Ziel bringen werden, anstatt auf fossile Brennstoffe komplett zu verzichten. Dabei kann die bestehende Infrastruktur (Tankläger, Tankwagen und Tankstellen) weiter genutzt werden. Solange jedoch die Energiesteuer nicht auf eine Emissionsabgabe auf fossiles CO₂ beschränkt ist und auf E-Fuels die volle Mineralölsteuer und CO2-Abgabe abzuführen ist, werden diese sich am Markt nicht durchsetzen können", so Stegemann abschließend.

Heike Stegemann ist Direktkandidatin der FDP für den Bundestag.

Heike Stegemann ist Direktkandidatin der FDP für den Bundestag.


Text-Nummer: 147254   Autor: FDP Fraktion/Red.   vom 15.09.2021 um 10.53 Uhr

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Kommentare zu diesem Text:

Kai

schrieb am 15.09.2021 um 11.36 Uhr:
„Eine Gesamtbetrachtung beziehungsweise eine sog. Lebenszyklusanalyse macht deutlich, dass uns die weitere Verwendung von bereits genutzten Verbrennungsmotoren mit E-Fuels mittel- bis langfristig schneller an unser gemeinsames Ziel bringen werden, anstatt auf fossile Brennstoffe komplett zu verzichten.”

Da es sich um eine Pressemitteilung der FDP handelt, wird natürlich ein Aspekt unterschlagen: Der Energieaufwand, den man mit der Elektrolyse für die Herstellung von E-Fuels betreiben muss, ist immens größer, als wenn man den Strom direkt in Batterien einspeist. Das klingt zwar auf den ersten Blick unproblematisch, wenn man Strom aus erneuerbaren Quellen dafür nimmt. Allerdings ist das Verfahren im Vergleich so ineffizient, dass damit niemals alle Fahrzeuge betrieben werden können.

Es ist aber natürlich die bequemere Lösung für Menschen, die sich und ihr Verhalten niemals umstellen wollen.

Mr. Cherrystone

schrieb am 15.09.2021 um 11.58 Uhr:
Es gibt aber nicht genug grünen Strom. E-Fuels ergeben erst Sinn, wenn mit zahlreich verfügbarem überflüssigen grünen Strom E-Fuels im ganz großen Stil hergestellt werden können.
Und selbst dann ist es energetisch und kostentechnisch Schwachsinn, als gleich Strom zu laden!

Besserwisser

schrieb am 15.09.2021 um 12.40 Uhr:
@Kai und @Cherrystone
E - Fuels ermöglicht es, regenerative Energien leichter zu speichern und zu transportieren

Der massenhafte Abbau von Lithium kann die Umwelt schwer beeinträchtigen, sowohl landschaftlich, als auch durch Treibhausgase. Dazu kommt, dass Akkus nicht ewig halten und sehr große Kapazitäten ein Problem sind. Die Folge: große Mengen Sondermüll oder sehr teure Recyclingverfahren.

Durch die Möglichkeit, Elektrizität in „flüssiger Form“ zu transportieren, lösen E-Fuels das Problem vieler Sonnen- und Windkraftwerke. Seit vielen Jahren ist klar, dass die Menschen mit Solarenergie in Nordafrika, Patagonien und Australien sowie mit Windenergie in Küstengebieten riesige Mengen regenerativer Energien erzeugen könnten.

Manfred Oschwald

schrieb am 15.09.2021 um 13.26 Uhr:
Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht.
Bedeutung:
Jemand ist Neuem gegenüber nicht aufgeschlossen und bevorzugt das, mit dem er vertraut ist.
Tesla gab 2016 an, für sein Model S mit einer 86 Kilowattstunden Batteriekapazität werden 12 Kilogramm Lithium benötigt.
Atacama-Wüste:
Zweifellos stellt der Lithium-Abbau einen Eingriff in die dortige Umwelt dar. Durch das Abpumpen der salzhaltigen Sole sinkt der Grundwasserspiegel. Um eine Tonne Lithium zu erhalten, sei je nach Konzentration eine Menge von 0,4 Millionen bis 2,0 Millionen Litern Sole erforderlich, berichtete das Handelsblatt.

Daniel Kerlin

(eMail: daniel.kerlin@fdp-luebeck.de) schrieb am 15.09.2021 um 14.09 Uhr:
Das E-Fuels mehr Strom benötigen ist klar. Man darf allerdings nicht vergessen, mit der Beimischung von synthetischen Kraftstoffen kann man auch schon zugelassene Fahrzeuge im Bestand mit weniger CO2 Ausstoss fahren zu lassen. Bei E-Mobilität funktioniert das nur bei Neufahrzeugen.
Zusätzlich ist offensichtlich, wenn man sich Wohngebiete wie St. Lorenz Süd oder zwischen Falkenstraße und Wakenitz anguckt, gibt es keine Stellplätze. Somit könnte dort mit aktuellen Mitteln eine flächendeckende Umstellung gar nicht stattfinden, da mittelfristig keine ausreichenden Lademöglichkeiten geschaffen werden können. Ganz so schwarz-weiß wie es scheint ist es nicht. Zudem sollte man nicht selektiv vorgehen und mögliche CO2 Einsparungen überall umsetzen wo es möglich ist, nur dann werden Klimaziele erreicht. Hier würde schon eine Steuerbefreiung ausreichen, damit diese im Markt wirtschaftlich angeboten bzw. an Tankstellen beigemischt werden.

Andreas L

schrieb am 16.09.2021 um 18.33 Uhr:
@ Besserwisser: bisher werden lediglich 10% des Lithium für E-Autos bzw. deren Batterien verendet. Der Rest geht in andere Industrien.

Manfred Oschwald

schrieb am 16.09.2021 um 20.00 Uhr:
@Andreas L; und der weltweite Deutsche Anteil an den CO2- Emissionen beträgt ca. 2,5%. Leider kann ich den Anteil der Deutschen KFZ an den CO2-Emissionen nicht einschätzen, wird wohl im Promillebereich liegen.

Andreas L

schrieb am 17.09.2021 um 10.36 Uhr:
@ Manfred Oschwald: Deutschland liegt an 6. Stelle aller Nationen, wenn man den VO2 pro Kopf betrachtet. Also doch vorne weg. Wir können uns damit doch hinstellen und sagen: lass die anderen mal zuerst machen.