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Klima-Demo am Holstentor

Lübeck: Zwei Lübecker Demonstranten haben am Mittwoch am Holstentor zwei Banner aufgehängt. „Lübeck – bleib bei 1,5°C!“ und „Hungerstreik der letzten Generation“ stand darauf. Beide hatten sich festgekettet. Die Feuerwehr wurde eingeschaltet, gegen 18 Uhr verließen die Demonstranten die Leitern freiwillig.

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Die Demonstranten hatten sich mit Fahrradbügeln an die Leitern angeschlossen.

"Kein Parteiprogramm liefert schlüssige Klimaschutzkonzepte, heißt es in einer Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). Das Grünenprogramm schneidet zwar am besten ab, da es konkrete und geeignete Vorschläge enthalte, trotzdem reicht das Gesamtkonzept nicht aus, um Klimaschutzziele bis 2030 zu erreichen", so die Demonstranten von Extinction Rebellion Lübeck.

Dennoch forderten die Demonstranten auf, das Wahlkreuz bei der Partei zu setzen, die sich in Sachen Klimaziele am ambitioniertesten zeige. "Mir macht es Angst, dass Parteien mit ihren unschlüssigen Konzepten bei weitem nicht ausreichend Willen zeigen, den deutschen Anteil am 1,5-Grad-Ziel zu realisieren“, sagt der 17-jährige Jonathan von Extinction Rebellion und stützt sich dabei auf Aussagen des DIW. „Aber wir alle sind aufgerufen, mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln zu zeigen, dass der bisherige Kurs nicht unseren Interessen und vor allem nicht unserem Recht auf eine lebenswerte Zukunft entspricht.“

"Der erste und von der Politik ignorierte Bürgerrat Klima hat in diesem Jahr mit seinen unmissverständlichen Empfehlungen gezeigt, dass die Menschen den sofortigen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Umbau hinsichtlich Klimagerechtigkeit und Nachhaltigkeit fordern", so Extinction Rebellion. "Jedenfalls sobald sie über den aus zigtausenden Studien zusammengetragenen Bericht über den Zustand unseres Planeten (IPCC) aufgeklärt worden sind."

„Ein Dilemma ist nämlich, dass Politik und Medien immer noch viel zu verhalten über die katastrophale Situation unserer Erde und die notwendigen Maßnahmen berichten“, kritisiert Dagmar (77 Jahre) von Extinction Rebellion. Desweiteren weist sie - in Übereinstimmung mit einem entsprechenden Aufruf der Scientists for Future - darauf hin, "dass einzig Die Grünen von den im Bundestag vertretenen Parteien sich seit über vierzig Jahren die Umwelt- und Klimafrage auf die Fahnen geschrieben haben." Natürlich räume sie ein, dass Themen wie soziale und innere Sicherheit, Bildung und auch der Umgang mit Pandemien wichtig seien. Aber Klimaschutz, Umweltschutz und der Schutz der Menschenrechte, so die 77-jährige Aktivistin, seien zweifelsfrei die Voraussetzung dafür, über diese Themen überhaupt noch diskutieren zu können. "Wir Bürger – gerade die einer Stadt, die den Klimanotstand längst ausgerufen hat - müssen die Parteien mit dieser Wahl in die Verantwortung nehmen, unseren Planeten und unser aller Zukunft zu schützen", sagt sie abschließend. "Vor allem aber sind wir als ältere Generation aufgerufen, für unsere Kinder und Enkel einzustehen, von denen sich derzeit einige im Berliner Regierungsviertel im öffentlichen Hungerstreik befinden. Sie fordern verzweifelt ein Gespräch mit den Kanzlerkandidaten über den Mord an ihrer Generation sowie das Versprechen, umgehend einen verbindlichen Bürgerrat Klima einzuberufen.“ Denn „Ein neuer Bericht der UN-Klimaagentur zeigt, dass sich die Welt auf einem katastrophalen Weg in Richtung einer Erwärmung von 2,7 Grad Celsius und mehr befindet . Das bedeutet einen massiven Verlust von Menschenleben und Lebensgrundlagen."

Extinction Rebellion Lübeck hatte am Mittwoch zwei Plakate am Holstentor befestigt. Fotos: XR

Extinction Rebellion Lübeck hatte am Mittwoch zwei Plakate am Holstentor befestigt. Fotos: XR


Text-Nummer: 147413   Autor: XR/red.   vom 22.09.2021 um 17.36 Uhr

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