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Energiewende: Wirtschaft im Norden sieht Chancen

Schleswig-Holstein: Die Unternehmen in Schleswig-Holstein sehen Chancen in der Energiewende – dennoch gibt es viel Luft nach oben. Das geht aus dem aktuellen Energiewende-Barometer des DIHK hervor. Auf einer Skala von -100 bis +100 bewerten die im Norden befragten Betriebe die Auswirkungen auf die eigene Wettbewerbsfähigkeit mit -2,7. Etwas weniger optimistisch wird die Energiewende im Bundesgebiet bewertet.

Hier liegt der Barometerwert bei -6,7. Steigende Strom- und Gaspreise sowie der stockende Ausbau der Erneuerbaren Energien könnten die Ursache für die eher ernüchternden Ergebnisse sein. Die Umfrageergebnisse zeigen aber auch: Immer mehr Unternehmen bringen sich aktiv für Energiewende und Klimaschutz ein. Der Anteil der Unternehmen, die Effizienzmaßnahmen umsetzen, steigt, ebenso wie die Nutzung und eigene Erzeugung erneuerbarer Energien. Viele schleswig-holsteinische Unternehmen setzen auf Elektromobilität und haben bereits ein oder mehrere E-Fahrzeuge im Einsatz. "Das sind erfreuliche Trends, die sich zukünftig auch noch verstärken werden", ist Björn Ipsen, Hauptgeschäftsführer der IHK Schleswig-Holstein, sicher.

Kritisch beurteilen die Unternehmen die mit der notwendigen Transformation verbundenen Risiken für die eigene Wettbewerbsfähigkeit. Grund dafür ist einerseits die für viele Unternehmen nach wie vor sehr schwierige wirtschaftliche Lage infolge der coronabedingten Einschränkungen. Andererseits werden Defizite in den politischen Rahmenbedingungen für eine zügige Umsetzung von Energiewende und Klimaschutz gesehen. "Hürden stellen vor allem der Ausbau von Stromnetzen und Erneuerbaren Energien und die sehr hohen Steuern, Abgaben und Entgelte insbesondere auf Strom dar", so Björn Ipsen weiter.

Geteilt ist die Meinung darüber, ob die CO2-Bepreisung für das eigene Unternehmen Chancen eröffnet. Auch die Kostenrisiken werden verstärkt wahrgenommen. 26 Prozent der befragten Unternehmen sehen sich dadurch in ihrer Wettbewerbsfähigkeit gefährdet. Für zwei Drittel ist die Entlastung, mit der eine Abwanderung von Unternehmen vermieden werden soll (Carbon Leakage), nicht ausreichend. Daraus ergeben sich Erwartungen an die Politik. Weitgehend einig sind sich die Unternehmen in ihrer Forderung, die Belastungen des Strompreises mit Steuern und Abgaben abzubauen. Dadurch kann der Wettbewerbsnachteil gegenüber dem Ausland beziehungsweise im Inland der Wettbewerbsnachteil gegenüber dem Einsatz von Energieträgern wie Öl und Gas verringert werden. Vier von fünf Betrieben sehen es weiterhin als notwendig an, stark belastete Unternehmen von hohen Zusatzabgaben zu entlasten.

Sehr einmütig sind die Forderungen der Wirtschaft auch zum Netzausbau: Die Politik sollte sich politisch wahrnehmbar hinter den Netzausbau stellen und vor allem auch Planungs- und Genehmigungsverfahren beschleunigen. Kein klares Votum gibt es in Bezug auf die Pflicht, Solaranlagen auf eigenen Dächern oder Parkplätzen installieren zu müssen. Dies gilt auch für eine etwaige Pflicht zur energetischen Sanierung bestehender Gebäude. Dagegen sprechen sich fast drei Viertel dafür aus, bei neuen Gebäuden überwiegend erneuerbare Energien zu nutzen.

Die Wirtschaft vertritt den Grundsatz der Technologieoffenheit nicht nur bei der Verbesserung der Energieeffizienz und dem Einsatz von Wasserstoff in Gewerbe und Industrie, sondern auch in der Mobilität. Ein Verbot für Verbrennungsmotoren bei Pkw-Neuzulassungen ab 2030 lehnen 40 Prozent der Unternehmen ab. Von einer Dauerförderung halten viele Unternehmen allerdings nichts: Vier von fünf Betrieben sind für das Ende von Anreizen für Fahrzeuge mit alternativen Antrieben, wenn diese die Wettbewerbsfähigkeit erreicht haben.

Die Wirtschaft in Schleswig-Holstein bewertet Energiewende positiver als der Bundesdurchschnitt.

Die Wirtschaft in Schleswig-Holstein bewertet Energiewende positiver als der Bundesdurchschnitt.


Text-Nummer: 147444   Autor: IHK SH/Red.   vom 24.09.2021 um 10.11 Uhr

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