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Grüne erfreut über Verkehrsversuch Fackenburger Allee

Lübeck: Die Verwaltung reagiert auf den Klimanotstand und die umzusetzende Mobilitätswende mit einem großen Verkehrsversuch. Die vier Spuren der Fackenburger und der Krempelsdorfer Allee werden neu aufgeteilt (wir berichteten am Montag). Die Grünen unterstützen den Verkehrsversuch ausdrücklich.

Dazu erklärt Arne-Matz Ramcke, verkehrspolitischer Sprecher der Fraktion:

(")Nach jahrzehntelanger Fokussierung der Verkehrspolitik auf den motorisierten Individualverkehr, erleben wir in Lübeck bei Politik und Verwaltung ein Umdenken hin zu Klimaschutz und progressiven Ideen für unsere Mobilität. Eine tolle Chance für alle Menschen dieser Stadt und darüber hinaus zu zeigen, wie der positive Nutzen einer solchen Veränderung ausschauen kann. Mich freut, das hier insbesondere die Menschen in St. Lorenz profitieren, da gerade die Stadtteile St. Lorenz Nord und Süd stark von Emissionen betroffen sind und erwarten dadurch eine Qualitätsverbesserung für die Quartiersentwicklung. Viele unserer verkehrspolitischen Forderungen wurden in diesem Konzept berücksichtigt. Wir begrüßen diesen Verkehrsversuch ausdrücklich.(")

Voll des Lobes ist auch Dr. Axel Flasbarth, stellvertretender Fraktionsvorsitzender:

(")Dieser Verkehrsversuch zeigt: die Verwaltung meint es ernst und ist bereit verkehrspolitisch etwas zu verändern und den stetig zunehmenden Fahrrad- und Fußverkehr zu fördern. Wir GRÜNEN sind große Freunde von solchen Verkehrsversuchen. Anhand des Verkehrsversuches in der Beckergrube und an diversen Beispielen in anderen Städten sehen wir, wie nützlich derartige Verkehrsversuche sind, um einerseits zügig zu einer sinnvolleren und faireren Verteilung des Straßenraumes zu kommen und andererseits, um die daraus sehr kostengünstig gewonnenen Ergebnisse in die verkehrliche Entwicklung und Baumaßnahmen einarbeiten zu können. Wir wünschen uns daher mehr solcher Versuche, auch in anderen Szenarien und auch parallel getaktet.

Mittel- und langfristig wünschen wir uns Fahrradwege, die baulich und räumlich vom übrigen Straßenraum getrennt sind, um Verkehrsteilnehmer, insbesondere auch älteren Fahrradfahrern und Kindern, ein grundlegendes Sicherheitsgefühl zu bieten. Dies ist nicht der Fall, wenn sich Fahrradfahrer eine Fahrspur mit Bussen teilen müssen. Auch solche Veränderungen ließen sich in der Fackenburger Allee kostengünstig umsetzen und testen. Wir würden uns darüber freuen.(")

Die Grünen begrüßen die Neuaufteilung des Verkehrsraums in der Fackenburger und Krempelsdorfer Allee. Foto: Oliver Klink/Archiv

Die Grünen begrüßen die Neuaufteilung des Verkehrsraums in der Fackenburger und Krempelsdorfer Allee. Foto: Oliver Klink/Archiv


Text-Nummer: 149384   Autor: Grüne/red.   vom 11.01.2022 um 16.42 Uhr

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Kommentare zu diesem Text:

Micha

schrieb am 11.01.2022 um 16.58 Uhr:
Mittel- und langfristig bitte die Allee wieder zur Allee machen und entsprechend viele Bäume pflanzen

Cyril

schrieb am 11.01.2022 um 17.06 Uhr:
Also wirklich kein Neujahrsscherz?

Freu mich sehr das ich dort nicht radeln muss, wo Busfahrer einfach nicht legal ueberholen koennen!

Manfred Vandersee

schrieb am 11.01.2022 um 17.27 Uhr:
Die Grünen sind vom Grundsatz für Immobilitätspolitik und Verkehrsverhinderung. Sie interessiert es offensichtlich gar nicht, dass Mensch und Material weite Wege zurücklegen MUSS uns nicht nur wenige Minuten von der warmen Stube ins warme Büro zurück legen muss.

Sowohl für "Zu-Fuß-Gehende" und "Radfahrende" ist JETZT schon genügend Platz in der Fackenburger Alle, während die Fahrbahn selbst während der Corona-Krise längst schon die Kapazitätsgrenze erreicht hat.

Die inkompenente und kontraproduktive Verkehrspolitik Lübecks ist schon viele Jahrzehnte ein immenser Standortnachteil für eine Stadt, die noch eine hohe Indusrtialisierung hat und noch viele Arbeitsplätze in Handel und Gewerbe bietet. Wenn Firmen noch mehr Steine in den Weg werden sie abwandern und die Menschen fahren dann noch weiter zur Arbeit oder verlassen die (noch) schöne Hansestadt gänzlich.

Die vermeintlich so zukunftsorientierten unsäglichen "Verkehrsversuche" der Immobilitätspolitik erzeugen aus niederen Beweggründen noch mehr Staus und die mangelnden Möglichkeiten des Linksabbiegens in der Fackenburger Alle werden dann künftig zu weiteren Wegen führen. Die gemeinsame Benutzung von Rad- und Busverkehr ist eine bewusst in Kauf genommene Verkehrsgefährdung, die die ohnehin hohe Zahl der Fahrradunfälle noch steigern wird. Man wird künftig nicht nur in der Roeckstraße mit Auto oder Fahrrad Umwege fahren müssen.

Der "Verkehrsversuch" in der Fackenburger Alle ist klimaschädlich, verkehrsgefährdend und teuer; das ganze ohne Verbesserungen. Wer entscheidet sowas?

Funk

schrieb am 11.01.2022 um 17.39 Uhr:
Natürlich begrüßt eine engstirnige Verbotspartei diese Maßnahme. Ich verstehe halt eines nicht: wie verbaut kann man sein, um nicht zu merken, dass dieser Versuch vollkommener Schwachsinn ist? Emissionen würden dann verhindert, wenn sich weniger Staus bilden und der Verkehr flüssiger fließen würde. Mit diesen Maßnahmen wird es zu mehr Staus kommen, zudem werden die Fahrzeuge langsamer und im Stop&Go fahren. Das Ergebnis sind mehr Lärmbelästigung, mehr Emissionen und mehr Zeit auf der Straße für jeden Einzelnen. Niemand wird aufgrund dessen sein Fahrzeug verkaufen und nun mit seinem Drahtesel zur Arbeit fahren. Umweltschutz: ja, bitte! Im Stil der Grünen, durch Verbote und Maßnahmen wie im hiesigen Fall? Nein, danke.

Henning Laatz

schrieb am 11.01.2022 um 17.46 Uhr:
Warum machen wir nicht einfach alle Fahrstreifen zu und eine aus der Fackenburger?

Volle Supermarktregale brauchen wir nicht, Individualverkehr auch nicht, der Klempner, Dachdecker und Möbellieferant kommt einfach nicht mehr und man holt seine Sachen einfach selbst ab.

Der Biomarkt macht einfach zu, weil man keine Straße zur Anlieferung und die Drohne die Tragfähigkeit noch nicht hat und auch nicht in der Anzahl vorhanden ist. Die Kartoffeln die man vom Bauern abholt, wiegen doch nur 2x50kg ; das ist mit dem Rad kein Problem und es sind auch nur 70km dorthin. Der Pizzalieferant sagt am Telefon abends um 21.00 Uhr ,das man selbst die Pizza abholen muß. Macht ja nix. Man hat ja das Rad!

Zur Arbeit bracht zur Schicht auch keiner mehr das Auto, der Bus mit Bahn braucht nur 2,5 Stunden für eine Tour; d. h. 5 Std. insgesamt , dadurch schafft man es eh nicht mehr nach Hause und kann im Aufenthaltsraum der Firma schlafen. Somit spart man Heizkosten zuhause und schont die Umwelt und den Geldbeutel bei den Preisen.


Also: Alles klar. Wir brauchen keine Fahrstreifen mehr.

(Wer Satire findet kann sie behalten)(An die Grünen: Man merkt das Sie meist Beamte sind, wie Ihre Wähler mehrheitlich wohl auch- Wolkenkucksheim mit Stellplätzen fürs Auto auf eigenen Parkplätzen auf den Ämtern ,die numeriert sind)

Aktionismuspur

schrieb am 11.01.2022 um 17.51 Uhr:
Ich sehe dort einen gut ausgebauten Radweg oder bin ich blind? Das ist purer Aktionismus und mehr nicht. Durchdachte Verkehrsplanung werde ich in Lübeck nie erleben! Katastrophale Entscheidung!

Barbara Bismann

schrieb am 11.01.2022 um 17.55 Uhr:
Ok, dann stehe ich halt doppelt solange da und der Stau ist quer durch Lübeck Tagesgeschäft. Das ist bestimmt gut für die Umwelt mit laufendem Motor dort in der Rush-Hour zu stehen und im Schrittempo zu verweilen.

Das sind Geistesblitze vom Feinsten von den Verantwortlichen.
Ich stelle mich morgens um 5 und abends nach 23 Uhr nicht im Regen und Schnee an die Bushaltestelle und lasse mich noch um mein Handy und Portmonaie erleichtern!
Nix da, dann eben eine Stunde mit Abgasen auf die Straße!Das ist wohl so gewollt!

Susi

schrieb am 11.01.2022 um 17.58 Uhr:
Ich habe nichts gegen Autofahrer oder Radfahrer, aber wenn sich Radfahrer und Busfahrer die Spur teilen müssen?Die armen Busfahrer die dann Ihren Fahrplan nicht mehr einhalten können weil Radfahrer die Busspur erheblich verlangsamen.Die Bushaltestellen können jetzt schon nicht ihren Fahrplan einhalten.
Aber die Grünen sollten sich erst mal die aktuelle Lage ansehen, bevor wieder alles Super ist

Sebastian Berger

schrieb am 11.01.2022 um 18.09 Uhr:
Klimaschutz mit vorprogrammiertem Stau und dadurch höheren CO2 Ausstoß? Das kann man sich ja wohl abschminken. Das Verkehrsaufkommen bleibt und durch Stop-and-go wirds nicht besser bzw. müssen Anwohner Umwege fahren und die CO2-Last verlagert sich in den Seitenstraßen, wo die Abgase auch schlechter abziehen können.

Unter dem Druck des Klimaschutzes kommen immer mehr Kontraproduktive Ideen hervor. Echt zum abgewöhnen.

Electric Arthrose

schrieb am 11.01.2022 um 18.11 Uhr:
Zur Zeit kommen Rettungswagen aus Ri. Stodo UNGEHINDERT bis in die Moislinger Allee. Später fährt ein Bus mit 12 km/h hinter Radfahrern und sonst sind alle Spuren in der Rushour voll.
(...)

Boyd Lice

schrieb am 11.01.2022 um 18.23 Uhr:
Klimaschützer. Ja, sicher darum muss man sich bemühen, versteh ich schon.
Das dumme ist nur, das einem überwältigenden Teil der Menschheit das Thema posterior am.... sie wissen schon, vorbei geht.
Wir wissen alle was bei der letzten Klimakonferenz heraus gekommen ist. "blablabla" um Greta Thunfisch zu zitieren und was von den Zielen der vorletzten Konferenz umgesetzt wurde.
Der Zug ist abgefahren, es ist längst zu spät, da können die grünen noch so viel regionales Gras fressen und Rad fahren, all die kleinen Weltretter machen was sie wollen, in 20 oder 30 Jahren werden sie alle ein dummes Gesicht machen.
Ich bin nur froh, das ich keine Kinder habe und auch keine 30 Jahre mehr zu leben habe.
Was für mich kein Grund ist ein Auto anzuschaffen oder meinen Müll nicht mehr zu trennen.
Also, noch ein Paar schöne Jahre euch allen.

Raser

schrieb am 11.01.2022 um 19.06 Uhr:
Die Kosten für die 2 Blitzer an der A1 Unterführung hätte man sich dann auch sparen können!

Andreas L

schrieb am 11.01.2022 um 19.28 Uhr:
Ich erinnere mich noch an den shitstorm, als der Lohmühlenteller verampelt werden sollte. Das könne gar nicht funktionieren war da der harmloseste Kommentar. Oder der Umbau des Drehbrückenvorplatzes. Da geht eh niemand hin. Und siehe da, es kam anders. Viele Lübecker scheinen echt Angst vor Veränderungen zu haben. Bloß nichts Neues, immer alles beim Alten beladen. Dabei verpassen viele eine gute Chance.

Luisa Ferber

schrieb am 11.01.2022 um 19.33 Uhr:
Das der Verkehrsraum zugunsten der CO2 freien Fortbewegungsarten neu aufgeteilt werden muss ist selbstverständlich. Dass ich als Radfahrer als lebendes Hindernis vor den riesigen Bussen fahren soll, kann man nur als lebensgefährlichen Wahnsinn bezeichnen und da schreien die Grünen Hurra? Wir wäre es denn mal mit gesunden Menschenverstand einschalten?
Ich bin im letzten Jahr zweimal gestürzt, weil Stadwerkebusse mich überholt und keinen Sicherheitsabstand eingehalten haben und genau das wird dort auch passieren. So eine Verkehrsführung kann man nur als absolut fahrradfeindlich bezeichnen! Wer hier übrigens behauptet, die Radwege an diesen Straßen wären gut, sollte sich vielleicht einfach mal aufs Rad setzen und sich nicht die Radwege vom Autos aus anschauen, dann wüsste er auch was für ein unsachlicher Blödsinn diese Behauptungen sind.

Tobias

schrieb am 11.01.2022 um 19.54 Uhr:
Die Grünen und die Stadt Lübeck merken nichts mehr! Das wird eine riesen Verkehrskatastropfe werden und nix anderes. Ist doch genug platz für alle da!

JCVender

schrieb am 11.01.2022 um 20.17 Uhr:
Das ist ja wohl ein Neujahrsscherz🤪🤪 wenn das verwirklicht wird, steht man in der Rushhour bis zur Lohmühle, evtl. Sogar auf die Autobahn zurück. Nachmittags das gleiche zurück. Bestimmt retten wir das Klima damit.
Ich kann es bald nicht mehr ertragen, dass linksgrüne Ideologen Uns arbeitende Menschen das Leben schwermachen.
Hoffentlich steht die Lübecker Wirtschaft auf und verhindert das.

Top!

schrieb am 11.01.2022 um 20.27 Uhr:
Ist ne gute Idee und ich bin sehr gespannt auf die Umsetzung. :)

Die Kommentare einiger Autofahrer hier sind kaum zu glauben. Bitte nicht nur bis zum Lenkrad denken. Unsere Gesellschaft, unsere Stadt braucht einen grüne Verkehrswende.

Labertasche

schrieb am 11.01.2022 um 21.52 Uhr:
Die Innenstadt wurde ja schon kaputt gemacht, jetzt folgt das Umland.
Gottseidank ist in Stockelsdorf und Schwartau Schluss.
Lübeck wird immer verrückter, gut das wir rechtzeitig weggezogen sind.

margit H.

schrieb am 12.01.2022 um 00.19 Uhr:
Sehr gut , mit solchen Aktionen kann man versuchen , die Versäumnisse der Politik ( auch der Grünen ) in den letzten 30 Jahren zu kaschieren .
Das glaubt allerdings nicht jeder , schon gar nicht diejenigen , die auch nicht mehr an den Weihnachtsmann glauben .

Andreas Anders

(eMail: abgehtes69@hotmail.com) schrieb am 12.01.2022 um 00.25 Uhr:
Schönes Bild welches sicherlich an einem Sonntag um 7 Uhr Morgens aufgenommen wurde. Es sollte mal ein Bild aufgenommen und veröffentlicht werden wo der Betrachter den tatsache Strassenverkehr in der Woche zeigt.
Da sieht man wieder wie versucht wird den Menschen zu teuschen, um ihn zeigen zu wollenn, was ist es doch für eine tolle Idee.

Aber liebe Grünne und andere Parteien die diesen Quatsch abgesegnet haben:

Stellen Sie einen Antrag, dass die kompletten Strassen zurückgebaut werden und nur noch eine für Kutschen oder Pferdegespann geeignette Trasse stehen gelassen werden.

Auch das würde von den Herschaften in Lübeck genehmigt werden, da diese anscheind die tatsächliche Verkehssituation nicht kennen.
Klimaneutral alles gut und schön aber es sollte auch umsetzbar und realistisch sein und nicht Bautechnisch sondern auch praxisbezogen und nicht nur ein Zahlenspiel sein um Fördergelder abzugreifen und sich dennoch weiter zu verschulden......

Armes Lübeck und Deutschland ...

Stonehenge

schrieb am 12.01.2022 um 02.06 Uhr:
@ Micha, Cyril, Manfred Vandersee, Funk, Henning Laatz, Aktionismuspur, Barbara Bismann, Susi, Sebastian Berger, Electric Arthrose, Boyd Lice, Raser, Luisa Ferber, JCVender, Labertasche:

Full Acknowledge!

Für die wenigen, die kein Englisch können: Meine volle Zustimmung!

Gute Nacht Lübeck!

Jo

schrieb am 12.01.2022 um 07.25 Uhr:
Ideen sind ja schön und gut - Frau oder Mann sollten sie aber auch zu Ende denken oder es zumindest versuchen.
Die Idee, die Busspur auch durch Radfahrer nutzen zu lassen ist höchst gefährlich und lenkt vom eigentlichen Thema in der Fackenburger ab, dass der bisherige Radweg in einem höchst fraglichen Erhaltungszustand ist. Hier wurde in die Erhaltung halt schon seit gefühlten Ewigkeiten nicht investiert und die Benutzung ist eigentlich eine Zumutung. Spätestens wenn man sein Rad zum Pendeln über längere Strecken nutzt (ja - es gibt Leute, die ihr Fahrrad auch für Strecken deutlich über 10km nutzen) wird es dann unattraktiv.
Als Radfahrer/Autofahrer/Busfahrer kann man die Idee eigentlich auch nur als Wahnsinn bezeichnen. Die Sicherheitsabstände zwischen Radfahrern und Bussen können eher schwer eingehalten werden. Versuchen die Busfahrer tatsächlich die erforderliche Sorgfalt an den Tag zu legen, werden sie ihn den Konflikt mit den Autofahrern geraten. Wem ist damit also gedient? Der Umwelt eher nicht, da chronisches Bremsen und Beschleunigen egal mit welchem Verkehrsmittel in irgendeiner Form immer Schadstoffe produziert. Gleichzeitig wird die Aggressivität im Verkehr eher zu- als abnehmen.
Und was bleibt für die Lübecker Innenstadt... das Umland dürfte sich als Kundengruppe noch mehr aus der Lübecker Innenstadt zurückziehen und Lübeck damit noch unattraktiver werden. Der Bahnhof als zentraler Verkehrsknotenpunkt wird noch weniger verlässlich erreichbar. Das nennt man dann Verkehrswende?!?!
Viel Vergnügen beim weiteren Sterben der Innenstadt.

Ich hätte daher noch ein paar Verbesserungsvorschläge:
a) Die Bahn verlegt den Personenbahnhof in den Westen Stockelsdorfs - dort gibt es ausreichende Parkflächen für Radfahrer, Autofahrer etc., gleichzeitig erreicht man dadurch eine erhebliche Lärmreduzierung in der Innenstadt und entflechtet die Verkehrsflüsse. Aus ökologischen Gründen darf der Bahnhof natürlich nur über wassergebundene Verkehrsflächen erreichbar sein. Auf der Hauptverkehrsachse in Stockelsdorf wird die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf 20 km/h abgesenkt, damit alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt am Verkehr teilnehmen können.
b) Die Arbeiten an der Bahnhofsbrücke stellt man vorerst ein, da über die perspektivisch nur noch 2 erforderlichen Schienenstränge auch eine Brücke aus einfach recycelbaren Baustoffen vollkommen ausreicht.
Damit reduziert man dann deutlich die finanziellen Belastungen. Gleichzeitig bietet es sich an, an dieser Stelle an Kassenhäuschen aufzustellen und ein Schild aufzustellen, dass man das Freilichtmuseum Lübeck betritt und daher ein Obolus von 3,50 EUR pro Kopf erforderlich ist.
c) Die Uniklinik wird aus Lübeck in besser erreichbare Landesteile verlegt, da sie von Umlandbewohnern eh nicht mehr in realistischen Zeiträumen erreicht werden kann. Damit würden dann auch jede Menge neuer Gewerbeflächen zur Verfügung stehen. Anbieten für die Uni würde sich hier ev. Neumünster, Heide oder Bargteheide.


(Falls hier jemand Sarkasmus oder Polemik findet - der darf es gerne behalten)

Max Müller

schrieb am 12.01.2022 um 08.37 Uhr:
Auch wenn ein Umweltdenken grundstätzlich sinnvoll ist, ist es m.M. nach fraglich, ob dieses der richtige Weg ist.

In Anbetracht des täglich zunehmenden Leistungsdrucks, der zunehmenden "Just in Time" Politik, etc. bleibt jetzt schon immer weniger Zeit einmal durchzuatmen.

Und wenn man mit solche Maßnahmen, die Bevölkerung zwingen will auf´s Fahrrad umzusteigen, ohne den täglich Leistungsdruck, die notwenige Mobilität etc. gleichzeitig zu reduzieren, wird dieses bei der breiten Masse der Bevölkerung immer mehr Unmut und Gewalt hervorrufen.

Für mich sind solche Maßnahmen einfach nur ein Zeichen von Hilflosigkeit und fehlendem vorausschauendem Denken der Politik und Verwaltung.

Grundsätzlich nerven mich auch die immer wieder auftretenden Einsprüche Einzelner, das durchklagen durch alle Instanzen, und die somit lange Dauer einer Umsetzung, aber diese Maßnahme wird nur mehr Zorn als Gutes herbeiführen.

Walter Koch

schrieb am 12.01.2022 um 08.49 Uhr:
Warum saniert man eigentlich nicht einfach die Radwege? Schadstellen abfräsen neue Deckschicht drauf - fertig. Hat ja hier und da im Stadtgebiet auch schon ganz gut geklappt. Die finanziellen Mittel dafür dürften im Haushalt zur Verfügung stehen. Die Sanierung der Radwege ist doch erklärtes Ziel fast aller Fraktionen.
Auf der Fackenburger Alle fahren je nach Abschnitt 3 bis 6 Buslinien. Da sind doch ansonsten die ersten Unfälle mit Radfahrern vorprogrammiert.
Und nein, niemand sattelt auf das Fahrrad um, weil der Radweg plötzlich viel breiter ist. Und wenn Verkehrszählungen in den vergangenen zwei Jahren irgendwo höhere Radfahrerzahlen ergeben haben, dann liegt das maximal an der Corona-Pandemie und den Menschen die von überfüllten Bussen auf das Rad gewechselt haben, um sich nicht anzustecken.

Lübecky

schrieb am 12.01.2022 um 08.53 Uhr:
Alle Radfahrer werden bei Regen und Schneeregen zuhause bleiben, denn wer schon mal so direkt neben den Autos gefahren ist macht das nie wieder. Es sei denn, die Grünen spendieren einen Ganzkörper-Schutzanzug.

Die Busfahrer freun sich auch schon total, auf tempo 10 hinter den Radfahrern herzufahren.

Micha

schrieb am 12.01.2022 um 09.15 Uhr:
Moin,
jetzt wird das Lübecker Umland abgetötet!!! Bravo!!!!!
Was macht Lübeck, wenn die Geschäfte Pleite machen (Ist ja kaum noch was los in der Innenstadt) und die Gewerbesteuer fehlt????

John Doe

schrieb am 12.01.2022 um 09.38 Uhr:
Um das ganze ein bisschen besser einordnen zu können, mal ein paar Fakten: Die Hansestadt Lübeck hat sich verpflichtet den Anteil des Radverkehres am Gesamtverkehr auf 25% zu erhöhen. Bisher beträgt er 19,6%. Sollvorgabe des Landes war 30%, da hat man hier schon gleich abgewunken. Diese Erhöhung versucht man dadurch zu erreichen, in dem man ca. 12-15% der jetzigen Verkehrsfläche den anderen Verkehrsteilnehmern entzieht und dem Radverkehr zuschlägt. Anscheinend wird dieses aber von den Lübeckern nicht so honoriert wie gewünscht). Dem KFZ-Verkehr in Lübeck stehen zur Zeit 60% der Verkehrsfläche zur Verfügung, sein Anteil am Straßenverkehr beträgt jedoch 70%.

Das Verkehrspolitik nicht unbedingt zu den Kompetenzen der Grünen gehört, beweist der Grüne aus Marli durch seine Einlassungen und Beiträge immer wieder. Nur damit das nicht in Vergessenheit gerät, die Grünen in Lübeck haben die hohen Buspreise hier maßgeblich mitverursacht in dem sie Initiator waren, das Lübeck dem Schleswig-Holstein Tarif beitritt. Sie sind somit auch hauptsächlich mitverantwortlich das der Anteil am KFZ-Verkehr so hoch ist (übrigens nicht nur in Lübeck, wer sich Bundesländer mit grünen Verkehrsministern anguckt wird feststellen, das der Verkehr in Lübeck doch noch recht geordnet und fließend abläuft). Dieser Mensch veröffentlicht dann auch noch Stellungnahmen in denen er mühsam ausgehandelte Preisnachlässe im Stadtverkehr ablehnt!
Das was die Grünen hier bejubeln ist, wie so oft in Lübeck, eine Verlagerung des Verkehres auf die umgebenden Anwohnerstraßen mit den dadurch sich enorm erhöhenden Umweltbelastungen für die dortigen Anwohner. Aber egal, solange nicht Grüne davon betroffen sind. Wenn doch, dann wird schonmal die STVO und das Baurecht gebeugt.
Von Seiten der Stadt ist es halt einfach nur Aktionismus in Richtung Kiel um zu zeigen das man etwas macht um die 25% zu erreichen. Verkehrspolitisch, wie die Mehrzahl aller Projekte in den letzten 30 Jahren, ist es einfach nur Blödsinn. Es ist Stückwerk wie fast alles und wird nicht zur dringend nötigen Verkehrswende beitragen.

Steffen

schrieb am 12.01.2022 um 11.36 Uhr:
Und wer denkt an die Menschen mit Behinderung oder die Angehörige mit einer Behinderung haben . Schöne grüne Welt .

Georg S. Kreuz

schrieb am 12.01.2022 um 11.53 Uhr:
@John Doe

Ihre Zahlen stimmen einfach nicht: Autos haben in Lübeck einen Anteil von 43% gemäß Modal Split - also sogar weniger als der Anteil der Fußgänger und Radfahrer, die zusammen auf 46% kommen. Das können sie leicht per Internet Suche herausfinden.

Und alle, die hier auf die Grünen eindreschen wollen, sollten sich mal fragen, wer die konkrete Maßnahme denn initiiert. Wenn ich nichts verpasst habe regiert in HL immer noch eine Groko. Hier geht's wohl eher um uralte Beißreflexe von Autofahrern, die einen Teil ihrer jahrzehntealten Privilegien abgeben müssen.

Nobbi

schrieb am 12.01.2022 um 12.12 Uhr:
Ob sinnvoll oder doch nur ein weitere Verschwendung von Steuergeldern wird die Zukunft zeigen. Da würde ich gerne einmal eine Wortmeldung zur Sache von dem Lübecker Bürgermeister hören.
Mich pers. stört dieses andauernde Herrschaftsgehabe auf Grundlage einer elenden Besserwisserei der grünen Parteigünstlinge.
Hat dieses, tief in die Lübecker Verkehrsinfrastruktur eingreifendes Projekt eigentlich schon die Lübecker Bürgerschaft sowie weitere beteiligte Mandatsträger passiert ? Oder ist das nun schon wieder so eine Art von Selbstbestätigung einer grün manipulierten verbeamteten Verwaltungsebene ?
Wäre es nicht gerechter mit einem Referendum/Bürgerbefragung dieses Steuer lastige "Umbauprojekt" transparenter für die Lübecker Bürger und Steuerzahler zu gestalten ?
Sicher, heutzutage ist es vertane Zeit das politische Weltbild grüner Parteisoldaten; hier Lübeck; zu hinterfragen.
Die Frage, "wo könnte ich falsch liegen" mit meiner grünen Besserwisserei geht dieser autohassenden Lübecker Verwaltungsebene völlig ab.