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Auszeichnung für die Friedrich-List-Schule

Lübeck - St. Lorenz Nord: „Lernen aus der Pandemie“ lautete das Motto des fünften Wettbewerbs um den Titel „Schule des Jahres Schleswig-Holstein“. Am Freitag überreichten Bildungsministerin Karin Prien und die Direktorin des Instituts für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein (IQSH) Dr. Gesa Ramm vor rund 150 Gästen die Preise. Der mit 6000 Euro dotierte dritte Preis ging an die Berufsbildende Schule Friedrich-List-Schule in Lübeck.

Insgesamt 30 Schulen hatten ihre Unterlagen eingereicht. Das diesjährige Motto „Lernen aus der Pandemie“ bezeichnete Ministerin Prien als „hochaktuell, und daher ist es nicht nur das Motto dieses Wettbewerbs, sondern auch das Thema der schleswig-holsteinischen KMK-Präsidentschaft in diesem Jahr. „Die Ideen, Projekte und Konzepte, die in den vergangenen beiden Jahren entwickelt wurden, wollen wir nutzen, um unser Bildungssystem in die Zukunft zu führen. Die gewonnenen Erfahrungen wollen wir für die zukünftige Schul- und Unterrichtsgestaltung mitnehmen, verbreiten und gemeinsam weiterentwickeln“, sagte die Ministerin.

Die Bewertung der Friedrich-List-Schule

Die Friedrich-List-Schule als berufliche Schule der Hansestadt Lübeck wird in beeindruckender Weise als Lern- und Lebensraum verstanden. Dieses Grundverständnis von Schule konnte auch in Zeiten des Distanzlernens beibehalten werden. Sowohl Schülerinnen und Schülern als auch dem Kollegium Halt und Struktur zu geben, sieht die Schulleitung stets als Maxime für ihr Handeln an – niemand sollte während der Pandemie verloren gehen und das Wohlbefinden aller sollte im Fokus stehen. Aus diesem Grund veröffentliche Stephan Cosmus als Schulleiter der Friedrich-List-Schule bereits nach den Osterferien 2020 einen Handlungsleitfaden zur Beruflichen Bildung in Krisenzeiten, welcher für Orientierung und Struktur sorgen sollte.

Das Lernen in Distanz an der Friedrich-List-Schule wurde durch konsequente Beibehaltung des Stundenplans sichergestellt. Es wurden Lernstandserhebungen durchgeführt, erkannte Unterstützungsbedarfe bei den Schülerinnen und Schülern durch individuelle Förderung sowie Zusatzunterricht in den Hauptfächern kompensiert und alternative Lernleistungen ermöglicht. Im Fach Sport gab es beispielsweise ein E-Sport-Turnier, für dessen technische Umsetzung auch die Schülerinnen und Schüler mitverantwortlich waren. Praktika in den Vollzeitklassen wurden durch Aufgabenstellungen mit betrieblichem Kontext ersetzt oder der Möglichkeit, mit Unternehmenspartnern Marketingkonzepte zu gestalten. Auch ökonomische Planspiele sind online durchgeführt worden. Alle Aktivitäten zur Berufsorientierung an der Friedrich-List-Schule beeindruckten die Jury sehr. So wurde unter anderem eine Berufsmesse mit digitalen Workshops veranstaltet. Es fanden digitale Informationsveranstaltungen auf Elternabenden im 4. Schuljahr sowie bei Abgangsklassen der weiterführenden Schulen statt, um zum einen die Durchlässigkeit des Schulsystems und zum anderen die Leistungen der beruflichen Bildung darzustellen.

Hervorzuheben ist, dass die Friedrich-List-Schule durch ihre sehr gute mediale Ausstattung und deren funktionalen Einsatz hervorragend auf die Pandemie vorbereitet war. Die Lehrkräfte wurden und werden umfangreich fortgebildet, um auf diese Weise die Unterrichtsqualität ständig auszubauen und eine sinnvolle Verzahnung mit analogem Unterricht sicherzustellen. Es wurden Selbstlernformate entwickelt und auf Unterrichtsmaterialien konnte problemlos online zugegriffen werden. Beiträge von Schülerinnen und Schülern sind online gewürdigt worden. Die ausgeprägte Feedbackkultur zeigt sich zudem darin, dass Evaluationsbögen zum Wohlbefinden und der Frage nach Unterstützungsbedarfen der Lernenden entwickelt wurden, zum Teil sogar von den Schülerinnen und Schülern selbst. Die Lehrkräfte werden in ihrer Beziehungsarbeit durch ein starkes Team aus Erziehern, Pädagogen, Sozialarbeitern und einer Psychologin unterstützt.

Sollten Lernende zu Hause keinen Platz oder die nötige Ruhe zum Arbeiten haben, wurden ihnen dafür Räume in der Schule bereitgestellt. Diese ausgeprägte Willkommenskultur zeigt sich auch darin, dass Einführungstage für neue Schülerinnen und Schüler stattfinden. Sogar in digitaler Form gab es Teambuildingmaßnahmen und Methodentage. Dabei stand die Vermittlung von gemeinsamen Werten im Vordergrund. Um das Kollegium im Sinne des Wohlfühlgedankens zu stärken, wurden sogenannte Gesprächstüten mit kleinen Köstlichkeiten für digitale Meetings zusammengestellt. Es wundert demnach nicht, dass die Jury während ihres Schulbesuchs eine sehr harmonische und nach vorne gerichtete Atmosphäre als Ergebnis des hohen Engagements der Schulgemeinschaft wahrgenommen hat.

Der Preis wurde am Freitagnachmittag in Rendsburg übergeben. Foto: Axel Schön

Der Preis wurde am Freitagnachmittag in Rendsburg übergeben. Foto: Axel Schön


Text-Nummer: 151520   Autor: BiMi/red.   vom 06.05.2022 um 19.07 Uhr

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