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Universität Lübeck: Studie zu Augen-Tumoren startet

Lübeck: Archiv - 24.05.2022, 10.42 Uhr: Tumore im Auge stellen eine lebenseinschränkende und lebensbedrohliche Diagnose dar. Das maligne Lymphom des Augeninneren ist eine seltene Form des Augenkrebses, die schwer zu diagnostizieren ist. Unter der Leitung von PD Dr. Vinodh Kakkassery, Oberarzt der Klinik für Augenheilkunde an der Universität zu Lübeck und am UKSH, Campus Lübeck und Prof. Dr. Falko Fend, Pathologe am Universitätsklinikum Tübingen startet im Sommer eine Studie zur Verbesserung der Diagnostik.

Die sechsjährige Studie wird von der Deutschen Krebshilfe mit rund 860.000 Euro gefördert. Die DECODE VRL Studie ist eine Initiative von Vinodh Kakkassery und Falko Fend, die sich zum Ziel setzt, eine in Tübingen entwickelte innovative molekularbiologische Diagnostik für das vitreoretinale Lymphom (VRL) in einem multizentrischen Ansatz standardisiert zu implementieren und klinisch zu validieren.

Maligne Lymphome des Augeninneren sind sehr seltene Tumore, die für die klinische und pathologische Diagnostik eine große Herausforderung darstellen. Aufgrund der mehrdeutigen klinischen Symptomatik des Lymphombefalls von Glaskörper und Netzhaut, auch vitreoretinales Lymphom oder Masquerade-Syndrom genannt, ist die Diagnosestellung oft verzögert. Dadurch kommt es bei dieser Erkrankung häufig zu einem verspäteten Therapiebeginn. Selbst nach einer Operation mit Probegewinnung aus dem Auge wird die Diagnose mit den üblichen Analyseverfahren in bis zu einem Drittel der Fälle übersehen, was zu einer deutlichen Reduzierung der Lebenserwartung von Betroffenen führen kann.

Aufgrund der Seltenheit der Erkrankung ist eine möglichst breite Beteiligung operativer Zentren für Augenheilkunde von zentraler Bedeutung für das Gelingen der Studie. Daher beteiligen sich an der Studie zehn weitere probensammelnde Augenkliniken. Unterstützung erhält das Studienteam außerdem von Prof. Dr. Gerald Illerhaus aus der ZNS-Lymphom Studiengruppe der German Lymphoma Alliance (GLA) und von Prof. Dr. Andreas Stahl vom Forschungszusammenschluss der netzhautchirurgischen Kliniken in Deutschland Retina.net.

Vinodh Kakkassery, einer der wenigen Augenärztinnen und Augenärzte überhaupt, der eine Unterstützung der Deutschen Krebshilfe einwerben konnte, sieht einen klaren klinischen Nutzen: "Für die Patientinnen und Patienten besteht eine doppelte Sorge. Der Krebs bedroht das eigene Leben und zusätzlich das Sehen. Eine bessere Diagnostik bedeutet eine frühere Behandlung, die dem Leben, dem Sehen und der Seele guttut."

Als Pathologe steht für seinen Tübinger Kollegen Falko Fend fest: "Die Wissenserweiterung auf diesem Krankheitsgebiet ist dringend notwendig. Wir sind bei der diagnostischen Sicherheit vor allem in der Breite noch lange nicht im maximalen Bereich, sodass die DECODE VRL Studie nur zu begrüßen ist. Die Zusammenführung der Expertinnen und Experten aus den verschiedenen medizinischen Disziplinen für die Studie ist ein absoluter Mehrwert".

Mit der Patientinnen- und Patientenzentrierten DECODE VRL Studie möchte das Studienteam einerseits neueste molekularbiologische Techniken so breit wie möglich zum Einsatz bringen und andererseits deren Wertigkeit im Vergleich zur etablierten Diagnostik durch klinische Nachverfolgung validieren, da prospektive Studien aufgrund der Seltenheit der Erkrankung fehlen.

Die langfristige Studie wird von der Deutschen Krebshilfe gefördert.

Die langfristige Studie wird von der Deutschen Krebshilfe gefördert.


Text-Nummer: 151864   Autor: Uni Lübeck/Red.   vom 24.05.2022 um 10.42 Uhr

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