Diese Seite verwendet Cookies für die Funktionalität und für anonymisierte Statistiken.
Stimmen Sie auch der Verwendung von Cookies durch Drittanbieter auf dieser Website für die Schaltung von personalsierter Werbung zu? Weitere Informationen
Sie können Ihre Zustimmung jederzeit auf der Seite Impressum / Datenschutz widerrufen.
Dort finden Sie auch weitere Informationen zu Cookies.

Lübecker Polizei löst Ermittlungsgruppe Booster auf

Lübeck: Archiv - 17.06.2022, 08.46 Uhr: Die Polizeidirektion Lübeck richtete nach dem Anstieg von Straftaten im Zusammenhang mit gefälschten Impfausweisen im Januar 2022 eine gesonderte Ermittlungsgruppe ein. Mit dem Wegfall der Corona-Maßnahmen wird die Einheit aufgelöst. Sie hat rund 700 Fälle bearbeitet. Zwei Ärzte müssen sich wegen des Verdachts der Urkundenfälschung verantworten.

Mit Einführung der 2-G-Regelung im Dezember 2021 stiegen die Fallzahlen im Bereich Lübeck stark an. Durch die Lübecker Kriminalpolizei wurden seit Einrichtung der "Ermittlungsgruppe Booster" über 700 Fälle im Zusammenhang mit gefälschten Impfausweisen bearbeitet. In den überwiegenden Verfahren wurde wegen der Beschaffung und anschließenden rechtswidrigen Nutzung gefälschter Impfausweise ermittelt. Die Hinweise gingen vorwiegend von Apotheken ein, deren Mitarbeiter fortlaufend über Fälschungsmerkmale informiert wurden und diese im Rahmen des Digitalisierungsprozesses analoger Impfausweise routiniert erkannten. Nach Bekanntwerden der "Ermittlungsgruppe Booster" ist es vereinzelt zu Selbstanzeigen oder Hinweisen aus der Bevölkerung bekommen.

Im Zuge der Ermittlungen erfolgten über 200 Wohnungsdurchsuchungen, wobei in der Mehrzahl der Fälle gefälschte Impfbücher festgestellt und eingezogen worden sind.

Es sind außerdem 40 Ordnungswidrigkeiten im Zusammenhang mit vorgetäuschten Masern-Mumps-Röteln (MMR) Impfungen festgestellt worden. Die Bearbeitung dieser Fälle liegt in der Zuständigkeit der Ordnungsbehörde Lübeck.

Bei den tatverdächtigen Personen handelte es sich gleichermaßen um Frauen und Männer verschiedener Altersgruppen aus den unterschiedlichsten Gesellschaftsschichten. "Die Motivation der Tatverdächtigen reichte von mangelnder Information über die Gesetzeslage über generelle Impfkritiker bis hin zu Bürgern, die einer Impfung zunächst skeptisch gegenübertraten, aufgrund der Einschränkungen letztlich jedoch dem Erhalt einer Boosterimpfung zustimmten und durch einen gefälschten Impfausweis die Erst- und Zweitimpfung vorspiegelten", berichtet Polizeisprecherin Claudia Struck.

Aus dem Lübecker Raum konnten zwei Ärzte ermittelt werden, gegen die Strafverfahren wegen des Verdachts des Gebrauches unrichtiger Gesundheitszeugnisse, des Ausstellens unrichtiger Gesundheitszeugnisse beziehungsweise Verstößen gegen das Infektionsschutzgesetz sowie wegen des Verdachts der Urkundenfälschung eingeleitet wurden.

Ein Teil der Strafverfahren wurde bereits abgeschlossen und die Angeklagten wurden mit Geldstrafen zwischen 1.000 Euro und 2.000 Euro belegt. Einigen Tatverdächtigen, die im Pflegebereich tätig waren, ist zudem gekündigt worden.

"Seit dem weitestgehenden Wegfall der Corona-Schutzmaßnahmen, verzeichnet die Lübecker Kriminalpolizei auch einen Rückgang der Fallzahlen. Die Ermittlungsgruppe Booste" wird mit Ablauf des 17. Juni 2022 aufgelöst. Etwaige Ermittlungsverfahren werden dann durch das Kommissariat 14 der Bezirkskriminalinspektion Lübeck geführt.

Einige Lübecker hatten versucht, sich mit gefälschten Impfnachweisen eine Booster-Impfung zu holen. Symbolbild: Oliver Klink

Einige Lübecker hatten versucht, sich mit gefälschten Impfnachweisen eine Booster-Impfung zu holen. Symbolbild: Oliver Klink


Text-Nummer: 152284   Autor: PD Lübeck/red.   vom 17.06.2022 um 08.46 Uhr

Text teilen: auf facebook +++ auf Twitter +++ über WhatsApp

Text ausdrucken. +++  Text ohne Bilder ausdrucken.