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Kitagebühren: Grüne lehnen neue Entgeltordnung ab

Lübeck: Harte Zeiten für Lübecks Eltern: Geht es nach dem Willen der Verwaltung sollen Eltern von Kindern in städtischen Kitas künftig doppelt so hohe Verpflegungsbeiträge zahlen und zudem eine Verkürzung der Betreuungszeit am Freitag hinnehmen. Diese von der Verwaltung vorgelegten Änderungen der Entgeltordnung für die Kindertageseinrichtungen stoßen bei der Grünen Fraktion auf Ablehnung.

Bereits im Jugendhilfeausschuss sei die Initiative von Bildungssenatorin Monika Frank auf Antrag der Grünen vertagt worden. Der Antrag wurde an die Bürgerschaft verwiesen, um möglichst vor Beginn des neuen Kita-Jahres noch eine Entscheidung zu erhalten. Die Grüne Fraktion hat daher zur nächsten Bürgerschaftssitzung einen Änderungsantrag formuliert, um die geplanten Verschlechterungen zu verhindern und eine identische Bezuschussung der Verpflegungskosten auch in den nicht-städtischen Kitas einzuführen.

André Kleyer, Fraktionsvorsitzender und Mitglied im Jugendhilfeausschuss:

(")Für viele Lübecker Familien würde eine Anhebung der Verpflegungskosten um 100 Prozent eine unzumutbare Belastung darstellen. Die meisten Familien haben noch mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie zu kämpfen und spüren schon mehr als deutlich die steigenden Energiekosten. Eine derartige Erhöhung ist gerade in diesen Tagen nicht tragbar und realitätsfern. Mit unserem Antrag fordern wir eine Korrektur der geplanten Änderungen. Wir beantragen zudem die Budgetverträge der freien Kitas um den gleichen monatlichen Zuschuss für Verpflegung von 54,15 Euro je Kind zu erhöhen. Das wird natürlich Geld kosten, aber man muss sich das leisten wollen. Die SPD muss dabei nur in ihr eigenes Wahlprogramm zur Landtagswahl schauen, um zu erkennen, dass diese Erhöhungen klar im Widerspruch zur landespolitischen Ausrichtung stehen. Dort ist von einer grundsätzlichen Entlastung der Familien die Rede. Nun muss man auch erwarten können, dass den Worten Taten folgen.(")

Mandy Siegenbrink, stellvertretende Fraktionsvorsitzende und stellvertretendes Mitglied im Jugendhilfeausschuss ergänzt:

(")Die Bildungssenatorin möchte die Ungleichbehandlung von Eltern städtischer und freier Kitas aufheben und so für mehr Gerechtigkeit sorgen. Ein Vorhaben, dass wir durchaus unterstützen. Spricht man allerdings von Gerechtigkeit, so muss man die Zuschüsse nach oben anpassen und nicht nach unten. Gerechtigkeit funktioniert gerade in der Kinderbetreuung so nicht, wo in Lübeck und Schleswig-Holstein die Beiträge für Eltern immer noch deutlich höher sind als in den allermeisten Bundesländern. Und das ist auch nicht vermittelbar, wie die deutliche Reaktion der Kreiselternvertretung zeigt. Auch die Verkürzung der Freitags-Betreuungszeit von 14 Uhr auf 13.30 Uhr können wir nicht mittragen und beantragen daher die Streichung, da dies nichts anderes als eine versteckte Erhöhung der Kitagebühren ist.(")

Zum Änderungsantrag: www.gruene-luebeck.de/

André Kleyer ist Fraktionsvorsitzender und Mitglied im Jugendhilfeausschuss.

André Kleyer ist Fraktionsvorsitzender und Mitglied im Jugendhilfeausschuss.


Text-Nummer: 152357   Autor: Grüne Lübeck/Red.   vom 21.06.2022 um 10.50 Uhr

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Kommentare zu diesem Text:

Matthias

schrieb am 21.06.2022 um 11.04 Uhr:
Die Scherzkekse. Die Grünen stellen sowohl auf Landes- als auch auf Bundesebene die zuständigen Minister und müssten nur mit den Fingern schnippsen, um eine kostenfreie Kita zu realisieren.
Stattdessen wickelten sie mit Jamaika alle Initiativen, die sie vorher mit SPD und SSW dazu begonnen ab ab und jetzt ist hier in der Stadt mit einem Mal die SPD schuldig. Komischerweise die einzige Ebene, wo es für die grünen nicht so läuft. In der Stadtkasse wäre ja auch etwas mehr Geld, wenn die Grünen nicht diverse Kleinstfraktionen ständig aufmachen würden…

Otto Schneider

schrieb am 21.06.2022 um 11.25 Uhr:
Lieben Grünen-Vetreter:innen,

Ihr Änderung-Antrag für die nächste Bürgerschaft-Sitzung ist sehr löblich und unterstützenswert.

Bitte bedenken Sie dabei, dass die GroKo GRUNDSÄTZLiCH und aus PRINZIP die Anträge der so genannten kleinen Parteien ablehnen.

Da müsste politisch sich etwas Grundsätzliches in Lübeck ändern, wo nicht der Sache wegen, sondern derzeit nach der politischen Befindlichkeiten entschieden wird.

Ein langjähriges Thema, was zu dem führt(e), was die Bürgerschaft heute noch ist...traurig lächerlich 🙁

JH

schrieb am 21.06.2022 um 12.41 Uhr:
Auch hier gilt, wer die Musik bestellt, darf auch zahlen....

Die Eltern wünschen sich 2 - 3 am Tag Biokost aus der Region, direkt vor Ort frisch zubereitet - DAS KOSTET.

Vllt sollten die Ansprüche überprüft werden - das reduziert dann auch die zu tragenden Kosten.

Steffen Peters

schrieb am 21.06.2022 um 16.17 Uhr:
@JH:
"Die Eltern wünschen sich 2 - 3 am Tag Biokost aus der Region, direkt vor Ort frisch zubereitet"
Wünschen tun sich das bestimmt viele Eltern. Die Realität ist aber z.B. in städtischen KiTas eine ganz andere: Einmal täglich warmes Essen - leider nicht auf höchster Bio-Qualität, aber durchaus -aus kindersicht- schmackhaft und ernährungstechnisch wenigstens keine Vollkathastrophe.
Zusätzlich je nach Kita -oft nur einmal wöchentlich- ein Frühstück, welches NICHT von zuhase mitgebracht werden muss (weil leider sozialschwächere Eltern u.U. nicht die Möglichkeit haben, ein ausreichend ausgeglichenes Frühstück zu bieten).

Bleiben unterm Strich: ~20 Mahlzeiten für je €5,- - wobei mindestend 30 Essen/Mahlzeit zubereitet werden und keine Gewinne durch diese Leistung erwirtschaftet werden müssen.
Find ich nicht unbedingt 'günstig'...!

Blödsinn

schrieb am 21.06.2022 um 18.10 Uhr:
100 Euro im Monat nur für Mittagessen ist schon jetzt total überteuert für ein Kind. Jetzt soll das Essensgeld noch angehoben werden.

Der Bekannte Caterer für Lübecks Kinder.... hat kein bio, oft einfache günstige Gerichte. Nudeln mit Tomatensosse.
NIX Bio

Und Kitagebühren kosten in anderen Bundesländern weniger oder Garnichts.

Nun sollen es 200 Euro Mittagessensgeld für 20 Tage im Monat sein? Ein Mittagessen 10 Euro....selbst die aktuellen 5 Euro sind total überteuert.

Ich kann privat für 10 Euro mit bio und viel Gemüse für 4 Personen mit grosser Essebsmenge kochen.

Im Kindergarten braucht man weder Fleisch, noch bio...wer Fleisch essen möchte soll dies Privat machen.

Wer zahlt den Geringverdienern das Essensgeld fürs Kind. Kitagebühren werden bei Geringverdienern übernommen. Essensgeld wird nicht übernommen.

Moritz

schrieb am 21.06.2022 um 20.14 Uhr:
Es gibt Kitas und Bundesländer, da ist es deutlich billiger (Kinder zu haben). Und in manchen kann man auch das Essen noch am Vorabend zumindest in großen Kitas bei Krankheit abbestellen.