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Drogenszene: Polizei und Politik machen Druck

Lübeck - St. Lorenz Süd: Archiv - 22.06.2022, 14.54 Uhr: Allen in diesem Jahr hat die Polizei rund 750 Einsatzstunden mit einem Bezug zur offenen Drogenszene im Bereich des Lindenplatzes verzeichnet. Es muss unbedingt verhindert werden, dass sich die neue, offene Drogenszene in Lübeck, die im Bereich ZOB/Denkmäler entstanden ist, weiter entwickelt und etabliert, warnt Lübecks Polizeichef Norbert Trabs. Jetzt soll zumindest erst einmal ein Alkoholverbot für diesen Bereich erlassen werden.

Am Dienstagabend diskutierte der städtische Polizeibeirat die Probleme. Der sicherheitspolitische Sprecher der SPD-Fraktion fasst die Ergebnisse zusammen: "Die Alkohol- und Drogenszenen vermischen sich dort, und Drogendealer gehen dort verstärkt ihren Geschäften nach. So wurde ein Dealer festgenommen, der 50 Konsumeinheiten mit sich führte. Normalerweise hat ein Dealer nur so viel „Stoff“ bei sich, wie er an einem Tag verkaufen kann. Die Beschaffungskriminalität im Umfeld nimmt zu, und die Tiefgarage in unmittelbarer Nähe wird gerne als „Handelsplatz“ genutzt. Touristen, die über die Grünfläche, das Einfallstor für Menschen, vom HBF in die Stadt gehen wollen, sind erschrocken über diese „Lübecker-Empfangslokation“. Denn diese Fläche vermüllt regelmäßig, und im Laufe des Tages wächst die Aggressivität der Menschen vor Ort, zu denen auch viele „Gäste“ aus dem Umland zählen."

Eigentlich sollte schon im Jahr 2021 unterhalb der Marienbrücke ein neuer Treffpunkt für Suchtkranke entstehen. Die Fertigstellung verzögert sich aber weiter. Aktuell geht die Stadt von einer Eröffnung im Januar 2023 aus. Neben dem Zeitverzug ist es zu erheblichen Kostensteigerungen gekommen (wir berichteten). "Durch die Begegnungsstätte und den damit verbundenen Hilfsangeboten kann suchtkranken Menschen besser geholfen werden", sagt Polizeichef Norbert Trabs. "Darüber hinaus ist sie erforderlich, um den Betroffenen auch bei polizeilichen Maßnahmen ein konkretes Ziel nennen zu können, wohin sie sich zurück ziehen können und sollen."

"Wir uns im ersten Schritt dafür einsetzen, dass ein Alkoholverbot für den Bereich ausgesprochen wird und durch kleine bauliche Maßnahmen die Durchsetzung des Alkoholverbotes erleichtert wird", sagt Sicherheitspolitiker Frank Zahn. "Lübeck muss auch für die eingesetzten Kräfte von Polizei und Ordnungsdienst klar zum Ausdruck bringen, dass wir es ernst mit der Umsetzung der Sicherheitspartnerschaft meinen und neben dem Bau der Begegnungsstätte auch die anderen eingeleiteten Maßnahmen wie zum Beispiel der verstärkte Einsatz von Streetworkern vor Ort forcieren."

Seit Anfang des Jahres meldet die Polizei bereits 750 Einsatzstunden mit Drogenbezug im Bereich des Lindenplatzes. Foto: STE/Archiv

Seit Anfang des Jahres meldet die Polizei bereits 750 Einsatzstunden mit Drogenbezug im Bereich des Lindenplatzes. Foto: STE/Archiv


Text-Nummer: 152389   Autor: SPD/VG   vom 22.06.2022 um 14.54 Uhr

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