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Drogenszene: Polizei und Politik machen Druck

Lübeck - St. Lorenz Süd: Allen in diesem Jahr hat die Polizei rund 750 Einsatzstunden mit einem Bezug zur offenen Drogenszene im Bereich des Lindenplatzes verzeichnet. Es muss unbedingt verhindert werden, dass sich die neue, offene Drogenszene in Lübeck, die im Bereich ZOB/Denkmäler entstanden ist, weiter entwickelt und etabliert, warnt Lübecks Polizeichef Norbert Trabs. Jetzt soll zumindest erst einmal ein Alkoholverbot für diesen Bereich erlassen werden.

Am Dienstagabend diskutierte der städtische Polizeibeirat die Probleme. Der sicherheitspolitische Sprecher der SPD-Fraktion fasst die Ergebnisse zusammen: "Die Alkohol- und Drogenszenen vermischen sich dort, und Drogendealer gehen dort verstärkt ihren Geschäften nach. So wurde ein Dealer festgenommen, der 50 Konsumeinheiten mit sich führte. Normalerweise hat ein Dealer nur so viel „Stoff“ bei sich, wie er an einem Tag verkaufen kann. Die Beschaffungskriminalität im Umfeld nimmt zu, und die Tiefgarage in unmittelbarer Nähe wird gerne als „Handelsplatz“ genutzt. Touristen, die über die Grünfläche, das Einfallstor für Menschen, vom HBF in die Stadt gehen wollen, sind erschrocken über diese „Lübecker-Empfangslokation“. Denn diese Fläche vermüllt regelmäßig, und im Laufe des Tages wächst die Aggressivität der Menschen vor Ort, zu denen auch viele „Gäste“ aus dem Umland zählen."

Eigentlich sollte schon im Jahr 2021 unterhalb der Marienbrücke ein neuer Treffpunkt für Suchtkranke entstehen. Die Fertigstellung verzögert sich aber weiter. Aktuell geht die Stadt von einer Eröffnung im Januar 2023 aus. Neben dem Zeitverzug ist es zu erheblichen Kostensteigerungen gekommen (wir berichteten). "Durch die Begegnungsstätte und den damit verbundenen Hilfsangeboten kann suchtkranken Menschen besser geholfen werden", sagt Polizeichef Norbert Trabs. "Darüber hinaus ist sie erforderlich, um den Betroffenen auch bei polizeilichen Maßnahmen ein konkretes Ziel nennen zu können, wohin sie sich zurück ziehen können und sollen."

"Wir uns im ersten Schritt dafür einsetzen, dass ein Alkoholverbot für den Bereich ausgesprochen wird und durch kleine bauliche Maßnahmen die Durchsetzung des Alkoholverbotes erleichtert wird", sagt Sicherheitspolitiker Frank Zahn. "Lübeck muss auch für die eingesetzten Kräfte von Polizei und Ordnungsdienst klar zum Ausdruck bringen, dass wir es ernst mit der Umsetzung der Sicherheitspartnerschaft meinen und neben dem Bau der Begegnungsstätte auch die anderen eingeleiteten Maßnahmen wie zum Beispiel der verstärkte Einsatz von Streetworkern vor Ort forcieren."

Seit Anfang des Jahres meldet die Polizei bereits 750 Einsatzstunden mit Drogenbezug im Bereich des Lindenplatzes. Foto: STE/Archiv

Seit Anfang des Jahres meldet die Polizei bereits 750 Einsatzstunden mit Drogenbezug im Bereich des Lindenplatzes. Foto: STE/Archiv


Text-Nummer: 152389   Autor: SPD/VG   vom 22.06.2022 um 14.54 Uhr

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Kommentare zu diesem Text:

Grindbert Dottersack III

schrieb am 22.06.2022 um 15.41 Uhr:
Na sowas.. Wider Erwarten hat sich die Drogenszene vom Krähenteich nicht einfach aufgelöst sondern nur verlagert.. Damit hätte ja nun NIEMAND rechnen können...

Tobias Möller

schrieb am 22.06.2022 um 17.19 Uhr:
Die ausufernde Drogenkriminalität ist doch die Folge von viel zu laschem Vorgehen gegen die Drogenkriminellen.

Da hilft nur hartes Durchgreifen. Den Drogendealern keine Räume zum Drogenhandel geben, den Drogenkriminellen keine Wohlfühloasen schaffen.

Anstatt sich den Drogenkriminellen also anzubiedern, sollte man ihnen klar zeigen, was sie erwartet.
Ständige Kontrollen, Drogen und Utensilien abnehmen und noch mehr kontrollieren.

Die Drogenkriminellen haben sich bewusst für ein Leben in der Drogenkriminalität und den Drogenkonsum entschieden. Es ist keine durch einen unglücklichen Zufall erworbene Krankheit, sondern eine bewusste absichtliche Lebensentscheidung. Entsprechend falsch ist es auch, wenn man verharmlosend von angeblichen "Suchtkranken" faselt.

(...)

Altstadt 0815

schrieb am 22.06.2022 um 18.13 Uhr:
Da es dort keine direkten Anwohner gibt, ist dies durchaus positiv zu bewerten. In der dicht bebauten Altstadt war dies ein untragbarer Zustand. Das ein paar Touristen vielleicht erstaunt sind, kann man in Kauf nehmen. Abschiebungen könnten vermutlich einen Großteil der Dealer aus der Szene entfernen… aber ok, ist natürlich unmenschlich, irgendwie dreht man sich doch im Kreis. Das geplante Drogenzentrum wird die Szene sicher noch stark befeuern, aber Hauptsache Awo und Co. haben zu tun. Vermutlich wird zwischen der Walli und dem Ort ein reger Verkehr und Rückzugsgebiete entstehen. Viel Spaß, toll das die Walli immernoch keine nennenswerte Miete zahlen muss.

der echte Tobias Möller

schrieb am 22.06.2022 um 18.37 Uhr:
Danke für Ihre weisen Worte Herr Möller. Ich fasse Ihr Kommentar in einem Satz auf:

Marihuana ist illegal, weil es verboten ist!

Waldemar Wagner

schrieb am 22.06.2022 um 18.51 Uhr:
.
Wer ist überhaupt auf die dumme Idee gekommen, dass das Zusammenrotten von Süchtigen in einer Wohlfühloase irgendwelche Vorteile bringt.

Es ist doch vollkommen klar, dass betroffene Menschen sich innerhalb so einer Szene mit ihrer Sucht wohler fühlen und dadurch weniger geneigt sind einen Entzug durchzuführen.

Für den Normalbürger, der ja das geplante Unheil bezahlen soll, hat eine Ansammlung von Süchtigen auch keinerlei Vorteile.

Da es darum geht zunächst die Interessen der in Lübeck lebenden Allgemeinheit zu schützen, sollte die Wirkung auf Touristen zunächst keine wichtige Rolle bei den Überlegungen spielen.

Auch wenn es auf den ersten Blick für die Polizei und Mitarbeiter der Stadt einfacher scheint mit den Süchtigen in Kontakt zu treten, ist das geplante Vorgehen nicht unbedingt ein guter Weg und sollte nochmals durchdacht werden.

Eine zentrale Begegnungsstätte ist ein Zeichen des Aufgebens der Gesellschaft und vereinfacht auch Drogenhändlern den Zugang zu Suchtkranken.

Das Alkohol- und Drogenszene sich ganz automatisch vermischen wenn nichts dagegen getan wird ist doch vollkommen klar. Gerade zwischen laufend alkoholisierten haltlosen Personen finden die Dealer sicher einfache Opfer.

(...)
.

Heiko Schuller

schrieb am 22.06.2022 um 19.08 Uhr:
Ich habe von einigen aus der Szene schon gehört, dass sie sich auf die neue Umgebung freuen. Insbesondere auf den Drehbrückenplatz und der nördlichen Wallhalbinsel.

Ich kann nur hoffen, dass die neuen Bewohner der Wallhalbinsel die Szene herzlich willkommen heissen und als neue Nachbarn akzeptieren.

Vielleicht gibt es auch tolle Aktionen, beispielsweise mit dem (...) mit der AWO. Das wäre doch mal Werbung für ein tolerantes Lübeck.

Powow

schrieb am 22.06.2022 um 19.12 Uhr:
Die walli hat mit der junkie-Drogenszene einfach mal ganz und gar nichts zu tun. Die haben da sowas von Hausverbot, das gibt eher Stress..

Lübecky

schrieb am 22.06.2022 um 20.45 Uhr:
„….viele „Gäste“ aus dem Umland …“
Darf man das so überhaupt heutzutage schreiben?

Abgesehn davon:

Lübeck verelendet immer mehr. Innerhalb eines Jahrzehnts hat sich eine beispiellose Verelendung, Vermüllung und Kriminalität ausgebreitet. Bettler, Junkies, obdachlose und dann noch die immer stärker werdende Ausdünnung des Einzelhandels.
Und dann als Krönung eine oft als“ Kuscheljustiz“ bezeichnete Judikative, die nicht durchgreifen kann/will/darf…

Das ist ein Trauerspiel.

Hans

schrieb am 22.06.2022 um 21.08 Uhr:
Aha. Der Drogen-Kriminalität wird man also am besten dadurch Herr, dass der Alkoholkonsum verboten wird - auf die Idee muss man erstmal kommen. Dann also: Volksfest dichtmachen, Weinsommer verbieten und Von Melle abwickeln: Nieder mit dem Rotspon! Dicht daneben ist auch vorbei...

Rasender Roland

schrieb am 23.06.2022 um 06.36 Uhr:
Jedes Mal wenn man eine szene so lange kontrolliert (kontrolldruck) verlagert sie sich. Die Leute versinken nicht einfach im Boden und werden Clean.
Und niemand will eine Millionen schwere Begegnungsstätte. Das sind nur wirre Ideen die von Politikern und Sozialarbeitern auf dem Papier geplant werden und anschließend geht's essen und es wird sich auf die Schulter geklopft. Warum nicht wie in anderen Städten, eine kleine Freifläche, durch Bepflanzung nicht von außen einsehbar mit ein paar betonbänken, regelmäßige Kontrollen (so wie es von beiden Seiten geduldet wurde früher am Teich)
Warum wurde der Teich überhaupt zu gemacht? Seit dem ist voll Chaos, Leute sind gestorben weil die nicht mehr wussten wohin und die junkys sind überall versprengt.
Man müsste endlich Mal miteinander reden anstatt füreinander zu entscheiden.

Sami

schrieb am 23.06.2022 um 08.08 Uhr:
An alle Altparteienwähler:

Dieses Gejammere geht mir auf die Nerven.

Wie gewählt so erhalten!!!

Rainer Müller

schrieb am 23.06.2022 um 09.38 Uhr:
@Tobias Möller

es sterben mehr Menschen an Alkohol und Zigaretten Missbrauch als an so genannten harten Drogen. Sie sind zwar keine harten Drogen und doch sind auch Alkohol und Zigaretten Drogen. Die Szene ist weit verbreitet. Sie reicht sogar in mein Wohnzimmer.

Die Abhängigen sind nicht freiwillig in dieser Situation. Wir kennen ihre Geschichte leider nicht. Die anderen Abhängigen, die vom Alhohl nämlich liegen auch in den Fussgängerzonen, schlafen einsam unter Brücken oder in Ruinen wie dem alten Schlachthof.

Sie können gerne nach härteren Massnahmen schreien. Wollen Sie ihnen die Sucht gewaltsam entziehen. Sie wegsperren, weil sie nicht in die Lebenswirklichkeit passen. Sie sagen, dass ein Drogentreff zu viel des Guten ist. Doch wo sollen die Menschen hin? Sie hinter einen Zaun sperren. Das gab es schon einmal. Diese Zeit ist gottseidank vorbei

Anwohner vom Bahnhofsviertel

schrieb am 23.06.2022 um 09.52 Uhr:
Schön und was ist mit Hansestrasse und Schützenstraße da werden die Töten auf offener Strasse verkauft wann passiert da was

bernd cordes

schrieb am 23.06.2022 um 10.09 Uhr:
Welch schöne Begrüßung für Lübeck Besucher !!!

Powow

schrieb am 23.06.2022 um 12.32 Uhr:
Ich finde es ziemlich zynisch im zusammenhang mit (suchtkranke, beschaffungskriminalitat und leider auch gewalt) von einer "wohlfühloase" zu sprechen. Obwohl, ich merke grade, ist ja voll nett hier, da kriege ich immer total Lust auf Heroin.

Stefan Willing

schrieb am 23.06.2022 um 13.20 Uhr:
30 Jahre Platzspitz-Räumung

Was vom Drogenelend am Zürcher Platzspitz übrig geblieben ...

https://www.srf.ch/news/schweiz/ 30-jahre-platzspitz-raeumung-was-vom-drogenelend-am-zuercher-platzspitz-uebrig-geblieben-ist

Concordia domi foris pax

willi

schrieb am 27.06.2022 um 12.22 Uhr:
Die Politik und die Polizei soll der Szene ihr enteignetes Zuhause am Krähenteich zurückgeben...

Politiker gehören ins Rathaus, Polizisten auf ihr Revier und die Drogies an den Teich...

Alles andere kann und wird in dieser Stadt nicht funktionieren...