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Eigenheim: Auch für Mittelschicht kaum noch finanzierbar

Lübeck: Archiv - 15.09.2022, 10.56 Uhr: Eine neue Analyse hat die Kostenbelastung von Singles bei der Finanzierung einer 60-Quadratmeter-Wohnung zu den derzeit gängigen Konditionen (10 Prozent Eigenkapital, 2 Prozent Tilgung, 3,5 Prozent Zinsen, 10 Jahre Laufzeit) untersucht. Das Ergebnis: Mit einem Einkommen von 3.500 Euro brutto (etwa 2.246 Euro netto), müsste man in 56 von 80 Städten mehr als 30 Prozent seines Gehalts für die Rückzahlung des Darlehens ausgeben. Auch mit einem guten Einkommen, ist Wohneigentum kaum noch finanzierbar.

Neben den höheren Zinsabschlägen verteuern die gestiegenen Energiepreise die monatlichen Kosten zusätzlich. Entspannung scheint nicht in Sicht. Für die breite Mittelschicht dürfte der Immobilienkauf erstmal kein Thema mehr sein: Insgesamt zwei Drittel der Deutschen verdienen brutto zwischen 2.000 und 5.000 Euro. Die monatliche Belastung beim Immobilienkauf beträgt in dieser Gruppe inzwischen mindestens 29 Prozent.

Doch auch für Besserverdiener mit einem Bruttoeinkommen von 5.000 Euro ist der Traum vom Eigentum in vielen Städten geplatzt. In 35 Städten liegt die Wohnkostenbelastung trotz hohen Einkommens über 30 Prozent. Die Folge: Immer mehr Menschen haben den Wunsch des Eigenheims verworfen. Die veränderte Nachfrage nach Immobilien verdeutlicht das. Innerhalb eines Jahres sind die Anfragen auf Kaufimmobilien deutschlandweit um 17 Prozent gesunken. Parallel dazu hat sich die Anzahl der Anfragen auf Mietimmobilien um 34 Prozent erhöht.

In München kostet eine 60-Quadratmeter-Wohnung derzeit 554.460 Euro, was bei den aktuellen Konditionen (2 Prozent Tilgung, 3,5 Prozent Zinsen für 10-jährige Baudarlehen) bei einer 90-Prozent-Finanzierung eine Annuität von 2.287 Euro monatlich zur Folge hat. Zudem wird ein Eigenkapital von über 100.000 Euro benötigt. Bei einem Bruttoeinkommen von 5.000 Euro, was netto 2.994 Euro entspricht, gehen immer noch 76 Prozent für die Rückzahlung drauf. Bei Normalverdienern übersteigt die Annuität sogar das Einkommen. Auch in Hamburg sieht es nicht viel besser aus. Bei einem Kaufpreis von 398.940 Euro und einer Annuität von 1.646 Euro haben Singles mit mittlerem Einkommen eine Belastung von 73 Prozent. Auch mit einem hohen Einkommen liegt die Wohnkostenbelastung mit 55 Prozent im ungesunden Bereich.

In Lübeck soll der Kaufpreis für eine entsprechende Wohnung etwa bei 257.700 Euro (Annuität 1.063 Euro) liegen. Mindestlohnverdiener müssten 71 Prozent ihres Einkommens ausgeben. Bei einem Bruttoverdienst von 2.500 Euro würden 62 Prozent fällig. Selbst bei einem hohen Bruttoeinkommen von 5.000 Euro würde immer noch eine Belastung von 36 Prozent entstehen, was immer noch klar über der allgemein Empfehlung von 30 Prozent liegen würde.

Am besten stehen die Chancen für die eigenen vier Wände noch im Osten und Teilen Nordrhein-Westfalens. In Chemnitz beträgt die Wohnkostenbelastung bei Normalverdienern 18 Prozent und in Gelsenkirchen 19 Prozent. Grund sind die niedrigen Kaufpreise, wodurch sich die Mehrkosten infolge der gestiegenen Zinsen noch im Rahmen halten. Gleiches gilt auch für Duisburg (22 Prozent) und Magdeburg (23 Prozent).

Wer hingegen für den Mindestlohn arbeitet, hat allerdings auch in diesen Städten keinen finanziellen Spielraum. Obwohl der Mindestlohn ab Oktober auf 12 Euro erhöht wird, liegt die finanzielle Belastung in 76 von 80 Städten oberhalb der kritischen 30-Prozent-Marke. Addiert man die Nebenkosten hinzu, dürfte der Anteil in allen Städten darüber liegen. Hinzu kommt, dass viele Banken bei der Kreditvergabe inzwischen strikter sind und mehr Sicherheiten verlangen.

Wohneigentum ist auch in Lübeck für viele Menschen mit ihrem Arbeitseinkommen nicht mehr finanzierbar.

Wohneigentum ist auch in Lübeck für viele Menschen mit ihrem Arbeitseinkommen nicht mehr finanzierbar.


Text-Nummer: 153897   Autor: Immowelt/Red.   vom 15.09.2022 um 10.56 Uhr

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