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Gedenken an den Untergang der Pamir vor 65 Jahren

Lübeck: Am 21. September 1957 sank die stolze Viermastbark in einem Hurrikan im Atlantik. Nur sechs Mann konnten sich retten. 80 Seeleute fanden den Tod. Dazu findet am 24. September in Argentinien eine Gedenkfeier statt, an der auch der Verein "Rettet die Passat" beteiligt ist. Der Lübecker "Passat Chor" wird in diesem Jahr nur virtuell mit einigen Liedern dabei sein.

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Die Viermastbark Pamir war am 29. Juli 1905 bei der Hamburger Werft Blohm und Voss vom Stapel gelaufen. Auftraggeber war Reeder Ferdinand Laeisz. Der gut 3.000 BRT große Lastensegler gehörte zur Reihe der "Flying P-Liner", denen Reeder Laeisz Namen gegeben hatte, die alle mit P anfingen wie die Padua, Peking, Pommern, die Priwall und natürlich die Passat, die heute als Museumsschiff in Travemünde liegt. Jahrzehntelang fuhren die stolzen Segler über die Weltmeere. Dass der erste Weltkrieg ausgebrochen war, erfuhren Kapitän und Mannschaft der Pamir erst auf hoher See. Ihnen war dadurch der Weg durch den Ärmelkanal nach Hamburg versperrt. Das Schiff lag bis 1921 auf Reede vor St. Cruz de La Palma auf den kanarischen Inseln. Erst dann konnte es den Heimathafen wieder anlaufen.

1931 kaufte der finnische Reeder Gustav Erikson das Schiff, das im Jahr drauf die sogenannte Weizenregatta auf dem Weg von Australien nach Europa gewann. 1949 umrundete die Pamir als letzter Großsegler ohne Hilfsmotor das gefürchtete Kap Hoorn, den Friedhof von rund tausend Schiffen, die bei Stürmen in den Klippen vor der Südspitze Südamerikas untergingen.

In den fünfziger Jahren kaufte die "Stiftung Pamir und Passat" beide Schiffe und setzte sie als frachtführende Segler für die Ausbildung von Matrosen und Offizieren ein. Das erklärt die hohe Zahl von 51 Kadetten auf der letzten Fahrt der Pamir. Im September 1957 erlitt die Passat, die ebenfalls im Atlantik unterwegs war, beinahe das gleiche Schicksal wie die Pamir. Der Havarist Passat erreichte noch den Hafen von Lissabon. Es bedeutete das Ende der Schifffahrt mit Lastenseglern.

Ihre letzte Reise begann die Pamir mit einer Ladung Gerste am 11. August 1957 in Buenos Aires. Zielhafen war Hamburg. Auf hoher See traf der Hurrikan Carrie das Schiff mit voller Wucht. Sehr schnell bekam die Pamir Schlagseite, schließlich kenterte sie und sank binnen kurzer Zeit. Der Lübecker Seemannspastor Ottomar Paul verbrachte das Rettungsboot Nr. 2 kurz entschlossen in die Jakobikirche, die traditionell als Kirche der Lübecker Seefahrer gilt.

Im Original-Ton hören Sie ein Gespräch von Harald Denckmann mit Harmut Haase, der unter anderem das Archiv der Passat betreut.

Im Jahr 2010 war der Passat Chor zu Gast an der Gedenkstätte in Buenos Aires. Fotos: Karl Erhard Vögele/Archiv, O-Ton: Harald Denckmann

Im Jahr 2010 war der Passat Chor zu Gast an der Gedenkstätte in Buenos Aires. Fotos: Karl Erhard Vögele/Archiv, O-Ton: Harald Denckmann


Hier hören Sie den Originalton:

Text-Nummer: 154009   Autor: red.   vom 21.09.2022 um 12.08 Uhr

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