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Parkausweise: SPD will Vergabe stärker regulieren

Lübeck - Innenstadt: Die Verkehrswende ist ein riesiges Projekt - doch eins scheint unumgänglich: Der Autoverkehr wird langfristig Platz abgeben müssen. Die Lübecker Altstadt stehe hier "zwar schon gut da", doch der SPD-Ortsverein Altstadt will mehr: "Wir wollen, dass die Verkehrsberuhigung auf der Altstadtinsel konsequent weitergeführt wird. Wir können es uns nicht leisten, so viel Platz in dieser einzigartigen Innenstadt für herumstehende Autos zu verschwenden", betont Sven Rühmeier, Co-Vorsitzender des Ortsvereins.

(")Das Anwohnerparken zum Beispiel ist eigentlich eine sinnvolle Einrichtung. Aber leider gibt es auch Missbrauch: Anwohner geben ihren Anwohnerparkausweis an Außenstehende weiter, Zweit- und Drittautos blockieren Parkplätze. Deswegen wollen wir, dass Vergabe und Gebrauch von Parkausweisen besser reguliert werden.(")

Am Parking Day, einem internationalen Aktionstag zur Rückgewinnung von Parkplatzflächen, diskutierte der SPD-Ortsverein die komplexen Aspekte der Verkehrswende unter Beachtung der verschiedenen Interessen von Anwohnern, Besuchern, Gewerbetreibenden und ÖPNV. Vor dem Wahlkreisbüro des Bundestagsabgeordneten Tim Klüssendorf in der Großen Burgstraße nahmen die Lübecker Sozialdemokraten Parkplätze in Beschlag und fuhren stattdessen eine große Kaffeekanne und eine Popcornmaschine auf. Auch der Verkehrswendebeauftragte der Stadt Lübeck, Michael Stödter, besuchte den Stand. Er wusste aus erster Hand zu berichten, was die Stadt in Sachen Verkehrswende konkret plant.

Die Gespräche mit den Passanten seien "munter" verlaufen, so der Ortsverein. Viele Bürger würden begrüßen, dass Stellflächen zurückgebaut werden und die Autonutzung den Raum der Stadtbewohner stärker respektieren soll. Andere würden aber hingegen um ihre Mobilität und die Vorzüge des Autos fürchten.

Die Co-Vorsitzende Annette Scheuer beruhigte: (")Niemandem soll das Auto weggenommen werden. Wer auf das Auto angewiesen ist, für den wird auch in der Altstadt der Zukunft immer ein Parkplatz vorhanden sein. Oft geht es einfach nicht ohne Auto - zum Beispiel für ältere Menschen, Familien, große Einkäufe und Anlieferungen von Geschäften. Von denjenigen aber, die das Auto nur aus Bequemlichkeit nutzen, wollen wir, dass sie auf Alternativen umsteigen - die mindestens genauso bequem sein werden.(")

Bausteine dafür sollen, zum Beispiel, ein günstiger und hochgetakteter ÖPNV, bequemes und flexibles Carsharing und breite Fahrradwege sein. Auch Lasten- und E-Fahrräder werden sich weiter durchsetzen und mehr Menschen ermöglichen, aufs Rad umzusteigen. Das Klima freue sich - und der Verkehr werde mit weniger Autos deutlich sicherer.

Wenn es um die Zukunft des Autos geht, erhitzen sich die Gemüter schnell. Das merkte auch Markus Ameln, der lange auf der Altstadtinsel gewohnt hat: (")Das ist verständlich: Das Auto war jahrzehntelang das wichtigste Verkehrsmittel in Deutschland. Es war komfortables Fortbewegungsmittel, Statussymbol und Identifikationsmerkmal zugleich. Aber wie es war, kann es nicht bleiben. Schließlich gehört die Stadt nicht dem Auto, sondern allen Menschen.(")

Von links: Bundestagsabgeordneter Tim Klüssendorf, Verkehrswendebeauftragter Michael Stödter, Björn Spilker und Markus Ameln. Foto: SPD.

Von links: Bundestagsabgeordneter Tim Klüssendorf, Verkehrswendebeauftragter Michael Stödter, Björn Spilker und Markus Ameln. Foto: SPD.


Text-Nummer: 154022   Autor: SPD OV HL-Alts./Red.   vom 22.09.2022 um 09.50 Uhr

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